Deutsche Tageszeitung - Verbände: Angekündigte Maßnahmen zur Staatsmodernisierung müssen zügig ankommen

Verbände: Angekündigte Maßnahmen zur Staatsmodernisierung müssen zügig ankommen


Verbände: Angekündigte Maßnahmen zur Staatsmodernisierung müssen zügig ankommen
Verbände: Angekündigte Maßnahmen zur Staatsmodernisierung müssen zügig ankommen / Foto: © AFP

Mehrere Wirtschaftsverbände haben gefordert, dass die in Angriff genommenen Maßnahmen zur Staatsmodernisierung und zum Bürokratieabbau rasch in den Unternehmen ankommen. "Aus Ankündigungen müssen jetzt endlich Taten werden", forderte BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner. "Die Wirtschaft erwartet, dass die Bundesregierung bei Staatsmodernisierung, Bürokratieabbau und Verwaltungsdigitalisierung sichtbar mehr Tempo macht." Die Ungeduld wachse.

Textgröße ändern:

Auch der Digitalverband Bitkom erklärte, das erste Jahr der Modernisierungsagenda sei ambitioniert gewesen und im zweiten Jahr müsse diese nun "in der Breite ankommen, indem aus Pilotprojekten Alltag wird". So müsse es rasch überall und nicht nur an einigen Standorten möglich sein, ein Unternehmen innerhalb von 24 Stunden zu gründen. KI-Anwendungen, die sich in einzelnen Behörden bewährt hätten, müssten bundesweit genutzt werden.

Das Deutsche Handwerk drängte darauf, dass die Betriebe im im Alltag weniger bürokratische Belastung spüren. Der Verband (ZDH) forderte daher ein ambitioniertes Gesetz zur Reduzierung der Berichts- und Dokumentationspflichten. Bürokratieabbau sei Wirtschaftspolitik, betonte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke.

Anlass der Äußerungen ist der Zwischenbericht zur Umsetzung der Modernisierungsagenda des Bundes aus dem Haus von Digitalminister Karsten Wildberger (CDU), den das Kabinett am Mittwoch beschloss. Darin zog Wildberger eine zufriedene Bilanz der bisher erreichten Maßnahmen, er sieht aber noch viel Arbeit auf dem Weg zu einem modernen Staat. "Wir müssen weiter strikt Kurs halten und das Tempo hochhalten", erklärte er.

In dem Bericht wird das bereits Erreichte aufgelistet: So seien Firmengründungen vereinfacht und Baugenehmigungen beschleunigt und der jährliche Erfüllungsaufwand sei bereits um über zehn Milliarden Euro gesenkt worden. In Unternehmen wurden die gesetzlich vorgeschriebenen Beauftragten reduziert. All das sei aber nur der Anfang, betonte Wildberger. Das Ministerium erarbeitet derzeit ein Berichtsentlastungsgesetz, zu dem bis zum Jahresende Eckpunkte stehen sollen.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Thüringens Ministerpräsident Voigt kämpft nicht mehr um Doktortitel

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) kämpft nicht mehr um seinen wegen Plagiatsvorwürfen entzogenen Doktortitel. Als Regierungschef gehöre seine ganze Kraft, Energie und Aufmerksamkeit den Bürgern Thüringens, sagte Voigt am Mittwoch vor einer Landtagssitzung in Erfurt vor Journalisten. Deswegen habe er sich "entschieden, den Rechtsstreit um meine Dissertation einzustellen".

Studie: Mehr als ein Drittel der Studierenden in Deutschland von Armut betroffen

Mehr als ein Drittel der Studierenden in Deutschland sind einer Studie zufolge von Armut betroffen. Die Armutsquote liege bei 37,8 Prozent und sei damit mehr als doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung, heißt es in einer Untersuchung, die am Mittwoch vom Paritätischen Gesamtverband und dem Deutschen Studierendenwerk vorgestellt wurde. Darin wird vor allem auf die hohen Wohnkosten für Studentinnen und Studenten verwiesen. Die geplante Bafög-Reform kritisierten beide Organisationen als unzureichend.

"Einer der abscheulichsten Angriffe": 15 Tote bei russischen Attacken auf die Ukraine

Bei massiven russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben am Mittwoch mindestens 15 Menschen getötet worden. Alleine neun seien bei einem Raketenangriff auf ein Wohngebäude im Norden des Landes getötet worden, erklärte die ukrainische Polizei. Unter den Opfern seien auch drei Kinder. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die jüngsten Attacken mit Dutzenden Raketen und mehr als hundert Drohnen als "einen der abscheulichsten Angriffe" seit Kriegsbeginn.

Prien: CDU-Stimmen für AfD-Politiker Rausch wären "vollkommen inakzeptabel"

Führende CDU-Politikerinnen haben sich besorgt gezeigt über die Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt. Es sei noch nicht geklärt, wer in der geheimen Wahl für Rausch gestimmt habe, sagte CDU-Vize und Bundesfamilienministerin Karin Prien am Mittwoch dem Sender RBB. "Aber ich will deutlich sagen: Sollten es Kolleginnen und Kollegen der CDU-Landtagsfraktion gewesen sein, dann ist das natürlich vollkommen inakzeptabel."

Textgröße ändern: