Deutsche Tageszeitung - Wissing hält Verzögerungen im Bahnverkehr wegen Energietransporten für möglich

Wissing hält Verzögerungen im Bahnverkehr wegen Energietransporten für möglich


Wissing hält Verzögerungen im Bahnverkehr wegen Energietransporten für möglich
Wissing hält Verzögerungen im Bahnverkehr wegen Energietransporten für möglich / Foto: © AFP

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hält Verzögerungen im Personenverkehr der Bahn bei Lieferengpässen aufgrund der derzeit niedrigen Pegelstände für möglich. "Wenn es dazu kommen sollte, dass wir die Priorisierung der Kohletransporte aktivieren müssen, dann kann es dazu kommen, dass am Ende auch ein Personenzug warten muss", sagte Wissing am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Die Versorgung der Kraftwerke habe Vorrang.

Textgröße ändern:

Die Infrastruktur sei aktuell "extrem herausgefordert", sagte der Verkehrsminister weiter. Transportschiffe können auf den Flüssen aktuell nur noch wenig Ladung führen, da die Wasserstände aufgrund der Wetterlage für schwere Transporte zu niedrig sind. Ein Ausweichen auf die Bahn ist aber nur begrenzt möglich.

"In den letzten zehn Jahren wurde zu wenig in die Infrastruktur investiert", sagte Wissing weiter. Nötig sei beispielsweise eine Vertiefung der Fahrrinne im Rhein. Dies sei "lange diskutiert, aber nicht umgesetzt" worden, kritisierte Wissing. "Wir müssen investieren in unsere Infrastruktur, das ist die Grundlage unseres wirtschaftlichen Erfolges und damit auch des gesellschaftlichen Zusammenhalts".

Die Bundesregierung plane nun eine Verordnung, mit der die knappen Ressourcen in der Logistik priorisiert werden können, sagte Wissing in der ARD. "Das heißt Vorrang für die wichtigsten Transporte und dazu gehören beispielsweise Kohletransporte, um unseren Strom herzustellen." Auch der Personenverkehr der Bahn sei auf die Energieversorgung angewiesen. "Ohne stabile Stromversorgung funktioniert nichts".

Der nordrhein-westfälische Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) erteilte der Rheinvertiefung im Gespräch mit der "Rheinischen Post" hingegen eine Absage. "Den Rhein einfach nur auszubaggern und tiefer zu machen, löst kein Problem", sagte Krischer der Zeitung. Auch eine tiefere Fahrrinne helfe nicht, wenn der Fluss kein Wasser mehr führe. Er forderte zusätzliche Mittel vom Bundesverkehrsministerium für andere Projekte. "Dabei geht es vor allem auch um die Förderung von Schiffen mit geringerem Tiefgang", sagte er. "Wir müssen die Schiffe dem Rhein anpassen, nicht umgekehrt".

(L.Svenson--DTZ)

Empfohlen

Telekom eröffnet mit Nvidia ausgebautes KI-Rechenzentrum in München

Die Deutsche Telekom nimmt am Mittwoch in München eine der nach ihren Angaben "größten KI-Fabriken in Europa" in Betrieb. An der Eröffnungszeremonie nimmt auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) teil und hält um 15.00 Uhr eine Rede. Die Telekom baute die Rechenfabrik zusammen mit dem US-Chiphersteller Nvidia aus, maßgeblich beteiligt ist zudem der SAP-Konzern, der Softwarelösungen beisteuert.

Fusion von KI-Firma xAI mit SpaceX: Musk will Datenzentren im Weltall schaffen

Der Milliardär Elon Musk will Datenzentren im Weltall schaffen und hat dafür zwei seiner Unternehmen zusammengelegt: Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX übernahm die Firma xAI, die sich mit Künstlicher Intelligenz (KI) beschäftigt. SpaceX plane, Satelliten im Weltraum als Datenzentren einzusetzen und mit ihrer Hilfe Solarenergie zu produzieren, um den wachsenden Energiebedarf der KI-Infrastruktur auf der Erde abzudecken, erklärte Musk am Montag. Das Projekt sei "der ehrgeizigste Innovationsmotor auf (und über) der Erde".

Frankreich: Neue Treibbojen für Klimaforschung in bis zu 6000 Metern Tiefe

Bis zu 6000 Meter können die Messgeräte in die Ozeane hinabtauchen, um Daten für die Klimaforschung zu sammeln: Frankreich hat nun die ersten beiden Treibbojen der neuen Generation in Betrieb genommen, wie das französische Institut für Meeresforschung am Montag mitteilte. Die beiden Prototypen seien seit dem 11. Januar nördlich der Antillen mit Erfolg getestet worden, erklärte das Institut.

Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen gestartet

Erkrankungen im Nachgang von Infektionen sollen besser erforscht werden. Dies ist das Ziel der Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen, die Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) am Freitag gemeinsam mit Institutionen der Gesundheitsforschung startete. Dabei geht es auch, aber bei weitem nicht nur um längerfristige Folgen von Corona-Erkrankungen.

Textgröße ändern: