Deutsche Tageszeitung - Spanien beruft 15 Weltmeisterinnen - Hermoso fehlt

Spanien beruft 15 Weltmeisterinnen - Hermoso fehlt


Spanien beruft 15 Weltmeisterinnen - Hermoso fehlt
Spanien beruft 15 Weltmeisterinnen - Hermoso fehlt / Foto: © IMAGO/SID

Spaniens neue Fußball-Nationaltrainerin Montse Tome hat 15 Weltmeisterinnen in den Kader für die anstehende Nations League berufen - obwohl diese die kommenden Länderspiele fast ausnahmslos boykottieren wollen. Die besonders im Fokus stehende Jenni Hermoso fehlt allerdings - angeblich zu ihrem eigenen Schutz.

Textgröße ändern:

Das verkündete Tome, Nachfolgerin des entlassenen Jorge Vilda, am Montag bei einer Pressekonferenz. Ob die nominierten Spielerinnen ihre Zusage gegeben haben, blieb zunächst unklar.

Zu den berufenen Weltmeisterinnen gehören unter anderem die zweimalige Weltfußballerin Alexia Putellas, Aitana Bonmati und Olga Carmona, nicht aber Hermoso. Die 33-Jährige war nach dem WM-Finale in Sydney bei der Siegerehrung von dem mittlerweile zurückgetretenen spanischen Verbandspräsidenten Luis Rubiales ohne ihre Zustimmung auf den Mund geküsst worden. Der Vorfall löste international eine Welle der Entrüstung aus.

"Ich habe mit ihnen gesprochen", antwortet Tomse die Frage, ob sie vor der Nominierung den Dialog mit den betroffenen Spielerinnen gesucht habe. Dies bleibe aber "unter uns", erklärte Tome. Zur Personalie Hermoso sagte sie: "Wir dachten, dass es die beste Art und Weise ist, um sie zu schützen."

Spanien trifft in der Nations League am Freitag auf Schweden und und am Dienstag nächster Woche auf die Schweiz. In der Nations League geht es um die zwei europäischen Startplätze für die Olympischen Sommerspiele 2024, auch Weltmeister Spanien muss sich qualifizieren.

Erst am Freitag hatten 21 der 23 Weltmeisterinnen einen offenen Brief an den Verband RFEF unterschrieben und darin mitgeteilt, dass die bisherigen Veränderungen "nicht ausreichend" seien, "um sich sicher und respektiert zu fühlen". Ohne weitere Veränderungen würden sie ihren Boykott nicht beenden, erklärten sie. Insgesamt waren im Zuge des Kuss-Skandals 81 spanische Topspielerinnen in den Streik getreten.

Rubiales war vor etwas mehr als einer Woche unter großem Druck zurückgetreten. Am Freitag wurde er dazu verurteilt, sich künftig von Hermoso fernzuhalten. Der 46-Jährige darf sich der Fußball-Nationalspielerin nur noch bis auf 200 Meter nähern, entschied ein Untersuchungsrichter. Der ehemalige Verbandspräsident musste sich wegen des Vorwurfs der sexuellen Gewalt vor Gericht verantworten.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Mit Medaille vor Augen: Geher Köpp disqualifiziert

Geher Leo Köpp hat bei der Leichtathletik-EM in Birmingham eine Medaille unglücklich verpasst. Der 28-Jährige aus Konstanz wurde am Samstagmorgen im Stadtzentrum kurz nach der Rennhälfte nach dem vierten Regelverstoß disqualifiziert. Zu diesem Zeitpunkt hatte Köpp auf Platz zwei gelegen und war auf dem Weg nach vorne.

"War mein Traum": Varfolomeev will nach Mehrkampf-Gold mehr

Eine rauschende Partynacht nach dem ersehnten WM-Mehrkampftitel vor dem Heimpublikum in der Frankfurter Festhalle? Keine Chance! "Es geht jetzt darum, ein bisschen zu schlafen, ein bisschen zu regenerieren", sagte Darja Varfolomeev sichtlich erschöpft, aber überglücklich mit der Goldmedaille um den Hals. Schließlich hat die beste Rhythmische Sportgymnastin der Welt bei der Heim-WM in Frankfurt am Main noch viel vor.

FC Bayern: Tah arbeitet WM-Desaster auf besondere Art auf

Nationalspieler Jonathan Tah hat das WM-Desaster mit der DFB-Auswahl auf besondere Weise aufgearbeitet. "Ich lasse solche Situationen zuerst wirken und analysiere sie dann sehr bewusst: Was ist passiert, warum fühle ich mich so, ist das berechtigt oder spielt sich vieles nur in meinem Kopf ab? Ich schreibe mir meine Gedanken auf, schaue sie mir in Ruhe an – und wenn ich das getan habe, ist es für mich irgendwann erledigt und ich kann den Fokus wieder auf die neue Saison legen", sagte der Verteidiger auf der Vereinsseite des FC Bayern.

Große Ziele: Goldjunge Ansah hat noch viel vor

Owen Ansah strahlte. Nach seinem spektakulären Sturmlauf zu EM-Gold sprudelte es nur so aus ihrem heraus. Weiter Medaillen gewinnen, auch bei Weltmeisterschaften, die 200 Meter regulär unter 20 Sekunden laufen, immer besser werden - Ansah hat viel vor in der Zukunft. Aber "über negative Sachen" wollte der neue Europameister im Moment seines größten Erfolges nicht sprechen.

Textgröße ändern: