Deutsche Tageszeitung - CDU-Vize Claus signalisiert Interesse an Steinmeier-Nachfolge

CDU-Vize Claus signalisiert Interesse an Steinmeier-Nachfolge


CDU-Vize Claus signalisiert Interesse an Steinmeier-Nachfolge
CDU-Vize Claus signalisiert Interesse an Steinmeier-Nachfolge / Foto: © POOL/AFP/Archiv

In der CDU konkretisieren sich die Überlegungen zur Aufstellung einer eigenen Kandidatin für das Bundespräsidentenamt. Ines Claus, die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende und Fraktionschefin im hessischen Landtag, ließ am Dienstag offen Interesse an dem Amt erkennen - und sie hat dafür einem Bericht zufolge auch die Unterstützung von Parteichef Friedrich Merz. "Es ist für mich eine große Ehre, in diesem Zusammenhang genannt zu werden", sagte Claus der "Rheinischen Post" vom Mittwoch.

Textgröße ändern:

Nun gelte es, "ein geordnetes Verfahren einzuhalten: innerhalb der Partei, also mit den Ministerpräsidenten, den Führungsgremien der CDU und der CSU und natürlich mit unserem Koalitionspartner", fügte Claus hinzu.

Die 49-Jährige ist nach Informationen der Zeitung die Favoritin von Kanzler Merz. Dieser wolle nach seiner Asien-Reise in der kommenden Woche eine endgültige Entscheidung treffen. Claus sei eine "anerkannte, durchsetzungsstarke und respektable Politikerin", zitierte die "Rheinische Post" aus Unionskreisen. Darüber hinaus sei sie "nett und freundlich - eine ideale Lösung". Ihr Nachteil sei allerdings, dass sie bundesweit kaum bekannt sei.

Sollte die CDU-Führung wirklich Claus ins Rennen schicken, dürfte dies zu Streit mit der Schwesterpartei CSU führen: Diese will Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) im höchsten Staatsamt sehen. Zustimmung bekam Aigner auch schon von SPD und Grünen.

Anders als CSU-Politikerin Aigner ist Claus auch Volljuristin. Das sei ein großer Vorteil angesichts einer möglichen politischen Krise nach der nächsten Bundestagswahl, zitierte die "Rheinische Post" aus CDU-Kreisen.

Claus ist verheiratet, Mutter von drei Kindern und katholisch. Seit April 2020 führt sie die CDU-Landtagsfraktion in Hessen. Seit diesem Jahr ist sie außerdem stellvertretende CDU-Vorsitzende unter Merz.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

Netanjahu-Rivale Eisenkot fordert Wähler zu Abwahl von "schlechtester" Regierung Israels auf

Der Hauptrivale von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei der Parlamentswahl in Israel, der Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot, hat zur Abwahl der "schlechtesten Regierung" in der Geschichte des Landes aufgerufen. "Ich rufe alle Bürger Israels dazu auf, zur Wahl zu gehen, sich weder von der Hitze noch von den Störungen beirren zu lassen und an der Mission festzuhalten: heute Abend die schlechteste Regierung seit der Staatsgründung abzulösen", sagte Eisenkot am Dienstag nach seiner Stimmabgabe in Herzlia im Norden von Tel Aviv.

Berlin: Linken-Fraktionsspitze trifft sich mit umstrittener Abgeordneter Emde

In Berlin hat sich die Fraktionsspitze der Linken im Abgeordnetenhaus am Dienstag mit der wegen ihrer antiisraelischen Positionen kritisierten Abgeordneten Vanessa Emde getroffen. Das bestätigte ein Fraktionssprecher. Inhalte des Gesprächs wurden zunächst nicht bekannt. Am Dienstagnachmittag war eine Sitzung der gesamten Linksfraktion geplant. Ob Emde daran teilnehmen wird, war unklar.

Gericht: NSU-Terroristin Beate Zschäpe bleibt mindestens bis 2035 im Gefängnis

Seit 15 Jahren sitzt die verurteilte NSU-Terroristin Beate Zschäpe im Gefängnis - das soll mindestens noch bis zum Jahr 2035 so bleiben. Das Oberlandesgericht München legte für die seit 2011 in Haft sitzende Zschäpe eine Mindestverbüßungsdauer von 24 Jahren fest, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Zschäpe räumte inzwischen ein, dass sie im Vorfeld von den NSU-Morden wusste.

Netanjahu: Parteien arabischer Israelis "versuchen, Wahl zu stehlen"

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Tag der Parlamentswahl die arabischen Parteien scharf attackiert und ihnen einen Versuch vorgeworfen, "die Wahl zu stehlen". Drei hochrangige Vertreter der israelisch-arabischen Partei Raam seien im Süden des Landes mit Umschlägen voller Bargeld festgenommen worden, sagte Netanjahu am Dienstag.

Textgröße ändern: