Deutsche Tageszeitung - AfD-Politiker Moosdorf scheitert mit Antrag gegen Bundestagsfraktion in Karlsruhe

AfD-Politiker Moosdorf scheitert mit Antrag gegen Bundestagsfraktion in Karlsruhe


AfD-Politiker Moosdorf scheitert mit Antrag gegen Bundestagsfraktion in Karlsruhe
AfD-Politiker Moosdorf scheitert mit Antrag gegen Bundestagsfraktion in Karlsruhe / Foto: © AFP/Archiv

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Matthias Moosdorf ist mit einem Eilantrag gegen seine Fraktion vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gescheitert. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, klagte Moosdorf gegen Ordnungsmaßnahmen seiner Partei und forderte eine einstweilige Anordnung, um diese zu unterbinden. Die AfD hatte diese demnach verhängt, weil der Abgeordnete mit Äußerungen in einer E-Mail das Ansehen der Partei beschädigt habe. (Az. 2 BvQ 66/26)

Textgröße ändern:

Moosdorf wurde im Mai 2026 von seiner Fraktion zur Zahlung eines Ordnungsgelds in Höhe von 5.000 Euro verpflichtet. Zudem wurde ihm ein dreimonatiges Auftrittsverbot auf Fraktionsveranstaltungen erteilt. Ebenso wurden ihm für sechs Sitzungswochen Reden im Namen der Fraktion im Bundestag untersagt.

Laut Bundesverfassungsgericht hatten Äußerungen Moosdorfs in einer E-Mail an alle Fraktionsmitglieder zu den Maßnahmen geführt. Diese hätten aus Sicht der Partei die Geschlossenheit und das Ansehen der AfD im Bundestag beeinträchtigt. Das Portal t-online berichtete seinerzeit, Moosdorf habe im April 2026 den Vizefraktionschef Markus Frohnmaier in der Mail persönlich und fachlich heftig kritisiert.

Das Bundesverfassungsgericht lehnte Moosdorfs Antrag mit der Begründung ab, dass dem Abgeordneten keine schweren Nachteile drohten, sollte das Gericht die Ordnungsmaßnahmen per Anordnung kippen. Er habe zudem nicht darlegen können, welche schweren Konsequenzen ihm durch die Maßnahmen drohen würden.

Moosdorf sitzt als Abgeordneter für den sächsischen Wahlkreis Zwickau im Bundestag. Im Dezember vergangenen Jahres wurde er wegen eines mutmaßlichen Hitlergrußes im Jahr 2023 innerhalb des Reichstagsgebäudes angeklagt. Im Oktober 2024 war eine Honorarprofessur Moosdorfs an einer Moskauer Musikhochschule bekannt geworden.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Polizist aus Baden-Württemberg soll fast 250.000 Euro veruntreut haben - Anklage

Weil er im großen Stil bei Verkehrskontrollen in Baden-Württemberg eingenommenes Bargeld veruntreut haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Mosbach Anklage gegen einen Polizisten erhoben. Ihm werden 153 Fälle sowie Nötigung und Urkundenfälschung vorgeworfen, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Demnach soll der Beamte des Polizeipräsidiums Heilbronn die Taten spätestens ab Ende Oktober 2021 begangen haben.

Bundesverfassungsgericht: Handel mit Flensburger Punkten bleibt verboten

Wer versucht, wegen eines Verkehrsvergehens erteilte Punkte in Flensburg an Unbeteiligte weiterzugeben, muss mit einem Bußgeld rechnen. Wie das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe am Mittwoch mitteilte, lehnte das Gericht eine Verfassungsbeschwerde gegen die noch junge Regelung im Straßenverkehrsgesetz ab. Damit bleibt der Handel mit Punkten verboten.

Von Schnurbein zur neuen Antisemitismusbeauftragten berufen

Katharina von Schnurbein wird als neue Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung Nachfolgerin von Felix Klein. Das Kabinett berief die Politikwissenschaftlerin am Mittwoch, sie soll ihr Amt am 28. Oktober antreten. Von Schnurbein war seit 2015 Antisemitismusbeauftragte der Europäischen Kommission in Brüssel. Klein war Ende August nach acht Jahren aus dem Amt geschieden.

CDU bringt sich nach Sondierungsunterbrechung in Berlin in Stellung

Einen Tag nach der Unterbrechung der rot-grün-roten Sondierungen in Berlin hat sich die CDU für eine mögliche unionsgeführte Koalition in Stellung gebracht. "Ich mache deutlich, unsere Hand ist ausgestreckt, unsere Tür steht offen", sagte CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers am Mittwoch im Sender Welt TV. Indes zeigte sich die Berliner Grünen-Chefin Nina Stahr weiter grundsätzlich bereit, die Sondierungsgespräche mit Linker und SPD fortzuführen. Die Linke betonte wiederum, ihre Tür stehe offen.

Textgröße ändern: