Deutsche Tageszeitung - Augsburg im Winterschlaf: Gladbach vergrößert Baums Sorgen

Augsburg im Winterschlaf: Gladbach vergrößert Baums Sorgen


Augsburg im Winterschlaf: Gladbach vergrößert Baums Sorgen
Augsburg im Winterschlaf: Gladbach vergrößert Baums Sorgen / Foto: © IMAGO / Beautiful Sports/SID

Borussia Mönchengladbach hat angeführt von Doppelpacker Haris Tabakovic die Abstiegssorgen des FC Augsburg vergrößert. Die Fohlenelf nutzte bei klirrender Kälte eine verschlafene erste Halbzeit des FCA und holte mit einem 4:0 (3:0) ihren zweiten Heimsieg der Saison. Für Gäste-Coach Manuel Baum ging damit sein erstes Spiel als "Cheftrainer auf Zeit" gründlich daneben.

Textgröße ändern:

Joe Scally (8.), Kevin Diks (20., Handelfmeter) und Tabakovic (36./61.) trafen für die Borussia, die als Tabellenzehnter erstmals in dieser Saison vor dem Rivalen 1. FC Köln steht. Augsburg bleibt als 15. in höchster Not. Für Baum, der die Gäste als Nachfolger von Sandro Wagner nun doch bis zum Saisonende trainieren soll, war es die zweite Niederlage im vierten Spiel.

Bei Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt bot die Borussia ihren Fans von Beginn an viel Erwärmendes: Die Elf von Eugen Polanski diktierte gegen tief stehende Augsburger das Geschehen und ging früh in Führung. Scallys ersten Versuch blockte der in die Startelf gerückte Mads Pedersen unglücklich ab, im zweiten Versuch erzielte der US-Nationalspieler sein erstes Bundesliga-Tor seit September 2023.

Noch ohne Rückkehrer Michael Gregoritsch in der Startelf fand Augsburg zwar besser ins Spiel, fing sich aber schnell das zweite Gegentor. Erneut war Pedersen beteiligt, dessen leicht ausgestreckter Arm zum Elfmeter führte - Diks verwandelte.

An der Seitenlinie war Baum bedient. Der 46-Jährige war vor der Winterpause eigentlich nur für drei Spiele als Wagner-Nachfolger eingesprungen, soll nun aber den FCA als Chef zum Klassenerhalt führen. Die erste Halbzeit machte für dieses Vorhaben wenig Mut: Tabakovic köpfte nach einer Ecke aus kurzer Distanz ein.

Augsburg kam engagiert aus der Kabine, Gladbachs Schlussmann Moritz Nicolas rückte für 15 Minuten in den Blickpunkt. Nach dem neunten Saisontor von Tabakovic ließ die Augsburger Gegenwehr aber nach. Während von den Tribünendächern immer wieder Schnee auf die Köpfe der Fans fiel, gab es auf dem Rasen nur noch wenig zu sehen.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Metallplatte entfernt: Musiala erneut operiert

Jamal Musiala ist die letzte dunkle Erinnerung an seine karrieregefährdende Verletzung los. Der 23-Jährige hat sich am Donnerstag nur drei Tage nach dem blamablen WM-Aus mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale gegen Paraguay einer weiteren Operation unterzogen. Das gab der FC Bayern bekannt. Bei dem Eingriff in Murnau wurde dem Münchner Profi laut Bild-Zeitung die Metallplatte im linken Fuß entfernt, die dort nach dem schweren Unfall bei der Klub-WM zur Stabilisierung eingesetzt worden war.

Medien: "Fall Balogun" geht in weitere Runde

Der "Fall Balogun" geht offenbar in eine weitere Runde. Nach Informationen des US-Portals The Athletic bekam Belgiens Fußballverband RBFA vom Weltverband FIFA das Recht auf Berufung eingeräumt. Demnach können die Belgier wie auch der US-Verband (U.S. Soccer) bis Montag 14.00 Uhr MESZ ihre Stellungnahmen abgeben.

UEFA zu "Fall Balogun": "Rote Linie überschritten"

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat den Weltverband FIFA beim "Fall Balogun" in selten zuvor erlebter Form kritisiert und von der Überschreitung einer "roten Linie" gesprochen. "Wir bringen unser Unverständnis über eine derart beispiellose, unbegreifliche und nicht zu rechtfertigende Entscheidung zum Ausdruck", schrieb die UEFA in einer Stellungnahme: "Manchmal lassen Regeln Interpretationsspielräume zu. In diesem Fall nicht."

Blatter zum Fall Balogun: "Quo vadis, FIFA?"

Der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter (90) sieht nach der Entscheidung des Weltverbands im "Fall Balogun" die Integrität des Fußballs in Gefahr. "Rote Karten werden im Fußball nicht durch politische Interventionen aufgehoben – sondern nach klaren Regeln und durch unabhängige Instanzen", sagte Blatter auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (SID): "Wenn ein US-Präsident beim FIFA-Präsidenten interveniert und danach ein Spieler vor einem WM-Achtelfinale begnadigt wird, stellt sich eine einfache Frage: Quo vadis, FIFA? Der Fußball darf nie zum Spielball der Politik werden."

Textgröße ändern: