Deutsche Tageszeitung - Burnham zunächst weiter einziger Kandidat für Starmer-Nachfolge in Großbritannien

Burnham zunächst weiter einziger Kandidat für Starmer-Nachfolge in Großbritannien


Burnham zunächst weiter einziger Kandidat für Starmer-Nachfolge in Großbritannien
Burnham zunächst weiter einziger Kandidat für Starmer-Nachfolge in Großbritannien / Foto: © AFP/Archiv

Im Verfahren um die Nachfolge des britischen Labour-Chefs und Premierministers Keir Starmer ist Andy Burnham bislang offenbar weiterhin der einzige Kandidat. "Es gibt keinen anderen", sagte ein Labour-Abgeordneter, der ungenannt bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag. Die Parlamentarier stimmten im Parlamentsbüro der Partei darüber ab, wen sie für die Parteiführung nominieren wollten. Burnham hatte als einziger seine Kandidatur erklärt.

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Der 56-jährige Burnham muss nachweisen, dass er die Unterstützung von 81 der 402 Labour-Abgeordneten hat. Dass dies gelingt, gilt als sehr wahrscheinlich. Sollte es nicht doch noch zu einer weiteren Kandidatur kommen, würde Burnham am 17. Juli zum neuen Labour-Vorsitzenden gekürt - und damit drei Tage später Premierminister. Starmer hatte angesichts des fehlenden Rückhalts auch in der eigenen Partei im Juni seinen Rücktritt angekündigt.

Burnham war zuvor drei Mal hintereinander zum Bürgermeister des Großraums Manchester gewählt worden, was ihm den Spitznamen "König des Nordens" eingebracht hatte. Ende Juni war er als Abgeordneter für den nordenglischen Wahlkreis Makerfield ins Unterhaus eingezogen, um für das Amt des Parteichefs kandidieren zu können.

Starmer war 2024 mit einem Erdrutschsieg seiner Sozialdemokraten ins Amt gekommen, hatte aber schnell an Beliebtheit eingebüßt. Bei den Regional- und Kommunalwahlen im Mai hatte Labour eine schwere Schlappe hinnehmen müssen.

Starmer war unter anderem wegen der Affäre um die Ernennung von Peter Mandelson zum britischen Botschafter unter Druck geraten. Der frühere Wirtschaftsminister und EU-Kommissar Mandelson soll in seiner Zeit als Regierungsmitglied sensible Informationen an den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergeben haben, mit dem er befreundet war.

Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss kam jetzt zu dem Schluss, dass Mandelsons Ernennung "äußerst schädlich" für die britische Regierung gewesen sei und das Ansehen des Landes "getrübt" habe. Sie sei zudem "schmerzhaft und beleidigend" für die Opfer von Epstein gewesen, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichtem Bericht des Ausschusses.

Es sei eindeutig, dass Mandelson nicht die Wahl des Außenministeriums gewesen sei, sondern dass seine Nominierung im Wesentlichen aus der Downing Street Nummer 10 erfolgte, schrieben die Parlamentarier mit Verweis auf den Amtssitz des Premierministers.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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