Deutsche Tageszeitung - Macron in Syrien - Erste Visite eines westeuropäischen Staatschefs seit Assad-Sturz

Macron in Syrien - Erste Visite eines westeuropäischen Staatschefs seit Assad-Sturz


Macron in Syrien  - Erste Visite eines westeuropäischen Staatschefs seit Assad-Sturz

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist zu einem Besuch in Syrien eingetroffen. Am Montagabend empfing der syrische Außenminister Assaad al-Schaibani Macron in Damaskus, später nahm der französische Präsident an einem Arbeitsessen mit Interimspräsident Ahmed al-Scharaa teil. Macron ist der erste westeuropäische Staatschef, der Syrien seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 besucht.

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Wie AFP-Journalisten berichteten, besuchten Macron und al-Scharaa nach dem Arbeitsessen die berühmte Umayyaden-Moschee in Damaskus. Im Onlinedienst X schrieb Macron, er komme, um "Frankreichs Engagement für das syrische Volk zu bekräftigen". Es gehe um Unterstützung "für ein souveränes Syrien, das in seiner Vielfalt vereint ist und mit seinen Nachbarn in Frieden lebt".

Französische Behörden hatten Macrons Reise bis zu seiner Ankunft geheimgehalten und dies unter anderem mit Sicherheitsbedenken begründet. Die syrischen Behörden hatten am Sonntag einen Besuch Macrons angekündigt, ohne jedoch ein Datum zu nennen.

Aus Sicherheitsgründen nannte das französische Präsidialamt auch keine näheren Details zu den Programmpunkten des Besuchs. Am Dienstag soll es demnach ein offizielles Treffen Macrons mit al-Scharaa und eine gemeinsame Pressekonferenz geben. Später am Dienstag will Macron zum Nato-Gipfel in die türkische Hauptstadt Ankara weiterreisen.

Aus dem Elysée-Palast hieß es ferner, Macron werde "für ein freies, pluralistisches Syrien, das alle seine Bevölkerungsgruppen respektiert" eintreten - und für ein Land, das "eine mäßigende Rolle bei den Spannungen im Nahen Osten spielt". Es komme für Paris "nicht in Frage", dass in Syrien "eine Alleinherrschaft an die Stelle einer anderen Alleinherrschaft tritt".

Macron wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Die Gespräche sollen sich unter anderem um mögliche Investitionen in Syrien und den Wiederaufbau des Landes nach dem Bürgerkrieg drehen.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana schrieb von einem "historischen Besuch" und einem "entscheidenden Meilenstein zur Wiederherstellung der internationalen Präsenz Syriens". Die Beziehungen zwischen beiden Ländern gingen dadurch in eine "neue Phase" über, die "auf gegenseitigem Respekt und einer ausgeglichenen Partnerschaft" beruhe.

Bei seinem Besuch wollte Macron laut dem Elysée-Palast auch eine Reihe von Kunstschätzen an Syrien zurückgeben. Es handele sich um 23 archäologische Objekte, die 2010 dem Institut du monde arabe in Paris geliehen worden und wegen des syrischen Bürgerkriegs nicht zurückgebracht worden seien.

Im Mai 2025 war Macron bereits der erste westliche Staatenlenker gewesen, der den syrischen Präsidenten al-Scharaa zu einem Besuch empfangen hatte. Vor Macrons jetzigem Besuch hatte zuletzt 2009 mit Nicolas Sarkozy ein französischer Präsident Syrien besucht.

Seit ihrer Machtübernahme im Dezember 2024 hat die neue syrische Führung unter al-Scharaa wiederholt versichert, die Minderheiten im Land zu schützen. Seither kam es in Syrien jedoch immer wieder zu Gewalt insbesondere gegen Alawiten, Drusen und Christen.

(U.Beriyev--DTZ)

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