Deutsche Tageszeitung - Steinmeier mahnt zu Sorgsamkeit und Solidarität in Corona-Krise

Steinmeier mahnt zu Sorgsamkeit und Solidarität in Corona-Krise


Steinmeier mahnt zu Sorgsamkeit und Solidarität in Corona-Krise
Steinmeier mahnt zu Sorgsamkeit und Solidarität in Corona-Krise / Foto: ©

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Menschen in Deutschland weiter zu Sorgsamkeit und Verantwortungsbewusstsein in der Corona-Krise gemahnt. Gerade angesichts der in dieser Woche erfolgten ersten Lockerungen sei es wichtig, "diesen Weg nicht zu gefährden", sagte Steinmeier am Mittwoch in einer Video-Botschaft. Mit Blick auf die harten wirtschaftlichen Folgen für viele Menschen rief er zu Solidarität und fairem Miteinander auf.

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"Viele Menschen in unserem Land sind in diesen Tagen beunruhigt und machen sich große Sorgen um ihre wirtschaftliche Zukunft", sagte der Bundespräsident. Die Krise treffe zwar alle, "aber sie trifft nicht alle Menschen gleich". Homeoffice sei vielleicht nicht das, was sich viele wünschen, doch sei es etwas anderes, als bei Kurzarbeit nur noch 60 Prozent des Gehalts zu bekommen.

Auch finde es zwar kaum jemand schön, bei Sonnenschein zu Hause zu bleiben, "aber es ist doch ein Unterschied, ob man etwas Grün ums Haus hat oder mit vier Kindern in einer kleinen Wohnung ohne Balkon lebt". In der Wirtschaft seien manche Branchen stärker erschüttert als andere, "insbesondere viele Kleinunternehmer, Gastwirte, Hoteliers, Freiberufler und Kulturschaffende wissen oft nicht, wie lange sie noch durchhalten können".

Steinmeier würdigte in diesem Zusammenhang gelebte Solidarität mit betroffenen Geschäftsleuten, aber auch von vielen Mittelständlern gegenüber ihren Mitarbeitern. "Ich wünsche mir, dass diejenigen von uns, die glimpflich durch diese Krise kommen, auch weiterhin bereit sind, jene zu unterstützen, die wegen Corona wirtschaftlich in schwerem Fahrwasser sind", sagte der Bundespräsident. Auch die Hilfen des Staates seien ein Teil dieser Solidarität.

Allerdings werde diese Solidarität auch nach der Pandemie erforderlich sein. Das Geld, dass der Staat sich jetzt leihen müsse, um es zu verteilen, "wird später zurückzuzahlen sein". Wie dies geschehe, "darüber müssen wir nach der Krise demokratisch entscheiden".

All dies werde Spuren hinterlassen und "wir werden einiges von dem gemeinsam erarbeiteten Wohlstand preisgeben". Gleichwohl äußerte sich Steinmeier optimistisch: "So wie wir das Virus gemeinsam besiegen werden, so werden wir uns mit Fleiß und Klugheit auch aus dem wirtschaftlichen Tal gemeinsam wieder herausarbeiten."

Zudem verwies er auch auf Chancen, die sich öffneten: Es gebe viel Kreativität und Innovationskraft und plötzlich seien Dinge möglich, "die vor der Krise noch Jahre entfernt schienen". Überall werde experimentiert und digitalisiert. Zudem gebe es "eine neue Nachdenklichkeit", die danach frage, "ob jeder Termin, zu dem wir gefahren oder geflogen sind, die Wichtigkeit hatte, die wir ihm zugemessen haben" und ob es nicht auch "weniger aufwendige Möglichkeiten der Verständigung und Kommunikation gibt".

(P.Tomczyk--DTZ)

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