Deutsche Tageszeitung - Druck auf Wegner wächst: Berliner CDU-Mitglieder wollen neuen Spitzenkandidaten

Druck auf Wegner wächst: Berliner CDU-Mitglieder wollen neuen Spitzenkandidaten


Druck auf Wegner wächst: Berliner CDU-Mitglieder wollen neuen Spitzenkandidaten

In der Berliner CDU wächst kurz vor einer Sitzung der Kreisvorsitzenden der Druck auf den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner, auf die CDU-Spitzenkandidatur bei der Abgeordnetenhauswahl im September zu verzichten. Aus den Reihen der Kreisvorsitzenden erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Freitag, auf Wegner werde Freitagabend viel Kritik und auch die Aufforderung zum Verzicht auf die Spitzenkandidatur warten. Wegner müsse sich auf eine "harte Sitzung" einstellen.

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Wegner hatte einräumen müssen, dass er anders als behauptet zu Beginn des Stromausfalls im Januar nicht telefoniert, sondern lediglich Textnachrichten verschickt hatte. Solche falschen Angaben seien den Bürgern nicht zu vermitteln, hieß es aus der Berliner CDU-Spitze wenige Stunden vor dem Beginn des Treffens der Kreisvorsitzenden am Freitagabend.

Innerhalb der Berliner CDU-Führung wird den Angaben zufolge der Berliner Finanzsenator Stefan Evers als neuer Spitzenkandidat für die Wahl im September favorisiert. Evers ist auch stellvertretender Vorsitzender der Berliner CDU, die zwölf Kreisvorsitzende hat.

Neben Rücktrittsaufforderungen aus der Opposition wurde Wegner mittlerweile auch von der Jungen Union und in einem offenen Brief von CDU-Mitgliedern zum Verzicht auf die Spitzenkandidatur aufgefordert. In der Berliner CDU hieß es, diesen Forderungen zum Verzicht werde sich Wegner in der Debatte mit den Kreisvorsitzenden stellen müssen. Es gehe aber nicht um einen Rücktritt als Regierender Bürgermeister noch vor der Wahl. Ob Wegner von sich aus auf die Spitzenkandidatur verzichtet, gilt weiter als offen.

Wegner war in den Wochen und Monaten nach dem Stromausfall vom Jahresbeginn immer wieder mit Unwahrheiten und Widersprüchen zu seinen Aussagen zu dem ersten Tag des Stromausfalls konfrontiert worden. Zuletzt kam heraus, dass er anders als von ihm behauptet nicht am Tag des Stromausfalls direkt zu telefonieren begonnen hatte.

In Berlin wird am 20. September ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Einer kürzlich veröffentlichten Umfrage zufolge liegt die CDU nur noch auf Platz vier hinter der Linkspartei, den Grünen und der AfD - der Abstand zwischen den Parteien ist aber nur gering.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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