Deutsche Tageszeitung - Trump kündigt neue Angriffe auf Iran an und erwartet zugleich schnelles Ende

Trump kündigt neue Angriffe auf Iran an und erwartet zugleich schnelles Ende


Trump kündigt neue Angriffe auf Iran an und erwartet zugleich schnelles Ende
Trump kündigt neue Angriffe auf Iran an und erwartet zugleich schnelles Ende / Foto: © AFP

Drei Wochen nach Abschluss eines Abkommens mit dem Iran für eine Friedenslösung hat US-Präsident Donald Trump ein Ende der Waffenruhe und neue Angriffe in der Nacht verkündet - kurz darauf jedoch ein schnelles Ende der jüngsten Kämpfe in Aussicht gestellt. "Ich glaube, das wird sehr schnell gehen", sagte Trump beim Nato-Gipfel in Ankara am Mittwoch. "Ich glaube nicht, dass es wieder losgehen wird", betonte er mit Blick auf den Ende Februar begonnenen Iran-Krieg. Das Vermittlerland Pakistan und die UNO riefen zur Deeskalation auf.

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"Wir werden sie heute Nacht richtig hart treffen", sagte Trump kurz zuvor in Ankara. "Sie verletzen das Abkommen jeden Tag", betonte der US-Präsident mit Blick auf die Führung in Teheran und das US-iranische Abkommen. "Sie stimmen allem zu und dann geben sie eine Pressekonferenz und sagen, wir hätten nicht einmal darüber geredet. Die sind nicht ganz bei Trost, mit diesen Leuten stimmt etwas nicht", sagte der US-Präsident weiter über die Iraner.

Zuvor hatte Trump mit Blick auf die geltende Waffenruhe erklärt: "Was mich betrifft, ist sie vorbei". Es sei " reine Zeitverschwendung", sich mit der Führung in Teheran "abzugeben". Der US-Präsident bezeichnete die iranische Führung zudem als "einen Haufen Abschaum". Er werde jedoch mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über die Verhandlungen mit Teheran sprechen, sagte Trump. "Ich werde unseren wunderbaren Unterhändlern erlauben weiterzureden, wenn sie wollen, aber ich sehe es nicht."

Auslöser für die jüngste Eskalation waren Angriffe auf Schiffe nahe der Straße von Hormus, die Washington Teheran zuschreibt. Die USA griffen daraufhin in der Nacht zum Mittwoch nach Militärangaben mehr als 80 iranische Ziele rund um die Straße von Hormus an. "Die iranische Aggression war ungerechtfertigt und gefährlich und stellte einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe dar", erklärte das US-Regionalkommando Centcom.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete beim Gipfeltreffen in Ankara die US-Angriffe als "absolut notwendig". Der Iran habe die bestehende Waffenruhe "im Grunde genommen verletzt", sagte Rutte. Es sei "absolut entscheidend, dass die USA entschlossen reagieren".

Dennoch äußerte sich Trump einmal mehr erbost über die Nato-Partner. "Ich bin sehr verärgert über die Nato", sagte er bei seinem Treffen mit Rutte. Die Allianz sei im Iran-Krieg nicht bereit gewesen, "uns zu helfen". In diesem Zusammenhang nannte Trump erneut Italien und Deutschland. Italien etwa hatte dem US-Militär verboten, US-Stützpunkte auf seinem Territorium für Angriffe im Iran-Krieg zu nutzen. Dies hatte auch Spanien so gehandhabt. Trump erklärte, er wolle die Handelsbeziehungen zu Spanien abbrechen.

Iranische Medien berichteten derweil von mehreren heftigen Explosionen in der Region um die Straße von Hormus. Unter anderem seien Explosionen auf der Insel Keschm zu hören gewesen und in der Stadt Sirik, berichtete der Sender Irib.

Wie das iranische Staatsfernsehen unter Verweis auf die Armee berichtete, wurden in Bandar Abbas im Süden des Landes und in der südwestlichen Hafenstadt Buschehr bei Angriffen acht iranische Soldaten getötet.

Als Reaktion auf die US-Angriffe attackierte der Iran nach eigenen Angaben US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait: Die iranischen Streitkräfte hätten mit Raketen und Drohnen "85 wichtige US-Armeeanlagen" in den beiden Ländern angegriffen, hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden.

Das in den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran vermittelnde Pakistan rief indes zur Zurückhaltung auf und forderte "alle Seiten nachdrücklich auf, ihre jeweiligen Verpflichtungen" aus dem Mitte Juni geschlossenen Rahmenabkommen einzuhalten.

UN-Generalsekretär António Guterres forderte derweil eine Rückkehr der Konfliktparteien an den Verhandlungstisch. Guterres sei "sehr besorgt" und rufe "alle Parteien dazu auf, größtmögliche Zurückhaltung zu üben, jede weitere Eskalation zu vermeiden und unverzüglich Maßnahmen zur Deeskalation zu ergreifen", sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric.

An den Märkten sorgte die erneute Eskalation sofort für einen Sprung beim Ölpreis. Dieser stieg am Mittwoch um mehr als acht Prozent auf 80,10 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent.

Seit Anfang April galt in dem US-israelischen Krieg gegen den Iran eine brüchige Waffenruhe. Am 17. Juni einigten sich der Iran und die USA auf ein Rahmenabkommen, das weitere Verhandlungen zu einer dauerhaften Beendigung des Krieges vorsieht. Die immer wieder aufflammenden Gefechte haben bisher nicht zum Abbruch der Verhandlungen geführt.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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