Deutsche Tageszeitung - "Muss was passieren": Becker sorgt sich um Tennis-Nachwuchs

"Muss was passieren": Becker sorgt sich um Tennis-Nachwuchs


"Muss was passieren": Becker sorgt sich um Tennis-Nachwuchs
"Muss was passieren": Becker sorgt sich um Tennis-Nachwuchs / Foto: © SID

Boris Becker (56) sorgt sich vor den Australian Open um den deutschen Tennis-Nachwuchs. "Da muss bald was passieren", sagte die frühere Nummer eins der Welt bei einem Pressegespräch des TV-Senders Eurosport. Top-Talente im Schatten von Alexander Zverev oder Angelique Kerber gebe es "nicht besonders viele", sagte Becker, Deutschland müsse "aufpassen, dass der Zug da jetzt nicht zu lange ohne uns fährt und dass wir bald wieder auf den Zug springen können".

Textgröße ändern:

Deutschland hatte "mal deutlich mehr und auch deutlich jüngere Spieler", sagte Becker: "Und das ist einfach nicht mehr der Fall. Das ist ein Problem." Dabei gebe es "theoretisch die finanziellen Möglichkeiten, wir haben die sportlichen Möglichkeiten. Deutschland ist ein extrem modernes Land mit vielen Tennismöglichkeiten", sagte der sechsmalige Grand-Slam-Sieger: "Warum da die Talente nicht häufiger rauskommen, kann ich Ihnen beim besten Willen auch nicht erklären."

Ganz grundsätzlich habe das "Elite-Denken im Sport nachgelassen", sagte Becker, das sehe man auch im Fußball oder der Leichtathletik: "Ich glaube, das hängt alles an dem gleichen Problem, dass eben der professionelle Sport in Deutschland nicht mehr das Gewicht hat, das er vielleicht vor zehn oder zwanzig Jahren hatte."

Ein erfolgreicher Sportler habe im Vergleich zu Deutschland in fast allen Ländern "eine höhere Bedeutung als bei uns momentan", sagte Becker: "Das war mal anders. Aber da ist etwas verloren gegangen in den letzten Jahren. Da ist irgendwas passiert in der Leistungsförderung in Deutschland" im Sport, diese sei "nicht mehr so gut ist wie vor zehn oder 20 Jahren."

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Leichtathletik-EM: Bremm stürmt zu 5000-m-Silber

Florian Bremm ist bei der Leichtathletik-EM in Birmingham überraschend zu Silber über 5000 m gelaufen. Der 25 Jahre alte deutsche Vizemeister aus Erlangen musste sich am Montagabend im Alexander Stadium in 13:15,60 Minuten nur knapp dem norwegischen Olympiasieger und Titelverteidiger Jakob Ingebrigtsen (Norwegen/13:15,29) geschlagen geben. Bronze ging an den Franzosen Etienne Daguinos (13:16,19).

Tränen bei Lückenkemper: Aus im Halbfinale

Keine Power nach dem Zeckenbiss: Für Gina Lückenkemper (Berlin) ist der Traum vom vierten EM-Finale in Serie über 100 Meter geplatzt. Deutschlands Sprintstar ist bei den Titelkämpfen in Birmingham bereits im Halbfinale ausgeschieden. Nach einem erneut schwachen Start kam sie in 11,28 Sekunden nur auf Platz fünf in ihrem Rennen, das reichte der Europameisterin von München nicht zum Einzug in den Showdown um den Titel (22.50 Uhr/ARD).

Erste deutsche Medaille: Mabry holt EM-Bronze

Erst die Hochzeit, dann die nächste Medaille: Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Mabry hat ihrem Traumjahr das nächste Highlight hinzugefügt. Die 27-Jährige gewann in Birmingham mit 19,50 m wie vor zwei Jahren EM-Bronze und bescherte dem deutschen Team damit einen Start nach Maß in die Titelkämpfe.

Schwimm-EM: Märtens holt mit Staffel erste Becken-Medaille

Olympiasieger Lukas Märtens hat mit der Freistil-Staffel bei der Schwimm-EM in Paris für die erste deutsche Medaille im Becken gesorgt. Der Weltmeister und Weltrekordler über 400 m Freistil sicherte als Startschwimmer mit Timo Sorgius, Jarno Bäschnitt und Cornelius Jahn dem DSV-Team über die 4x200 m am Montag in deutscher Rekordzeit von 7:02,28 Minuten Bronze.

Textgröße ändern: