Deutsche Tageszeitung - Hallensport klagt über Zuschauer-Begrenzungen - Bohmann kritisiert "Aktionismus"

Hallensport klagt über Zuschauer-Begrenzungen - Bohmann kritisiert "Aktionismus"


Hallensport klagt über Zuschauer-Begrenzungen - Bohmann kritisiert "Aktionismus"
Hallensport klagt über Zuschauer-Begrenzungen - Bohmann kritisiert "Aktionismus" / Foto: ©

Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, hat die neuen Zuschauer-Beschränkungen sowie den Ausschluss von Fans in mindestens drei Bundesländern wegen der sich zuspitzenden Coronakrise kritisiert und den Regierenden "viel Aktionismus" sowie "Symbolpolitik" vorgeworfen. "Ich zweifle da an der Verhältnismäßigkeit", sagte der HBL-Boss im Sportschau-Interview.

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Bohmann erklärte zudem, dass die HBL bislang ganz gut durch die Saison gekommen sei, auch weil "mehr als 99,5 Prozent" der Profis geimpft seien. Weil auch viele Klubs Impfaktionen gestartet hätten, hätten die Handballer "unseren Beitrag geleistet".

Durch die erneuten Beschränkungen, die am Donnerstag auf der Ministerpräsidenten-Konferenz beschlossen wurde, erhielten "die Bemühungen, die Fans zurückzubekommen" laut Bohmann "jetzt einen erheblichen Dämpfer".

Bohmanns Amtskollege Stefan Holz von der Basketball Bundesliga (BBL) sagte zwar der Sportschau, dass die Liga mit den Beschlüssen "auf dem Papier schon leben kann". Allerdings sei die "2G-Plus"-Regel, bei der auch Genesene und Geimpfte nur mit negativem Test in die zu 30 bis 50 Prozent gefüllte Halle dürfen, "schwierig", da die Testkapazitäten derzeit ausgelastet seien. "Das wird dazu führen, dass die 30 Prozent vermutlich gar nicht ausgeschöpft werden können", so Holz.

Zudem würden neun der 18 BBL-Klubs aus den Bundesländern Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern stammen, in denen Geisterspiele entweder schon angeordnet oder angekündigt sind. "Faktisch hat die halbe Liga Geisterspiele", sagte Holz.

Die Situation sei laut Holz wirtschaftlich bedrohlicher als in der Vorsaison, weil damals mit den fehlenden Zuschauereinnahmen schon kalkuliert worden war. Außerdem habe es "großzügige Staatshilfen" gegeben: "Deshalb ging das gut aus und alle Klubs haben die Saison überstanden." Nun sei die vollständige Rückkehr der Zuschauer ungewiss: "Das Schlimmste, was es für einen wirtschaftlichen Betrieb gibt, sind unklare Rahmenbedingungen", sagte Holz.

Bund und Länder hatten am Donnerstag Zuschauer-Beschränkungen vereinbart, die vor allem die Hallensportarten hart treffen. Sportveranstaltungen im Innenbereich dürfen demnach nur eine Auslastung von 30 bis 50 Prozent und maximal 5000 Zuschauer haben. Die Länder können allerdings noch strengere Regeln erlassen.

(L.Svenson--DTZ)

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