Deutsche Tageszeitung - Umwelthilfe: Ein Viertel der Landkreise mit hohem Risiko für schwere Hochwasser

Umwelthilfe: Ein Viertel der Landkreise mit hohem Risiko für schwere Hochwasser


Umwelthilfe: Ein Viertel der Landkreise mit hohem Risiko für schwere Hochwasser
Umwelthilfe: Ein Viertel der Landkreise mit hohem Risiko für schwere Hochwasser / Foto: © AFP/Archiv

Ein Viertel aller Landkreise in Deutschland hat einer Studie zufolge ein hohes Risiko für schwere Hochwasser. Der Ortenaukreis in Baden-Würrtemberg wäre von einem Jahrhunderthochwasser potenziell besonders stark betroffen, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fünf Jahre nach der Ahrtalflutkatastrophe am Montag in Berlin mitteilte. Der Kreis habe den höchsten sogenannten Hochwasser-Risikograd.

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In insgesamt 98 Landkreisen ist das Risiko für schwere Schäden demnach hoch, 184 Kreise haben einen mäßigen Risikograd. Der Hochwasser-Risikograd ergibt sich aus der bei einem Jahrhunderthochwasser potenziell von Schäden betroffenen Flächen und den aktuell gefährdeten Adressen.

"Wir brauchen dringend flächendeckenden Hochwasserschutz - davon können Menschenleben abhängen", erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner. Er forderte zudem eine Wiederaufnahme der seit 2024 angekündigten Novelle des Hochwasserschutzgesetzes. "Unsere Landschaft gegen die Folgen der Klimakrise zu wappnen, ist eine langfristige Aufgabe und kann nur gemeinsam bewältigt werden", erklärte Müller-Kraenner.

In bebauten Flussauen ist das Risiko der DUH besonders hoch. Erhöhte Risiken gebe es auch entlang großer, dicht besiedelter Flussläufe wie am Ober- oder Niederrhein sowie an Teilen der Donau und der Elbe. Zwar hätten technische Schutzmaßnahmen spürbare Effekte auf den Hochwasser-Risikograd, doch die Maßnahmen orientierten sich an bisher vorgekommenden Pegelständen.

"Es ist ein riesiges Problem, dass in Überschwemmungsgebieten immer noch gebaut werden darf", erklärte Sabrina Schulz vom DUH. Nötig sei mehr Raum für Flüsse außerhalb der Ortschaften und eine konsequente Durchsetzung des Bauverbots im Überschwemmungsgebiet.

In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hatte extremer Starkregen im Juli 2021 verheerende Überschwemmungen ausgelöst. In Nordrhein-Westfalen gab es 49 Tote. In Rheinland-Pfalz kamen laut Landesregierung 136 Menschen ums Leben, ein Mensch wird noch immer vermisst.

(W.Novokshonov--DTZ)

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