Deutsche Tageszeitung - Thüringens Ministerpräsident Voigt kämpft nicht mehr um Doktortitel

Thüringens Ministerpräsident Voigt kämpft nicht mehr um Doktortitel


Thüringens Ministerpräsident Voigt kämpft nicht mehr um Doktortitel
Thüringens Ministerpräsident Voigt kämpft nicht mehr um Doktortitel / Foto: © AFP/Archiv

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) kämpft nicht mehr um seinen wegen Plagiatsvorwürfen entzogenen Doktortitel. Als Regierungschef gehöre seine ganze Kraft, Energie und Aufmerksamkeit den Bürgern Thüringens, sagte Voigt am Mittwoch vor einer Landtagssitzung in Erfurt vor Journalisten. Deswegen habe er sich "entschieden, den Rechtsstreit um meine Dissertation einzustellen".

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Die Technische Universität Chemnitz hatte Voigt den Doktortitel entzogen. Nach früheren Angaben seines Anwalts wird ihm vorgeworfen, er habe in seiner Doktorarbeit von ihm zitierte Quellen nicht im Original ausgewertet, sondern blind aus Sekundärliteratur übernommen. Der Entzug des Doktortitels sorgte in Thüringen für politische Verwerfungen - die AfD versuchte seither zweimal, den Ministerpräsidenten deshalb zu stürzen.

Voigt sagte, der Verzicht auf weitere Klagen sei eine Entscheidung, die ihm nicht leicht falle. Ein Rechtsstreit erfordere aber Zeit, Energie und Aufmerksamkeit und werde Jahre dauern. Diese Aufmerksamkeit und Energie wolle er Thüringen geben. "Ich möchte ohne irgendwelche Abstriche mich darauf konzentrieren, was vor uns liegt."

Voigt hatte bei Bekanntwerden des Titelentzugs im Januar die Vorwürfe als "nicht nachvollziehbar" bezeichnet und als Privatmensch ursprünglich eine Klage vor dem zuständigen Verwaltungsgericht angekündigt. Voigt erklärte stets, der "wissenschaftliche Kern" seiner vor bald 20 Jahre eingereichten Arbeit sei unstrittig.

Ein selbsternannter sogenannter Plagiatsjäger, der bereits mit Vorwürfen gegen mehrere Politiker für Schlagzeilen sorgte, hatte im Sommer 2024 die Vorwürfe gegen Voigt erhoben. Dieser war damals noch Spitzenkandidat der CDU für die spätere Landtagswahl in Thüringen. In seiner Doktorarbeit ging es um Präsidentschaftswahlkämpfe in den USA.

Voigt führt in Thüringen eine Minderheitsregierung aus CDU, SPD und der BSW-Nachfolgepartei Thüringen Gerecht. Das Thüringer BSW zerfiel vor einigen Wochen im Streit mit der Bundesspitze der Partei um die Regierungsbeteiligung im Freistaat endgültig. Der Großteil der ehemaligen BSW-Abgeordneten im Landtag gründete die neue Partei Thüringen Gerecht und bildete eine Fraktion mit dem Namen.

(V.Varonivska--DTZ)

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