Deutsche Tageszeitung - Tod von Australierin im Gazastreifen: Canberra spricht von "schwieriger" Beziehung zu Israel

Tod von Australierin im Gazastreifen: Canberra spricht von "schwieriger" Beziehung zu Israel


Tod von Australierin im Gazastreifen: Canberra spricht von "schwieriger" Beziehung zu Israel
Tod von Australierin im Gazastreifen: Canberra spricht von "schwieriger" Beziehung zu Israel / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts der Entscheidung der israelischen Armee, den Tod einer Australierin im Gazastreifen nicht weiter zu untersuchen, hat Australiens Außenministerin Penny Wong die Beziehungen zwischen den beiden Ländern als "schwierig" bezeichnet. "Die australische Regierung wird Israel weiterhin dazu drängen, der Gerechtigkeit Genüge zu tun", sagte Wong am Donnerstag vor Journalisten, nachdem sie mit dem israelischen Botschafter gesprochen hatte.

Textgröße ändern:

Die australische Mitarbeiterin der Hilfsorganisation World Central Kitchen, Lalzawmi "Zomi" Frankcom, war 2024 bei einem israelischen Angriff auf ihren Fahrzeug-Konvoi gemeinsam mit sechs Kollegen getötet worden.

Die israelische Armee hatte zuvor bekanntgegeben, dass sie den Vorfall nicht im Rahmen von strafrechtlichen Ermittlungen untersuchen werde, was in der australischen Regierung zu Empörung führte. Wong bestellte den israelischen Botschafter Hillel Newman ein. Sie bezeichnete die Entscheidung der israelischen Armee als "besonders beleidigend und verletzend", weil sie am Welttag der Humanitären Hilfe am 19. August bekanntgegeben worden war.

Die Außenministerin wies zudem ihren Botschafter in Israel an, der dortigen Regierung "direkt unsere Ansichten" zu übermitteln. Nach dem Gespräch mit dem Vertreter Israels in Canberra sagte Wong, sie habe "kein Vertrauen" in die israelischen Ermittlungen zu den Tötungen.

Israels Botschafter Newman bedauerte Frankcoms Tod, betonte aber zugleich, Israel habe nicht die Absicht gehabt, die Mitarbeiter der Hilfsorganisation anzugreifen oder in irgendeiner Form zu verletzen. "Die Entscheidung ist, dass es keine strafrechtliche Haftung gibt. Wir müssen diese Schlussfolgerung respektieren", sagte er.

Der Gründer von World Central Kitchen, Starkoch José Andrés, erklärte im Onlinedienst X, die israelische Entscheidung sei "falsch und schmerzhaft für uns alle". Er forderte eine unabhängige Kommission, um den Vorfall zu untersuchen.

Bei dem israelischen Drohnenangriff im April 2024 waren im Gazastreifen sieben Mitarbeiter der Hilfsorganisation, die unter anderem aus Australien, Großbritannien, Polen und Kanada stammten, getötet worden. Die israelische Armee sprach anschließend von einem "schweren Fehler".

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Spahn gibt auch Vorsitz von CDU Münsterland ab

Nach dem Unions-Fraktionsvorsitz will Jens Spahn (CDU) auch in seiner Heimat den Vorsitz des CDU-Bezirks Münsterland abgeben. "Ich habe mich entschieden, nicht erneut für den Vorsitz der CDU-Münsterland zu kandidieren", sagte Spahn den "Westfälischen Nachrichten" vom Donnerstag. Der CDU-Politiker entschloss sich der Zeitung zufolge nach Sondierungsgesprächen mit den Kreisvorsitzenden seiner Partei für den Schritt.

BSW-Politikerin Wolf: Wagenknecht hat Grenze überschritten mit AfD-Annäherung

Thüringens BSW-Chefin Katja Wolf hat Parteigründerin Sahra Wagenknecht für ihren Umgang mit der AfD scharf kritisiert. "Mit der Annäherung an die AfD hat Sahra Wagenknecht eine Grenze überschritten", sagte Wolf der Wochenzeitung "Die Zeit" nach Angaben vom Donnerstag. "Sie geht ja nicht nur inhaltlich auf die extreme Rechte zu, sondern bietet sich ihnen als Machtoption an."

Trump kündigt "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran an - Teheran reagiert gelassen

Ein "wirtschaftlicher D-Day": Angesichts der stockenden Verhandlungen hat US-Präsident Donald Trump einen umfassenden "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran angekündigt. Es werde sich um "die vernichtendste Wirtschaftsoperation" aller Zeiten handeln, schrieb er am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social. Zudem drohte Trump jedem Land, das den Iran unterstütze oder mit ihm Geschäfte mache, mit "enormen" Strafmaßnahmen. Teheran tat Trumps Pläne als "gescheiterte Politik" ab.

Nach 56 Jahren: Antisemitischer Anschlag mit sieben Toten in München aufgeklärt

Einer der schlimmsten antisemitischen Anschläge der Bundesrepublik ist aufgeklärt - 56 Jahre nach der Tat. Ein inzwischen gestorbener Neonazi legte im Februar 1970 vermutlich den Brand in einem jüdischen Altersheim in München, wie die Generalstaatsanwaltschaft in der bayerischem Landeshauptstadt am Donnerstag mitteilte. Der Tatverdacht gegen ihn habe sich durch neue Ermittlungen erhärtet. Bei dem Anschlag waren sieben Menschen getötet worden.

Textgröße ändern: