Deutsche Tageszeitung - Festnahme in Polen nach möglichem Attentatsversuch auf Regierungschef und Minister

Festnahme in Polen nach möglichem Attentatsversuch auf Regierungschef und Minister


Festnahme in Polen nach möglichem Attentatsversuch auf Regierungschef und Minister
Festnahme in Polen nach möglichem Attentatsversuch auf Regierungschef und Minister / Foto: © AFP/Archiv

In Polen ist nach Hinweisen auf einen "möglichen Attentatsversuch" gegen Ministerpräsident Donald Tusk und Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz ein Verdächtiger festgenommen worden. "Der Mann, der mit einem Attentat gedroht hat, ist festgenommen worden", schrieb Tusk am Sonntag im Onlinedienst X. Er dankte der Polizei für ihr "schnelles und entschlossenes Eingreifen". Auch Innenminister Marcin Kierwinski gab auf X die Festnahme bekannt.

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Die Sprecherin des polnischen Innenministeriums hatte zuvor mitgeteilt, bei der Polizei seien "Informationen über einen möglichen Attentatsversuch" eingegangen, der auf Tusk und Kosiniak-Kamysz abziele. Nähere Einzelheiten gab sie zunächst nicht bekannt.

An einer umgehend einberufenen Dringlichkeitssitzung im Terror-Abwehrzentrum des Inlandsgeheimdienstes nahmen den Angaben zufolge Vertreter der Polizei, des für den Schutz von Regierungsmitgliedern zuständigen Staatlichen Schutzdienstes und des Inlandsgeheimdienstes teil. "Wir nehmen diese Angelegenheit todernst", sagte ein Sprecher des für die Koordination der Geheimdienste zuständigen Ministers.

Bei den polnischen Sicherheitsbehörden gingen "Monat für Monat, Jahr für Jahr immer mehr Drohungen und beunruhigende Botschaften jeglicher Art" ein, sagte Geheimdienstkoordinator-Sprecher Jacek Dobrzynski vor Journalisten. Bei den aktuell vorliegenden Informationen zu einem möglichen Attentatsversuch gegen Regierungsmitglieder gebe es "eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass diese Drohungen tatsächlich umgesetzt werden könnten".

Der pro-europäische Politiker Tusk ist seit Dezember 2023 wieder polnischer Ministerpräsident. Verteidigungsminister Kosiniak-Kamys ist zugleich Vize-Regierungschef. Das EU- und Nato-Mitglied Polen ist einer der stärksten Unterstützer der Ukraine und ein wichtiger Umschlagsort für militärische und humanitäre Hilfsgüter für das von Russland angegriffene Land.

Wegen einer Serie von Messerattacken in Schulen befindet sich Polen bereits offiziell im Alarmzustand. Tusk hatte kürzlich zudem vor Bedrohungen aus Russland - darunter Drohnen- und Raketenangriffe - gegen Länder gewarnt, welche die Ukraine in ihrem Abwehrkampf unterstützen. Warschau hat Moskau seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 mehrfach der "Sabotage" beschuldigt. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

(A.Stefanowych--DTZ)

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