Deutsche Tageszeitung - Türkei scheitert: World Athletics lehnt Nationenwechsel ab

Türkei scheitert: World Athletics lehnt Nationenwechsel ab


Türkei scheitert: World Athletics lehnt Nationenwechsel ab
Türkei scheitert: World Athletics lehnt Nationenwechsel ab / Foto: © SID

Die türkische Leichtathletik hat bei ihren "Expansions-Bemühungen" einen schweren Rückschlag erlitten. Der Weltverband World Athletics lehnte die Anträge von elf Sportlern und Sportlerinnen aus vier Länder auf einen Nationenwechsel ab. Die Türkei hatte die Athleten um Brigid Kosgei, kenianische Marathon-Olympiazweite von 2021, im Hinblick auf die Sommerspiele 2028 anwerben wollen.

Textgröße ändern:

"Das Review Panel hat festgestellt, dass die Anträge Teil einer koordinierten Rekrutierungsstrategie der türkischen Regierung waren, die über einen staatseigenen und -finanzierten Verein agierte", hieß es in einer Mitteilung von World Athletics: "Ziel war es, ausländische Athleten mit lukrativen Verträgen anzuwerben, um Verbandswechsel zu erleichtern und diesen Athleten die Möglichkeit zu geben, die Türkei bei zukünftigen internationalen Wettkämpfen einschließlich der Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu vertreten."

Diese Praxis hatte sich schon einmal für die Türkei bewährt: Bei der EM 2016 belegte das zuvor kontinental zweitklassige Team Rang vier im Medaillenspiegel, nur an einer von zwölf damals in Amsterdam gewonnenen Medaillen waren in der Türkei geborene Sportler oder Sportlerinnen beteiligt. Stattdessen traten vor allem gebürtiger Kenianer, Jamaikaner oder Kubaner für das Land an. Der Weltverband verschärfte danach die Anforderungen für Verbandswechsel, die auch verstärkt bei arabischen Nationen wie Katar und Bahrain aufgetreten waren.

Bei den Europameisterschaften 2024 in Rom hatte die Türkei nur je einmal Silber und Bronze geholt, bei Olympia 2024 in Paris und der WM 2025 in Tokio gab es keine Medaille. Als Folge versuchte die Türkei, in Richtung L.A. 2028 Erfolg einzukaufen. Das scheiterte nun an den Vorgaben des Weltverbandes, der die Anträge von fünf Kenia-Assen, vier Jamaikanern sowie eines Nigerianers und einer Russin auf Nationenwechsel ablehnte.

"Diese Grundsätze dienen dem Schutz der Glaubwürdigkeit internationaler Wettkämpfe, der Förderung der Nachwuchsförderung durch die Mitgliedsverbände und dem Erhalt des Vertrauens der Athleten, dass Nationalmannschaften nicht primär durch externe Rekrutierung zusammengestellt werden", stellte der Weltverband klar.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Streit um WM-Transportkosten: FIFA weist Forderungen zurück

Die FIFA hat Forderungen aus der US-Politik nach einer Übernahme der Transportkosten der Fans bei der Fußball-WM zurückgewiesen. Auf Anfrage des SID zeigte sich eine Sprecherin des Weltverbandes "ziemlich überrascht" angesichts des Vorgehens und einer entsprechenden Äußerung der Gouverneurin von New Jersey, Mikie Sherrill.

Auch das Wetter passt: Zverev im Viertelfinale von München

Sonnenschein, moralische Unterstützung vom FC Bayern und ein souveräner Sieg: An einem Tag ganz nach seinem Geschmack ist Alexander Zverev beim ATP-Turnier in München ins Viertelfinale eingezogen. Der an Nummer eins gesetzte Titelverteidiger besiegte den Kanadier Gabriel Diallo in nur 73 Minuten 6:1, 6:2 und trifft nun auf den an Nummer fünf gesetzten Argentinier Francisco Cerúndolo. Nach dem Scheitern von Daniel Altmaier ist Zverev als einziger von zunächst sechs Deutschen noch im Einzel-Wettbewerb vertreten.

Verkehrsunfall: Früherer Torhüter Manninger gestorben

Der frühere österreichische Fußball-Nationaltorhüter und Bundesligaprofi Alexander Manninger ist tot. Das teilte der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) am Donnerstag mit. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge starb Manninger im Alter von 48 Jahren bei einem Verkehrsunfall in seiner Heimat Salzburg, als sein Auto mit der Salzburger Lokalbahn kollidierte. Laut der Polizei Salzburg ereignete sich der Unfall am Donnerstagmorgen um 8.20 Uhr.

Eta über Hasskommentare: "Grundsätzliches Thema"

Marie-Louise Eta misst den Hasskommentaren und sexistischen Äußerungen im Internet zu ihrer Beförderung zur Cheftrainerin beim Fußball-Bundesligisten Union Berlin wenig Bedeutung bei. "Grundsätzlich beschäftigt mich das nicht, weil ich finde, dass das eigentlich viel, viel mehr aussagt über diejenigen, die das ins Netz stellen als über diejenige, über die da was losgelassen wird - ob es jetzt meine Person ist oder andere Personen sind", sagte Eta bei der Spieltags-Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr/Sky).

Textgröße ändern: