Deutsche Tageszeitung - "Russlands Google": Drohnenangriff beschädigt Jandex-Rechenzentrum

"Russlands Google": Drohnenangriff beschädigt Jandex-Rechenzentrum


"Russlands Google": Drohnenangriff beschädigt Jandex-Rechenzentrum
"Russlands Google": Drohnenangriff beschädigt Jandex-Rechenzentrum / Foto: © AFP/Archiv

Ein Rechenzentrum des russischen Technologieunternehmens Jandex ist am Donnerstag bei einem ukrainischen Drohnenangriff beschädigt worden. Der erste Angriff dieser Art verursachte ein Feuer in dem Rechenzentrum und beschädigte "einen Teil seiner Infrastruktur", wie ein Sprecher des Konzern am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Jandex gilt als "Russlands Google".

Textgröße ändern:

"Das Rechenzentrum hat seinen Betrieb vollständig eingestellt, und einige Jandex-Dienste sind für Nutzer möglicherweise nicht verfügbar", fügte der Sprecher hinzu. Es habe keine Verletzten gegeben.

Jandex ist Russlands größtes Technologieunternehmen. Der Konzern betreibt neben der beliebtesten Suchmaschine des Landes auch eine Taxi-App und einen Service für Essensbestellungen, die von Millionen Menschen genutzt werden.

Das Rechenzentrum in Sasowo liegt in der Region Rjasan rund 370 Kilometer südöstlich von Moskau. Regionalgouverneur Pawel Malkow erklärte im Onlinedienst Telegram, zwei Drohnen seien in der Nacht in Rjasan abgefangen worden. Ein Dach eines Unternehmens im Gebiet Sasowo habe Feuer gefangen. Auf nicht verifizierten Aufnahmen in Onlinenetzwerken war eine dichte Rauchwolke zu sehen, die über dem Rechenzentrum aufstieg.

Der frühere Chef des ukrainischen Zentrums für den Kampf gegen Desinformation erklärte, die Ukraine sei für den Drohnenangriff verantwortlich. "Zwei können dieses Spiel spielen", schrieb er auf Telegram. Die Ukraine und Russland hatten in den vergangenen Monaten ihre Angriffe auf Ziele weit hinter der Front intensiviert. Die russische Armee nimmt dabei regelmäßig Rechen- und Logistikzentren ins Visier.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Merz empfängt britischen Premier Burnham zu Antrittsbesuch in Berlin

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den britischen Premierminister Andy Burnham zu dessen Antrittsbesuch in Berlin empfangen. Burnham wurde am Donnerstagmittag mit militärischen Ehren am Kanzleramt begrüßt. Bei den anschließenden Gesprächen sollte es laut der Bundesregierung unter anderem um europa- und wirtschaftspolitische Fragen gehen.

Bundestag streitet über Steuerreform - Ausgleich kalter Progression gefordert

"Eine Menge Geld" oder die "Fortschreibung der kalten Progression": Der Bundestag hat am Donnerstag in erster Lesung über die geplante Einkommensteuerreform debattiert. Während Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) seine Reform gegen Kritik verteidigte, sie bringe zu wenig Entlastung, verwies die Opposition darauf, dass am Ende nicht mehr Geld übrig bleibe. Auch der CDU-Wirtschaftsrat verlangte einen vollständigen Ausgleich der kalten Progression.

China schickt eigene Kandidatin ins Rennen um Nachfolge von WHO-Chef Tedros

China schickt eine eigene Kandidatin für den Chefposten bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Rennen - und könnte damit seinen Einfluss auf die UN-Sonderorganisation erhöhen. Die Gesundheitsexpertin Song Li bewerbe sich um die Nachfolge von WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning am Donnerstag in Peking. Die Kandidatur sei ein Bekenntnis zur internationalen Zusammenarbeit, hieß es weiter. Die Beziehungen zwischen der WHO und Peking sind allerdings nicht konfliktfrei.

Italiens Parlament billigt umstrittene Wahlrechtsreform von Meloni

Das italienische Parlament hat am Donnerstag eine umstrittene Wahlrechtsreform von Regierungschefin Giorgia Meloni gebilligt. Für die Gesetzesänderungen stimmten in Rom 227 Abgeordnete, dagegen votierten 164. Meloni hatte vor der Abstimmung mit ihrem Rücktritt gedroht, falls die Reform im Parlament durchfallen sollte.

Textgröße ändern: