Deutsche Tageszeitung - Nato-Gipfel in Ankara: Ischinger sieht Türkei als wichtigen Partner

Nato-Gipfel in Ankara: Ischinger sieht Türkei als wichtigen Partner


Nato-Gipfel in Ankara: Ischinger sieht Türkei als wichtigen Partner
Nato-Gipfel in Ankara: Ischinger sieht Türkei als wichtigen Partner / Foto: © POOL/AFP

Ungeachtet der Repressalien gegen die Opposition und die Presse in der Türkei hält der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, das Land für einen strategisch wichtigen Nato-Partner. Bei einer Lösung für den Ukraine-Krieg werde ohne die Türkei, die ein wichtiges Land am Schwarzen Meer sei, "nichts laufen", sagte Ischinger am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin".

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Die Türkei sei, da in der Region Krieg und Unruhe herrschten, "natürlich für uns einer der allerwichtigsten Partner", fügte Ischinger mit Blick auf Gaza, den Libanon und den Iran hinzu. "Soweit ist das schon wichtig und ganz gut, dass wir die Beziehungen zu diesem schwierigen türkischen Partner pflegen, selbst wenn es viele Kritikpunkte gibt."

In Ankara kommen am Dienstag die Staats- und Regierungschefs der Nato-Mitgliedstaaten zu einem zweitägigen Gipfel zusammen. Dabei soll es um die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses und neue Hilfen für die Ukraine in ihrem Abwehrkrieg gegen Russland gehen. Der Gipfel findet vor dem Hintergrund von Spannungen in den transatlantischen Beziehungen statt. US-Präsident Donald Trump, der an dem Treffen teilnehmen will, hatte die Verbündeten zuletzt erneut dafür kritisiert, nicht genug Geld für die Verteidigung auszugeben.

Zuvor wurde bekannt, dass Kanada seine neue U-Boot-Flotte vom deutschen Hersteller TKMS bauen lassen will. Diese Entscheidung im Kampf um den Milliardenauftrag gab Premierminister Mark Carney am Montag vor seinem Abflug zum Nato-Gipfel in der Türkei bekannt.

Ischinger sagte, das sei nicht nur toll für die Werftarbeiter in Kiel und Wismar. Es gehe darüber hinaus auch um mehr. Trump wolle, dass die Europäer, die jetzt so viel mehr für Verteidigung ausgeben, möglichst alles in den USA einkaufen. "Der Deal zwischen Kanada und Deutschland ist ein Zeichen dafür, dass es künftig eben auch andere Schwerpunkte geben muss", betonte Ischinger.

"Es kann nicht sein, dass wenn die Europäer so viel mehr Geld für die Verteidigung ausgeben, das Geld alles in Alabama oder Tennessee landet", sagte er im ZDF. "Das Geld muss auch in Kiel oder in Firmen in Bayern oder in Frankreich oder in Spanien landen."

(U.Beriyev--DTZ)

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