Deutsche Tageszeitung - Saudi-Arabien will in Manga-Vergnügungspark bei Paris investieren

Saudi-Arabien will in Manga-Vergnügungspark bei Paris investieren


Saudi-Arabien will in Manga-Vergnügungspark bei Paris investieren
Saudi-Arabien will in Manga-Vergnügungspark bei Paris investieren / Foto: © AFP

Saudi-Arabien will in einen Manga-Vergnügungspark in der Nähe von Paris investieren. Eine entsprechende Grundsatzvereinbarung wurde am Rande des Besuchs des saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in Paris am Montag unterzeichnet, wie das französische Präsidialamt mitteilte.

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Insgesamt sieht das 6 Milliarden Euro schwere Investitionsprojekt den Bau von drei Vergnügungsparks vor - davon soll sich einer thematisch an die erfolgreiche Mangaserie "Dragon Ball" anlehnen. Das Vorhaben soll ähnliche Ausmaße haben wie Disneyland Paris und etwa 22.000 Arbeitsplätze schaffen. "Beide Politiker haben bemerkt, dass sie die Begeisterung für Mangas teilen", hieß es im Elysée.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfing bin Salman am späten Nachmittag zu diplomatischen Gesprächen. Dabei sollte es nach Angaben des französischen Präsidialamts vor allem um die "regionalen Herausforderungen" im Nahen Osten und in der Golfregion gehen. Anschließend sollten mehrere Wirtschaftsabkommen unterzeichnet werden.

Frankreich hat sich in den vergangenen Jahren an Saudi-Arabien angenähert. 2025 organisierten beide Länder unter dem Dach der Uno eine internationale Konferenz zur Zweistaatenlösung im Nahen Osten. Eine ebenfalls gemeinsam geplante Libanon-Konferenz ist wegen der angespannten Lage auf unbestimmte Zeit verschoben.

Am Vortag waren Macron und bin Salman bereits gemeinsam beim Abschluss des Esports World Cups im Pariser Grand Palais aufgetreten. Diese E-Sport-Meisterschaft, bei der hohe Preisgelder ausgeschüttet werden, findet seit 2022 in Riad statt. Kritiker werfen Saudi-Arabien vor, mit Investitionen in E-Sport sein internationales Image aufbessern zu wollen. Wegen der Konflikte in der Golfregion wurde die Veranstaltung in diesem Jahr nach Paris verlegt.

Der Paris-Besuch bin Salmans löste heftige Kritik aus. Mehrere Journalistengewerkschaften verwiesen auf die "direkte Verantwortung", die US-Geheimdienste Bin Salman bei der Ermordung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi zugeschrieben hätten. Nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen sind derzeit 18 Journalisten in Saudi-Arabien inhaftiert. Im vergangenen Jahr seien in Saudi-Arabien zudem 356 Menschen hingerichtet worden.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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