Deutsche Tageszeitung - Nach DFB-Urteil: Union verpasst Befreiungsschlag gegen Kiel

Nach DFB-Urteil: Union verpasst Befreiungsschlag gegen Kiel


Nach DFB-Urteil: Union verpasst Befreiungsschlag gegen Kiel
Nach DFB-Urteil: Union verpasst Befreiungsschlag gegen Kiel / Foto: © IMAGO / Jan Huebner/SID

Fußball-Bundesligist Union Berlin hat nach der juristischen Niederlage vor dem DFB-Bundesgericht den nächsten sportlichen Rückschlag kassiert. Die Köpenicker verloren am Sonntag ihr Heimspiel gegen den effizienten Aufsteiger Holstein Kiel mit 0:1 (0:1) und verpassten die Chance, das Polster auf die Abstiegszone zu vergrößern.

Textgröße ändern:

Union liegt nach der dritten Niederlage nacheinander sechs Punkte vor dem Relegationsrang und dem VfL Bochum, dem Gegner im "Skandalspiel von Köpenick" und der Auseinandersetzung vor Gericht. Kiel jubelte über den ersten Erfolg nach zuvor sechs sieglosen Spielen und kletterte auf den 17. Tabellenplatz. Armin Gigovic (43.) traf zum ersten Bundesliga-Auswärtssieg der Geschichte für Holstein.

Das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte am Freitag das ursprüngliche Urteil des Sportgerichts vom 9. Januar gegen Union Berlin bestätigt. Das Duell vom 14. Dezember wird mit 2:0 für Bochum gewertet. Bochums Torhüter Patrick Drewes war in der Schlussphase des Ligaspiels von einem Feuerzeug getroffen worden. Die Berliner kündigten an, vor das Ständige Schiedsgericht zu ziehen. Zudem prüfe der Klub "zivilrechtliche Schritte".

Den sportlichen Tiefschlag der 0:6-Pleite bei Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende schien Union zunächst gut verkraftet zu haben. In einer lebhaften Anfangsphase war Union die spielbestimmende Mannschaft, die Holstein in die Defensive zwang. Die zahlreichen Flanken in den Strafraum fanden aber zu selten einen Abnehmer. Timon Weiner im Kieler Tor war erstmals gefordert, als Max Geschwill den Ball nach einer Ecke unabsichtlich auf das eigene Tor lenkte (12.).

Der Berliner Schwung der ersten Viertelstunde ging in der Folge verloren. Kiel gelang es, das Geschehen aus der eigenen Gefahrenzone zu verlagern, fand im Angriff gegen sicher stehende Berliner aber selten ein Mittel. In einer zunehmend ausgeglichenen Duell ohne Höhepunkte neutralisierten sich beide Teams. Kurz vor der Pause schloss Gigovic einen der seltenen Kieler Vorstöße in den Berliner Strafraum erfolgreich ab.

Union startete mit neuem Schwung in die zweite Halbzeit und drängte auf den Ausgleich. Weiner wurde nach einem Querschläger von Nicolai Remberg erneut von einem Mitspieler gefordert (46.), erwies sich aber wie zuvor als sicherer Rückhalt. Die Köpenicker trugen den Ball auch im Anschluss häufig in die Nähe des Kieler Tors. Wirkliche Gefahr entstand dabei aber selten. Glück hatte Union, als Shuto Machino aus der Distanz den Pfosten traf (73.). Die Gastgeber rannten in einer hitzigen Schlussphase mit vielen Unterbrechungen weiter an.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Medien: Möglicher Infantino-Kontrahent tritt nicht an

Den Gegnern von Gianni Infantino gehen offenbar die Optionen für einen starken Kontrahenten bei der FIFA-Präsidentschaftswahl aus. Wie zunächst der Guardian und später die BBC und ESPN unter Berufung auf eigene Quellen berichteten, will der Kanadier Victor Montagliani für eine weitere vierjährige Amtszeit an der Spitze des Fußballverbandes für Nord- und Mittelamerika und die Karibik (CONCACAF) kandidieren und von einer FIFA-Kandidatur absehen.

Gidsel-Rekord: Füchse feiern zweiten Champions-League-Sieg

Welthandballer Mathias Gidsel hat die Füchse Berlin mit einer überragenden Rekordshow quasi im Alleingang zum nächsten Sieg in der Champions League geworfen. Der furiose Däne steuerte am dritten Spieltag in der Königsklasse fantastische 17 Tore zum 40:32 (20:17)-Erfolg seiner Mannschaft gegen den portugiesischen FC Porto bei, für das Team von Trainer Nicolej Krickau ist es der zweite Sieg im laufenden Wettbewerb.

DESG-Zwist: Erfurter Sportler unterschreiben "unter Protest"

Die Eisschnellläuferinnen und Eisschnellläufer am Bundesstützpunkt Erfurt haben die umstrittene Athletenvereinbarung der Deutschen Eisschnelllauf und Shorttrack Gemeinschaft (DESG) "ausdrücklich unter Protest" unterschrieben. Das Vertrauen in das DESG-Präsidium bleibe ungeachtet dessen "erheblich beschädigt", teilten die Athletinnen und Athleten um Hendrik Dombek und Toptalent Finn Sonnekalb in einer Stellungnahme am Donnerstagabend mit. Um 20 Uhr war die Frist der DESG abgelaufen.

Maradona-Prozess: Anklage fordert bis zu zwölf Jahre Haft

Im Prozess um den Tod von Fußball-Ikone Diego Maradona hat die Staatsanwaltschaft Haftstrafen für mehrere damals beteiligte medizinische Fachkräfte gefordert. Dabei sprach sich die Anklage am Donnerstag im Gericht in San Isidro bei Buenos Aires für Freiheitsstrafen von vier bis zwölf Jahren für sechs der Angeklagten aus. So habe laut Staatsanwaltschaft eine "chaotische Organisation" zu einer "Situation der Vernachlässigung" Maradonas geführt, der "seinem Schicksal überlassen" worden sei.

Textgröße ändern: