Deutsche Tageszeitung - Sechs Menschen bei Angriff auf Kirche in Jordanien getötet

Sechs Menschen bei Angriff auf Kirche in Jordanien getötet


Sechs Menschen bei Angriff auf Kirche in Jordanien getötet
Sechs Menschen bei Angriff auf Kirche in Jordanien getötet / Foto: © Al Mamlaka TV/AFP

Bewaffnete Männer haben bei einem Angriff auf eine Kirche im Süden Jordaniens mindestens sechs Menschen getötet und 28 weitere verletzt. Die Angreifer eröffneten am Freitag während eines Trauerzugs an der griechisch-orthodoxen Kirche in der Ortschaft Hammud in der Provinz Karak das Feuer, wie die jordanische Sicherheitsdirektion mitteilte. Zunächst hatten die Behörden von sieben Toten gesprochen, korrigierten die Zahl aber später nach unten.

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Jordaniens König Abdullah II. bezeichnete die Tat als "Terroranschlag" und kündigte eine entschlossene Reaktion der Behörden an. "Wir werden mit eiserner Faust gegen diejenigen vorgehen, die es wagen, unsere Nation zu bedrohen", erklärte er im Onlinedienst X.

Nach Behördenangaben stiegen die Angreifer aus einem Fahrzeug und schossen auf die Teilnehmer des Trauerzugs. Der jordanische Staatssender Al-Mamlaka zeigte Aufnahmen von zwei Männern mit Pistolen und einem dritten mit einem Gewehr, die von der Straße aus das Feuer auf die Kirche eröffneten. Anschließend flohen die Täter. Die Sicherheitskräfte leiteten eine Fahndung ein.

Ein Augenzeuge sagte dem Sender Al-Mamlaka, die Angreifer hätten etwa fünf Minuten lang ununterbrochen geschossen. Zum Zeitpunkt des Angriffs hätten sich zwischen 150 und 200 Menschen in der Kirche und ihrer Umgebung aufgehalten. Die meisten Opfer seien zwischen 50 und 70 Jahre alt gewesen, sagte der Zeuge.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun, das einzige christliche Staatsoberhaupt der arabischen Welt, verurteilte die Schüsse als "abscheulichen Terroranschlag". Der Angriff zeige einmal mehr, dass Terrorismus weder Religion noch Heimat kenne. Sein Ziel sei es, das Zusammenleben der Religionsgemeinschaften anzugreifen und Zwietracht zu säen, erklärte Aoun laut einer Mitteilung seines Präsidialamts.

Angriffe auf Gotteshäuser sind im mehrheitlich sunnitisch-muslimischen Jordanien selten. Christen machen etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung aus, in der Region Karak lebt eine größere christliche Gemeinschaft. Im Jahr 2016 töteten Angreifer bei Attacken auf Polizeieinrichtungen und Patrouillen in Karak zehn Menschen, darunter sieben Sicherheitskräfte und eine Touristin.

(A.Stefanowych--DTZ)

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