Deutsche Tageszeitung - Trump kündigt "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran an - Teheran reagiert gelassen

Trump kündigt "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran an - Teheran reagiert gelassen


Trump kündigt "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran an - Teheran reagiert gelassen
Trump kündigt "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran an - Teheran reagiert gelassen / Foto: © AFP

Ein "wirtschaftlicher D-Day": Angesichts der stockenden Verhandlungen hat US-Präsident Donald Trump einen umfassenden "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran angekündigt. Es werde sich um "die vernichtendste Wirtschaftsoperation" aller Zeiten handeln, schrieb er am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social. Zudem drohte Trump jedem Land, das den Iran unterstütze oder mit ihm Geschäfte mache, mit "enormen" Strafmaßnahmen. Teheran tat Trumps Pläne als "gescheiterte Politik" ab.

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"Heute kündige ich die vernichtendste Wirtschaftsoperation an, die je gegen ein Land ausgeführt wurde", hieß es in der mit vielen Großbuchstaben versehenen Erklärung von Trump. "Dies wird ein Wirtschaftskrieg und eine Isolation in beispiellosem Ausmaß sein." In seinem Beitrag sprach der US-Präsident von einem "wirtschaftlichen D-Day", in Anspielung an die Landung der Alliierten an der Atlantikküste Frankreichs im Zweiten Weltkrieg.

"Ich kündige zudem an, dass jedes Land, das seinen Finanzinstituten, Unternehmen, Flughäfen oder staatlichen Stellen gestattet, dem Iran irgendeine Art von Rettungsleine zu reichen, selbst mit enormen wirtschaftlichen Konsequenzen rechnen muss", schrieb der US-Präsident weiter. Als Beispiele nannte er "Ölschmuggel" sowie "Bargeldtransfers, Wechselstuben, Schiffsregister, Scheinfirmen".

Trump machte keine Angaben dazu, welche Länder seiner Meinung nach mit Teheran zusammenarbeiten. Auch ließ er offen, wie die Konsequenzen für diese Länder genau aussehen sollen.

Teheran reagierte gelassen auf den angekündigten Wirtschaftskrieg. "Der sogenannte 'wirtschaftliche D-Day' dient der Ablenkung von Amerikas eigener Krise: beispiellose Schulden und explodierende Zinskosten", erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi im Onlinedienst X. "Ein Festhalten an gescheiterter Politik wird nur weitere Niederlagen bringen sowie die Feindschaft der Iraner."

Araghtschi warf den USA zudem "Wirtschaftsterrorismus" vor. Dieser "bedroht die Weltwirtschaft und die Souveränität weltweit", erklärte der iranische Chefdiplomat.

Bereits in der vergangenen Woche hatte US-Finanzminister Scott Bessent dem Iran mit einer wirtschaftlichen Isolation "wie sie die Welt noch nicht gesehen hat" gedroht. Dabei würden die USA "verhindern, dass irgendetwas in die iranischen Häfen hinein- oder aus ihnen herausgelangt". Zudem solle der finanzielle Druck auf Teheran erhöht werden.

Der Iran-Krieg dauert inzwischen bereits seit knapp sechs Monaten an. Die nun von Trump verkündete Verschärfung des wirtschaftlichen Drucks erfolgt zu einem Zeitpunkt, da weder eine diplomatische noch eine militärische Lösung in Sicht erscheint.

Der US-Präsident steht wegen des Krieges innenpolitisch unter massivem Druck. Dieser wird durch die im November anstehende Kongresswahl, bei der Trumps Republikanern eine Niederlage droht.

(O.Tatarinov--DTZ)

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