Deutsche Tageszeitung - Militärkoalition ruft wegen Corona-Pandemie Waffenruhe im Jemen aus

Militärkoalition ruft wegen Corona-Pandemie Waffenruhe im Jemen aus


Militärkoalition ruft wegen Corona-Pandemie Waffenruhe im Jemen aus
Militärkoalition ruft wegen Corona-Pandemie Waffenruhe im Jemen aus / Foto: ©

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat wegen der Corona-Pandemie eine zweiwöchige Waffenruhe im Jemen ausgerufen. "Wir erwarten, dass die Huthi-Rebellen dies akzeptieren", sagte ein hochrangiger saudiarabischer Beamter am Mittwoch. Die Waffenruhe solle am Donnerstag um 11.00 Uhr (MESZ) beginnen. "Wir bereiten den Boden für den Kampf gegen Covid-19", erklärte der Vertreter der Militärkoalition. Die Huthi-Rebellen äußerten sich zunächst nicht zu dem Vorstoß.

Textgröße ändern:

Die Militärkoalition verpflichte sich zu der Waffenruhe, behalte sich aber im Falle eines Angriffs das Recht auf Verteidigung vor, erklärte der saudiarabische Beamte. Sollten die Huthi "positiv" auf den Schritt reagieren, könnte die Waffenruhe verlängert werden.

Vor gut zwei Wochen hatten die jemenitische Regierung, die Huthi-Rebellen und Saudi-Arabien bereits einem Aufruf zu einer Waffenruhe von UN-Generalsekretär António Guterres zugestimmt, ohne jedoch konkrete Vorschläge zur Umsetzung zu machen.

Bislang wurde im Jemen noch keine Infektion mit dem Coronavirus registriert. In dem Land ist die medizinische Grundversorgung bereits wegen jahrelanger Kampfhandlungen eingebrochen. Experten fürchten eine Katastrophe, sollte die Pandemie auf das Land übergreifen.

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Zehntausende Menschen wurden in dem Konflikt getötet; bei den meisten Opfern handelt es sich nach Angaben von Hilfsorganisationen um Zivilisten.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

"Mir geht es gut": Biden will bei Wahlkampfauftritt Zweifel an geistiger Fitness zerstreuen

US-Präsident Joe Biden hat bei einem Wahlkampfauftritt im umkämpften Bundesstaat Michigan versucht, Zweifel an seiner geistigen Fitness zu zerstreuen. "Wir müssen diese Arbeit zu Ende bringen. Und ich verspreche Ihnen, dass es mir gut geht", sagte der 81-Jährige am Freitag (Ortszeit) bei einem Treffen mit Anhängern in Northville in Michigan - einem Bundesstaat, der entscheidend für die Präsidentschaftswahl im November sein wird.

Scholz: Stationierung von US-Langstreckenwaffen trägt zu Sicherheit Deutschlands bei

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die Entscheidung der USA, erstmals seit den 1990er Jahren Langstreckenwaffen in Deutschland zu stationieren, als Beitrag zur Sicherheit des Landes bezeichnet. "Das erhöht die Sicherheit wegen der Abschreckungswirkung", sagte Scholz am Freitag nach einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Fumio Kishida in Berlin. Die Entscheidung Washingtons füge sich "im besten Sinne" in die deutsche Sicherheitsstrategie infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, sagte Scholz weiter.

Moskau: Telefonat mit US-Verteidigungsminister zu Verringerung von "Eskalationsgefahr"

Zwei Tage nach der Ankündigung Washingtons zur Stationierung von US-Langstreckenraketen in Deutschland haben der russische Verteidigungsminister Andrej Beloussow und sein US-Kollege Lloyd Austin nach russischen Angaben vom Freitag telefoniert und über eine Verringerung des Risikos einer "möglichen Eskalation" gesprochen. Die Initiative für das Telefonat sei von Moskau ausgegangen, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Dabei seien "die Frage einer Vermeidung von Sicherheitsbedrohungen und die Reduzierung der Gefahr einer möglichen Eskalation erörtert worden".

Frankreich: Weiterhin keine Regierungsmehrheit und Streit im Macron-Lager

Nach der Parlamentswahl in Frankreich zeichnet sich angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse nach wie vor keine Regierungsmehrheit ab. Der amtierende Premier Gabriel Attal aus dem Lager von Präsident Emmanuel Macron bekräftigte am Freitag, er werde sich "gegen jede Regierung wehren", der Minister der Rechtspopulisten des Rassemblement National (RN) oder der linkspopulistischen La France Insoumise (LFI) angehören. Unterdessen gibt es Beobachtern zufolge erheblichen Unmut innerhalb des Macron-Lagers.

Textgröße ändern: