Deutsche Tageszeitung - Infantino teilt aus: "Ihr spaltet, wir vereinen"

Infantino teilt aus: "Ihr spaltet, wir vereinen"


Infantino teilt aus: "Ihr spaltet, wir vereinen"
Infantino teilt aus: "Ihr spaltet, wir vereinen" / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/SID

Eine Woche nach dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada hat FIFA-Präsident Gianni Infantino seine Kritiker auf bemerkenswerte Weise attackiert. In einem 15-teiligen Beitrag bei Instagram warf der Chef des Weltverbandes Journalisten und Beobachtern unter anderem vor, "Hass und falsche Gerüchte zu verbreiten".

Textgröße ändern:

Weiter führte der 56-Jährige aus: "Während ihr euch versteckt, erkunden wir die Straßen Kanadas, Mexikos und der Vereinigten Staaten, sprechen mit Fans, gehen auf die Menschen zu und sorgen für die Sicherheit aller. Während ihr spaltet, vereinen wir. Die Menschen kamen als Familien, als Fans, als Einheit zusammen."

Im Vorfeld und während der WM hatte es Kritik etwa an den Einreisebestimmungen gegeben: So durfte der somalische Schiedsrichter Omar Artan nicht in die USA einreisen, auch die iranische Fußball-Nationalmannschaft war in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und bezog ihr WM-Quartier in Mexiko statt wie ursprünglich geplant in den USA. Zudem soll Fans aus Ländern wie der Elfenbeinküste die Einreise in die Vereinigten Staaten nicht möglich gewesen sein.

Doch Infantino zeigte sich in seinem Statement, das auch auf der Website der FIFA veröffentlicht wurde, immun gegen jegliche Hinweise auf mögliche Missstände: "Sieben Millionen Menschen aus mehr als 200 Ländern genossen das Turnier in 16 fantastischen Städten und Stadien: null Zwischenfälle, null Feindseligkeiten, null Gewalt, nur Freude, Emotionen, Glück, Einheit und Zusammengehörigkeit", schrieb er. Alle seien "sicher, geborgen und glücklich" gewesen.

Die WM habe "die Menschheit auf ihre beste Art und Weise gefeiert", behauptete Infantino. Auch gegen die Kritik an manchen Schiedsrichterentscheidungen wehrte er sich: Umstrittene Endscheidungen seien in den weltweit größten Ligen an der "Tagesordnung."

Für seine Kritiker hatte Infantino noch einen Ratschlag parat: "Nehmt euch bitte einen Moment Zeit, um nachzudenken, zu meditieren, zu beten oder ein Fußballspiel anzuschauen und die Gesichter, die Augen und die Emotionen wirklich zu betrachten." Seine Botschaft beendete der Italo-Schweizer mit den Worten: "Viel Liebe an alle."

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Niewiadoma fährt am Mont Ventoux ins Gelbe Trikot

Die Polin Kasia Niewiadoma hat in der Gluthitze am Mont Ventoux die Königsetappe der Tour de France der Frauen gewonnen und das Gelbe Trikot erobert. Die Gesamtsiegerin von 2024 kam am kahlen Gipfel im Herzen der Provence klar vor ihren Rivalinnen Demi Vollering (+1:16 Minuten) und der zuvor führenden Marlen Reusser (+1:46) ins Ziel und steht vor ihrem zweiten Gesamtsieg. Die Rosenheimerin Antonia Niedermaier überzeugte als Sechste erneut und behält nach sieben von neun Tagen das Weiße Trikot.

Norwegens Fußball-Verband fordert Infantinos Rücktritt

Der norwegische Fußball-Verband NFF fordert den Rücktritt von Gianni Infantino. Nach einer Sitzung der Verbandsführung, bei der insbesondere die Zukunft des umstrittenen FIFA-Chefs erörtert wurde, sagte die NFF-Vorsitzende Lise Klaveness auf einer Pressekonferenz: "Wir werden den FIFA-Präsidenten jetzt zum Rücktritt auffordern."

Verweigerter Dopingtest: NADA will Vierjahressperre für Ansah

Nach einem verweigerten Dopingtest fordert die Nationale Anti Doping Agentur eine vierjährige Sperre für den deutschen 100-m-Rekordhalter Owen Ansah. Diesen Sanktionsvorschlag teilte die NADA am Freitag mit. Wird er akzeptiert, reduziert sich die Dauer automatisch auf drei Jahre.

Dina Ebimbe wechselt von Frankfurt zu Schalke

Schalke 04 schraubt weiter am Kader für die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga. Die Königsblauen gaben die Verpflichtung von Junior Dina Ebimbe bekannt, der rechte Außenbahnspieler war vom Ligakonkurrenten Eintracht Frankfurt aussortiert worden. Auf Schalke unterschrieb der gebürtige Franzose einen Vertrag bis 2028. Der 25-Jährige war 2022 zur Eintracht gewechselt, in der vergangenen Saison allerdings bereits an den französischen Klub Stade Brest ausgeliehen worden.

Textgröße ändern: