Deutsche Tageszeitung - Degenhardt/Rosenthal und Wendl/Arlt siegen in Winterberg

Degenhardt/Rosenthal und Wendl/Arlt siegen in Winterberg


Degenhardt/Rosenthal und Wendl/Arlt siegen in Winterberg
Degenhardt/Rosenthal und Wendl/Arlt siegen in Winterberg / Foto: © IMAGO/SID

Die zweimaligen Rodel-Weltmeisterinnen Jessica Degenhardt und Cheyenne Rosenthal haben sich auf ihrer Paradestrecke in Winterberg ihren zweiten Weltcupsieg der Saison gesichert. Wie schon bei ihrem Triumph zum Saisonauftakt gewann das Duo auf der Heimbahn von Rosenthal vor den im Gesamtweltcup führenden Weltmeisterinnen Selina Egle und Lara Kipp - diesmal mit genau einer Zehntelsekunde Vorsprung. Bei den Männern rasten zudem die sechsmaligen Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt zu ihrem ersten Weltcupsieg der Saison.

Textgröße ändern:

Die beiden Gesamtweltcupführenden schoben sich im zweiten Lauf noch an den Österreichern Thomas Steu und Wolfgang Kindl vorbei. Das Weltmeister-Duo Hannes Orlamünder/Paul Gubitz verpasste dagegen auf Platz sechs mit 0,301 Sekunden Rückstand auf die Tagessieger das Podest - genau wie Toni Eggert und Florian Müller (+0,474), die nur Neunte wurden, sich aber zumindest mit dem Ticket für Cortina trösten können. Orlamünder/Gubitz bleiben in der verbandsinternen Qualifikationsliste hinter ihnen auf Rang drei und verpassen damit die beiden deutschen Quotenplätze.

Das Podium bei den Frauen komplettierten rund einen Monat vor Beginn der Olympischen Winterspiele Dajana Eitberger und Magdalena Matschina (+0,369 Sekunden) auf Platz drei. Dahinter rundeten Elisa Storch und Pauline Patz (+0,492) das gute deutsche Ergebnis ab.

Degenhardt/Rosenthal bewahrten durch ihren Erfolg im sonnigen Sauerland die kleine Rest-Hoffnung auf einen Startplatz bei den Olympischen Rennen in Cortina d'Ampezzo. Sicher haben diesen nur Eitberger und Matschina, die bis zum Stichtag an diesem Wochenende als Zweite im Gesamtweltcup das beste deutsche Team waren. Ob der Bob- und Schlittenverband (BSD) einen zweiten Platz erhält, hängt noch von den anderen Nationen ab.

Im Gesamtweltcup liegen Degenhardt/Rosenthal auf Rang drei. "Es ist hart. Wir warten jetzt, ob wir vielleicht noch nachrutschen können", sagte Degenhardt am ARD-Mikrofon: "Wenn jemand nachrutschen kann, sind wir jetzt an erster Stelle. Das war uns wichtig, deswegen bedeutet dieser Sieg noch mehr."

Am Samstag hatten sowohl Felix Loch als auch Julia Taubitz im Einsitzer noch den Sprung auf den obersten Podestplatz verpasst. Rekordweltmeister Loch untermauerte mit dem zweiten Platz dennoch seine Ambitionen auf sein fünftes Olympia-Gold in Italien. Und auch Weltmeisterin Taubitz bestätigte durch ihren zweiten Platz trotz Krankheitsproblemen ihre im Vergleich zum Saisonstart angestiegene Form. In Winterberg sei sie lediglich bei "75 Prozent" gewesen, erklärte Taubitz.

Bevor der Rodel-Tross nach Cortina reist, stehen noch zwei Weltcupstationen in Oberhof auf dem Programm. Die Olympischen Rennen beginnen mit dem Wettbewerb der Männer-Einsitzer am 7. Februar.

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Metallplatte entfernt: Musiala erneut operiert

Jamal Musiala ist die letzte dunkle Erinnerung an seine karrieregefährdende Verletzung los. Der 23-Jährige hat sich am Donnerstag nur drei Tage nach dem blamablen WM-Aus mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale gegen Paraguay einer weiteren Operation unterzogen. Das gab der FC Bayern bekannt. Bei dem Eingriff in Murnau wurde dem Münchner Profi laut Bild-Zeitung die Metallplatte im linken Fuß entfernt, die dort nach dem schweren Unfall bei der Klub-WM zur Stabilisierung eingesetzt worden war.

Medien: "Fall Balogun" geht in weitere Runde

Der "Fall Balogun" geht offenbar in eine weitere Runde. Nach Informationen des US-Portals The Athletic bekam Belgiens Fußballverband RBFA vom Weltverband FIFA das Recht auf Berufung eingeräumt. Demnach können die Belgier wie auch der US-Verband (U.S. Soccer) bis Montag 14.00 Uhr MESZ ihre Stellungnahmen abgeben.

UEFA zu "Fall Balogun": "Rote Linie überschritten"

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat den Weltverband FIFA beim "Fall Balogun" in selten zuvor erlebter Form kritisiert und von der Überschreitung einer "roten Linie" gesprochen. "Wir bringen unser Unverständnis über eine derart beispiellose, unbegreifliche und nicht zu rechtfertigende Entscheidung zum Ausdruck", schrieb die UEFA in einer Stellungnahme: "Manchmal lassen Regeln Interpretationsspielräume zu. In diesem Fall nicht."

Blatter zum Fall Balogun: "Quo vadis, FIFA?"

Der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter (90) sieht nach der Entscheidung des Weltverbands im "Fall Balogun" die Integrität des Fußballs in Gefahr. "Rote Karten werden im Fußball nicht durch politische Interventionen aufgehoben – sondern nach klaren Regeln und durch unabhängige Instanzen", sagte Blatter auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (SID): "Wenn ein US-Präsident beim FIFA-Präsidenten interveniert und danach ein Spieler vor einem WM-Achtelfinale begnadigt wird, stellt sich eine einfache Frage: Quo vadis, FIFA? Der Fußball darf nie zum Spielball der Politik werden."

Textgröße ändern: