Deutsche Tageszeitung - Italienische Justiz ermittelt nach Tod eines Marokkaners bei gewaltsamer Festnahme

Italienische Justiz ermittelt nach Tod eines Marokkaners bei gewaltsamer Festnahme


Italienische Justiz ermittelt nach Tod eines Marokkaners bei gewaltsamer Festnahme
Italienische Justiz ermittelt nach Tod eines Marokkaners bei gewaltsamer Festnahme / Foto: © AFP/Archiv

Nach dem Tod eines Marokkaners bei einer gewaltsamen Festnahme in Bologna hat die italienische Justiz Ermittlungen eingeleitet. Diese sollten die Umstände des Todes klären, teilte die Staatsanwaltschaft von Bologna am Montag mit. Die Bodycams der zwei beteiligten Polizisten seien der Justiz zur Auswertung übergeben, erklärte die Polizei von Bologna. Der Fall, der durch minutenlange Videoaufnahmen dokumentiert ist, hat in Italien Empörung ausgelöst.

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Videos, die sich seit Sonntag in Onlinediensten verbreiten, zeigen, wie zwei Polizisten einen Mann in Bauchlage am Boden festhalten. Der Mann schreit zunächst vergeblich um Hilfe und bleibt dann bewegungslos mit dem Gesicht auf dem Asphalt liegen, während die Polizisten ihm Hände und Füße fesseln. Zwei Sanitäter sehen zunächst unbeteiligt zu. Nach einer Weile drehen sie den Mann auf den Rücken und transportieren ihn ab.

Der 42 Jahre alte Abderrahim Fakir lebte seit seiner frühen Kindheit in Italien und hatte gültige Papiere. Die Rechtsanwältin Barbara Spinelli, die ihm bei der Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis unterstützt hatte, nannte ihn einen "freundlichen, gut ausgebildeten, respektvollen Menschen". Sie habe versucht, seine Furcht vor einer Ausweisung zu zerstreuen. "Jetzt kann ich niemandem mehr sagen, dass er keine Angst zu haben braucht", sagte Spinelli.

Die Hintergründe der Festnahme waren zunächst unklar. Nach italienischen Medienberichten sprachen die beteiligten Polizisten von einer psychiatrischen Krise des Mannes.

Der Rechtsaußen-Vizeregierungschef Matteo Salvini verteidigte den Polizeieinsatz. Die Beamten hätten sich "professionell verhalten", sagte er. Die Senatorin Ilaria Cucchi von den Grünen hingegen prangerte eine "unmenschliche Tat" an und warf der Regierung vor, "Hass und Rassismus" zu fördern.

(U.Beriyev--DTZ)

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