Deutsche Tageszeitung - Australien rüstet Unterwasserdrohnen für Angriffe aus der Luft aus

Australien rüstet Unterwasserdrohnen für Angriffe aus der Luft aus


Australien rüstet Unterwasserdrohnen für Angriffe aus der Luft aus
Australien rüstet Unterwasserdrohnen für Angriffe aus der Luft aus / Foto: © AFP

Australiens Militär will seine neuartigen autonomen Unterwasserdrohnen künftig auch für Angriffe aus der Luft einsetzen. Die unbemannten Fahrzeuge vom Typ "Ghost Shark" sollen Flugdrohnen über große Entfernungen transportieren und auf See starten lassen können. Die Fluggeräte könnten dann Schwärme bilden, um Ziele aufzuklären oder anzugreifen, wie das australische Verteidigungsministerium am Montag mitteilte.

Textgröße ändern:

Damit verbinden die neuen Systeme Einsätze unter Wasser mit militärischen Operationen in der Luft. Die "Ghost Shark" soll neben Flugdrohnen auch bis zu zwölf Seeminen und Ausrüstung für Spezialkräfte mitführen können. Nach geheimen Tests seien drei Arten von Nutzlasten freigegeben worden, sagte der australische Minister für Rüstungsindustrie, Pat Conroy, in Sydney. Die Systeme sollten Aufgaben übernehmen, "die wir Menschen nicht ausführen lassen wollen". Bei den Flugdrohnen handelt es sich um Geräte vom Typ "Altius" des US-Rüstungsunternehmens Anduril.

Conroy betonte auch die Möglichkeit, die Unterwasserdrohnen in Schiffscontainern bereitzuhalten. Potenzielle Gegner Australiens müssten damit rechnen, dass sich in jedem Container an einem australischen Kai eine "Ghost Shark" befinden könnte. "In diesen Schiffscontainern könnten nicht nur Ghost Sharks sein, sondern diese Ghost Sharks haben jetzt auch Zähne", sagte er.

Anduril entwickelte die besonders großen autonomen Unterwasserfahrzeuge gemeinsam mit australischen Rüstungsforschern. Das US-Unternehmen baut für Canberra eine Flotte im Wert von 1,8 Milliarden australischen Dollar (rund 1,12 Milliarden Euro). Die "Ghost Shark" soll mit bemannten U-Booten zusammenarbeiten können. Nach Angaben Conroys haben mehrere andere Staaten bereits Interesse an dem System angemeldet.

Australien verstärkt angesichts der Aufrüstung der chinesischen Marine und der Spannungen im Südchinesischen Meer seine Investitionen in unbemannte Systeme. Die Aukus-Militärallianz der Länder Australien, Großbritannien und den USA wurde 2021 als Reaktion auf die wachsende Dominanz Chinas im Indopazifik gegründet. Die drei Partner vereinbarten in diesem Jahr auch die Entwicklung austauschbarer Nutzlasten für Unterwasserdrohnen.

Australien will sich im Rahmen der Aukus-Allianz eine Flotte moderner US-U-Boote beschaffen. Dafür will Canberra ab 2032 drei gebrauchte Atom-U-Boote aus dem Bestand der US-Marine erwerben. Zudem ist geplant, gemeinsam mit Großbritannien eine neue Klasse von U-Booten mit Atomantrieb zu bauen.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Nach Ausschreitungen in Frankreich: Gelbwesten planen neuen Protesttag

Nach einem von schweren Ausschreitungen geprägten Wochenende hat die sogenannte Gelbwestenbewegung für den kommenden Samstag erneut zu Protestaktionen aufgerufen. Auf einer im Internet veröffentlichten Karte waren bereits Dutzende Protestaktionen in Paris und anderen Orten verzeichnet. Innenminister Laurent Nuñez räumte vor einer Krisensitzung der Regierung in Paris am Montag einen Kontrollverlust und mangelnde Vorbereitung der Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem vom Wochenende ein.

Australische Abgeordnete bei mutmaßlichem Angriff lebensgefährlich verletzt

In Australien hat ein Mann die parteilose Abgeordnete Helen Haines am Montag mit einem Auto angefahren und dabei lebensgefährlich verletzt. Das Motiv des 43-jährigen Angreifers sei noch unklar, erklärte Premierminister Anthony Albanese. Es habe sich aber um "einen bewussten Angriff" gehandelt - "keinen Unfall". Eine Anti-Terror-Einheit der Polizei sei eingeschaltet worden, um den Vorfall zu untersuchen.

Offshore-Daten: Nordrhein-Westfalen übergibt hunderte Verdachtsfälle an Bundesländer

Nach dem Ankauf umfangreicher Kundendaten von Dienstleistern, die Firmen in Steueroasen vermitteln, hat das Land Nordrhein-Westfalen 398 Verdachtsfälle mit Deutschlandbezug identifiziert. Die aufbereiteten Fälle würden nun an Ermittlungsbehörden der betroffenen Bundesländer übergeben, teilte das Finanzministerium in Düsseldorf am Montag mit. Ob in den einzelnen Fällen Steuern hinterzogen wurden und wie hoch ein möglicher Schaden ist, sei zu ermitteln.

AfD in Sachsen-Anhalt: Bund-Länder-Kommission zum Schutz von Minderheiten gefordert

Angesichts einer möglichen AfD-geführten Regierung in Sachsen-Anhalt haben Migrantenverbände Bund und Länder zum Handeln aufgefordert. Vertreterinnen von vier Organisationen riefen am Montag in Berlin dazu auf, eine Bund-Länder-Kommission zum Schutz von Minderheiten einzusetzen. Sie müsse "einen verbindlichen Schutzplan" für bedrohte Menschen vorlegen "mit klaren Zuständigkeiten", sagte die Vorsitzende der Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO), Karen Taylor. Dazu gehöre auch eine dauerhaft finanzierte unabhängige Opferberatung.

Textgröße ändern: