Deutsche Tageszeitung - Deutschland genehmigt Einreise von Taliban-Vertretern - für "technische Fragen"

Deutschland genehmigt Einreise von Taliban-Vertretern - für "technische Fragen"


Deutschland genehmigt Einreise von Taliban-Vertretern - für "technische Fragen"
Deutschland genehmigt Einreise von Taliban-Vertretern - für "technische Fragen" / Foto: © AFP

Die Bundesregierung hat die Einreise einer technischen Delegation der radikalislamischen Taliban-Regierung genehmigt, um Abschiebungen von Afghanen in ihre Heimat zu beschleunigen. Die Delegation solle in den afghanischen Auslandsvertretungen in Deutschland "technische Unterstützung" leisten, um deren "Leistungsfähigkeit" zu steigern, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin. Gespräche mit deutschen Regierungsvertretern seien nicht geplant.

Textgröße ändern:

Es gehe um "rein technische Fragen" - etwa die Instandsetzung von Geräten, damit Etiketten in Pässe gedruckt werden können und Ähnliches, sagte der Außenamtssprecher. Es sei "das klare Ziel der Bundesregierung, die Anzahl von Abschiebungen nach Afghanistan zu erhöhen", betonte er. "Dafür müssen auch die technischen Voraussetzungen gegeben sein." Es liege auch im deutschen Interesse, "dass die afghanischen Auslandsvertretungen in der Lage sind, konsularische Dienstleistungen für die rund 450.000 afghanischen Staatsangehörigen in Deutschland durchzuführen".

Die Taliban-Vertreter hätten ein Kurzzeitvisum bekommen, das räumlich auf Deutschland beschränkt sei, sagte der Sprecher weiter. Sie seien vor der Einreise einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen worden.

Die Bundesregierung erkennt die Taliban-Regierung in Kabul zwar nicht offiziell an, ist aber in Kontakt mit ihr. Die weitgehende Übernahme der diplomatischen Vertretungen in Deutschland hat Berlin ermöglicht - anders als etwa in Österreich und zahlreichen anderen Staaten. Neben der Botschaft gibt es Generalkonsulate in Bonn und München. Treibende Kraft ist dabei Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), ausgewiesenes Ziel sind mehr Abschiebungen.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Nach CDU-Wahldesaster in Sachsen-Anhalt: Landesvorstand zieht Konsequenzen

Nach dem Debakel der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zieht der Landesvorstand der Partei Konsequenzen. "Wir werden die Partei neu aufstellen", sagte Ministerpräsident und CDU-Landeschef Sven Schulze am Montagabend nach einer Vorstandssitzung in Magdeburg. Auf einem Sonderparteitag voraussichtlich im November oder Dezember "wird der gesamte Landesvorstand neu gewählt".

Tausende demonstrieren in Berlin nach AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben in Berlin tausende Menschen gegen den Wahlsieger AfD protestiert. Zu einer Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin kamen am Montagabend rund 5000 Menschen, wie die Polizei mitteilte. Das Netzwerk Campact, das zusammen mit Fridays for Future unter dem Motto "Zeit zum Handeln: AfD stoppen" zum Protest in Berlin aufgerufen hatte, nannte die Zahl von 14.000 Teilnehmern.

Finnland errichtet 200 Kilometer langen Zaun an Grenze zu Russland

Zur Abschreckung von illegalen Migranten aus Russland hat Finnland einen 200 Kilometer langen Zaun an der gemeinsamen Grenze errichtet. Dieser sei Bestandteil der Grenzsicherung und solle neben einer Überwachung auch dabei helfen, "Menschen bei Bedarf vom finnischen Hoheitsgebiet fernzuhalten", sagte Innenministerin Mari Rantanen am Montag bei einer Veranstaltung nahe des Grenzübergangs Nuijamaa im Südosten des Landes. Der Stacheldrahtzaun ist 4,5 Meter hoch und mit Kameras und Sensoren ausgestattet.

Roboter demonstrieren in Warschau für Regulierung von Künstlicher Intelligenz

Ungewöhnlicher Protest in Warschau: Rund 30 Roboter haben am Montag vor dem polnischen Digitalministerium für eine Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Arbeitswelt demonstriert. Sie schwenkten Fahnen, "skandierten" Parolen und marschierten im Kreis. Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative Democratism, die ihrer Website zufolge eine Debatte darüber anstoßen will, "wie KI und Robotisierung den Arbeitsmarkt betreffen".

Textgröße ändern: