Deutsche Tageszeitung - Mindestens 25 Tote bei Angriff auf Tempel in Kabul

Mindestens 25 Tote bei Angriff auf Tempel in Kabul


Mindestens 25 Tote bei Angriff auf Tempel in Kabul
Mindestens 25 Tote bei Angriff auf Tempel in Kabul / Foto: ©

Bei dem mutmaßlichen IS-Angriff auf einen Tempel der Sikh- und Hindugemeinschaft in Kabul sind mindestens 25 Zivilisten getötet worden. Acht weitere Menschen seien verletzt worden, teilte das Innenministerium in der afghanischen Hauptstadt am Mittwoch mit. Ein Angreifer wurde demnach getötet, 80 Menschen konnten aus dem Tempel gerettet werden.

Textgröße ändern:

Mehrere Angreifer waren am Morgen in das Gotteshaus eingedrungen und hatten sich Gefechte mit Sicherheitskräften geliefert, die versuchten, die Menschen im Tempel zu befreien. Ein Mitglied der Sikh-Gemeinde im afghanischen Parlament, Anarkali Kaur Honarjar, sagte, zum Zeitpunkt des Angriffs hätten sich rund 150 Menschen in dem Gebäude befunden.

Zu dem Angriff bekannte sich nach Angaben der auf die Beobachtung islamistischer Netzwerke spezialisierten US-Gruppe SITE die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). SITE berief sich auf ein entsprechendes Bekenntnis beim IS-Propagandaorgan Amaq.

Die radikalislamischen Taliban hatten eine Verantwortung für die Tat zuvor bereits zurückgewiesen. Der IS hat in der Vergangenheit bereits wiederholt Anschläge auf religiöse Minderheiten in Afghanistan verübt, darunter auf die Sikh- und Hindugemeinde. In dem mehrheitlich muslimischen Afghanistan leben schätzungsweise rund tausend Sikhs und Hindus.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Erster Wahlkampfauftritt von Trump seit Attentat - Druck auf Biden wächst weiter

Der Wahlkampf in den USA geht vorerst ohne US-Präsident Joe Biden weiter: Während der Amtsinhaber wegen seiner Corona-Infektion eine Pause einlegen muss, absolviert sein Widersacher Donald Trump am Samstag seinen ersten Auftritt nach dem Attentat auf ihn vor einer Woche. Bei der Wahlkampfkundgebung in Grand Rapids im Bundesstaat Michigan will der frisch gekürte republikanische Präsidentschaftskandidat zusammen mit seinem Vizekandidaten J.D. Vance auftreten. Derweil wächst der Druck auf Biden, auf seine Kandidatur zu verzichten.

Todesstrafe für Deutschen in Belarus: Minsk in "Konsultationen" mit Berlin

Nach dem Todesstrafen-Urteil gegen einen Deutschen in Belarus ist die Regierung in Minsk nach eigenen Angaben in "Konsultationen" mit der Bundesregierung. Dabei würden "konkrete Lösungen" gesucht, teilte am Samstag das belarussische Außenministerium mit. In dem Fall geht es um einen 30-jährigen Deutschen, der nach Angaben der belarussischen Menschenrechtsorganisation Wjasna wegen "Terrorismus" und "Söldnertum" zum Tode verurteilt wurde.

Pistorius beharrt auf finanzpolitischen Kurswechsel - Rüge von Mützenich

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) lässt nicht nach mit seiner Kritik am geplanten Wehretat für das kommenden Jahr. Am Samstag stellte er nun sogar den finanzpolitischen Kurs der Ampelkoalition grundsätzlich in Frage - und erhielt für seine Forderungen Widerspruch aus der eigenen Partei. "Wir müssen uns in der Bundesregierung noch einmal grundsätzlich darüber unterhalten, wie wir unsere Sicherheit gewährleisten wollen", sagte Pistorius dem "Tagesspiegel".

Zypern: Keine Anzeichen auf Versöhnung am 50. Jahrestag der türkischen Invasion

Keine Hoffnung auf Versöhnung: Am 50. Jahrestag des türkischen Einmarsches im Norden Zyperns haben beide Seiten ihre unterschiedlichen Visionen für die Zukunft der Mittelmeerinsel bekräftigt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan lehnte am Samstag im türkisch kontrollierten Teil der Hauptstadt Nikosia erneute Gespräche über eine Wiedervereinigung Zyperns ab. Auf der anderen Seite der Demarkationslinie betonte derweil der Präsident der Republik Zypern, Nikos Christodoulides, für die Zyprer gebe es "keine andere Option" als die Wiedervereinigung.

Textgröße ändern: