Deutsche Tageszeitung - Vor dem Erstrundenkracher: Nadal lässt sich Hintertür offen

Vor dem Erstrundenkracher: Nadal lässt sich Hintertür offen


Vor dem Erstrundenkracher: Nadal lässt sich Hintertür offen
Vor dem Erstrundenkracher: Nadal lässt sich Hintertür offen / Foto: © SID

Befindet sich Rafael Nadal auf seiner Abschiedstour? Wird das Match am Montag gegen Alexander Zverev zu seinem letzten bei den French Open? Oder kehrt er selbst bei einer Niederlage im nächsten Jahr noch einmal zurück nach Roland Garros? Vor dem Erstrundenkracher versuchte Nadal, seinen Zuhörern seine Pläne zu vermitteln - und das fiel ihm offensichtlich schwer.

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Ein klares Ja oder Nein gab er auf die Frage nach seinem Karriereende zumindest nicht. "Es besteht eine große, große Chance, dass dies mein letztes Mal in Roland Garros ist", sagte Nadal, "aber wenn ich Ihnen sagen soll, dass das zu 100 Prozent so ist, dann werde ich das nicht tun." Dafür, sagte die Tennis-Ikone, sei es einfach noch zu früh.

Nadal warb um Verständnis. "Hinter mir liegt ein langer Prozess der Genesung nach einer schwierigen Verletzung mit fast zwei Jahren Leiden, ein Prozess, nach dem ich mich gerade besser fühle", erklärte der Rekordchampion aus Spanien. "Die Tür" wolle er daher nicht endgültig schließen - aus mehreren Gründen.

"Zuerst, weil ich es genieße, Tennis zu spielen", sagte Nadal. "Dann, weil ich mit der Familie reise, auch sie genießen das. Ich genieße es, alles mit ihnen zu teilen." Und nicht zuletzt: "Ich konnte bislang noch nicht herausfinden, was ich in mehr oder weniger gesundem Zustand leisten, was ich ohne Einschränkung spielen kann", sagte Nadal.

Daher bat der 37-Jährige um Zeit für seine endgültige Entscheidung, wann er tatsächlich genug vom strapaziösen Leben auf der Tennistour hat. "Vielleicht sage ich in anderthalb Monaten: 'Es reicht, ich kann nicht mehr weitermachen.' Aber heute kann ich nicht garantieren, dass es hier das letzte Mal ist", sagte Nadal.

Zumindest zu den Olympischen Spielen (26. Juli bis 11. August) will er noch einmal nach Roland Garros zurückkehren, womöglich im Doppel an der Seite seines Landsmannes Carlos Alcaraz. Zunächst stand aber das Duell mit Zverev (Montag, 3. Match nach 12.00 Uhr/Eurosport) an, ein Match, auf das sich Nadal bestmöglich vorbereitet fühlt.

"Ich hatte eine gute Trainingswoche", sagte er: "Wahrscheinlich war es die erste Woche seit meinem Comeback, in der ich meinen Weg ohne viele Einschränkungen gehen konnte. Das macht mir Mut." Er werde zwar sicher nicht "unglaublich" spielen, "aber irgendwie ist dieser Ort magisch für mich", sagte Nadal, hier in Roland Garros seien "oft Dinge passiert, die schwierig vorzustellen waren".

Hier hat er Grenzen verschoben, 14-mal triumphiert, so oft wie kein anderer Spieler in der langen Geschichte aller Grand-Slam-Turniere. Bei 112 Siegen hat Nadal nur dreimal verloren, 2022 mit betäubtem Fuß seinen bislang letzten Titel gewonnen. Alexander Zverev ist gewarnt, auch wenn er als klarer Favorit in die Partie geht.

(U.Beriyev--DTZ)

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