Deutsche Tageszeitung - Baerbock kündigt in Kopenhagen gemeinsamen "Zukunftsaktionsplan" mit Dänemark an

Baerbock kündigt in Kopenhagen gemeinsamen "Zukunftsaktionsplan" mit Dänemark an


Baerbock kündigt in Kopenhagen gemeinsamen "Zukunftsaktionsplan" mit Dänemark an
Baerbock kündigt in Kopenhagen gemeinsamen "Zukunftsaktionsplan" mit Dänemark an / Foto: © Ritzau Scanpix/AFP

Bei ihrem Antrittsbesuch im Nachbarland Dänemark hat Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) eine Vertiefung der "ohnehin sehr engen" Zusammenarbeit beider Länder bei der Energieversorgung, beim Klimaschutz sowie in der Außen- und Sicherheitspolitik angekündigt. Beide Ländern hätten sich auf einen "Zukunftsaktionsplan" geeinigt, sagte Baerbock am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem dänischen Außenminister Jeppe Kofod in Kopenhagen.

Textgröße ändern:

Im Mittelpunkt der Gespräche standen neben der vertieften Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich, bei der Digitalisierung und bei der Bildung insbesondere Fragen des Klimaschutzes und Projekte zum Ausbau erneuerbarer Energien. Der geplante Ausbau von Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee sei dabei eine "Investition in die Zukunft", sagte Baerbock. Mit einem Anteil von fast 70 Prozent an erneuerbaren Energien lobte sie die Dänen hierbei als "Vorbild".

Grüner Strom und Wasserstoff seien ein "zentraler Anker" für ein klimaneutrales Europa. Baerbock und Kofod kündigten an, Nord- und Ostsee auch innerhalb der EU als "Europas grünes Kraftwerk" etablieren zu wollen.

Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine vor sechs Monaten gehe es nun umso mehr darum, die "Kräfte zu bündeln" und den europäischen Zusammenhalt zu stärken, sagte Baerbock. Der Krieg habe deutlich gemacht, dass Klima und Sicherheit zusammengehörten. Außenpolitik im 21. Jahrhundert sei "auf einem Auge blind, wenn sie die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern" ignoriere.

"Energieversorgung als Kriegswaffe einzusetzen, ist Ausdruck des absoluten Regelbruchs, um eine soziale Spaltung herbeizuführen", kritisierte Baerbock die russische Drosselung von Gaslieferungen nach Europa. Daher sei es so wichtig, in der EU auch bei der Energieversorgung zusammenzustehen. Beide Außenminister kündigten an, diesen deutsch-dänischen "Impuls" auch im Hinblick auf das bevorstehende informelle Außenministertreffen in der kommenden Woche verstärken zu wollen.

Vor diesem Hintergrund lobte die Bundesaußenministerin die "Zeitenwende" bei den "nordischen Freunden". So sende Dänemarks "klare Entscheidung für die volle Teilnahme an der Sicherheitspolitik der EU" - wie auch Schwedens und Finnlands Antrag auf Nato-Beitritt - an Russland das Signal "gelebter europäischer Solidarität".

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Telekom eröffnet mit Nvidia ausgebautes KI-Rechenzentrum in München

Die Deutsche Telekom nimmt am Mittwoch in München eine der nach ihren Angaben "größten KI-Fabriken in Europa" in Betrieb. An der Eröffnungszeremonie nimmt auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) teil und hält um 15.00 Uhr eine Rede. Die Telekom baute die Rechenfabrik zusammen mit dem US-Chiphersteller Nvidia aus, maßgeblich beteiligt ist zudem der SAP-Konzern, der Softwarelösungen beisteuert.

Fusion von KI-Firma xAI mit SpaceX: Musk will Datenzentren im Weltall schaffen

Der Milliardär Elon Musk will Datenzentren im Weltall schaffen und hat dafür zwei seiner Unternehmen zusammengelegt: Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX übernahm die Firma xAI, die sich mit Künstlicher Intelligenz (KI) beschäftigt. SpaceX plane, Satelliten im Weltraum als Datenzentren einzusetzen und mit ihrer Hilfe Solarenergie zu produzieren, um den wachsenden Energiebedarf der KI-Infrastruktur auf der Erde abzudecken, erklärte Musk am Montag. Das Projekt sei "der ehrgeizigste Innovationsmotor auf (und über) der Erde".

Frankreich: Neue Treibbojen für Klimaforschung in bis zu 6000 Metern Tiefe

Bis zu 6000 Meter können die Messgeräte in die Ozeane hinabtauchen, um Daten für die Klimaforschung zu sammeln: Frankreich hat nun die ersten beiden Treibbojen der neuen Generation in Betrieb genommen, wie das französische Institut für Meeresforschung am Montag mitteilte. Die beiden Prototypen seien seit dem 11. Januar nördlich der Antillen mit Erfolg getestet worden, erklärte das Institut.

Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen gestartet

Erkrankungen im Nachgang von Infektionen sollen besser erforscht werden. Dies ist das Ziel der Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen, die Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) am Freitag gemeinsam mit Institutionen der Gesundheitsforschung startete. Dabei geht es auch, aber bei weitem nicht nur um längerfristige Folgen von Corona-Erkrankungen.

Textgröße ändern: