Deutsche Tageszeitung - Nouripour verteidigt Räumung von Lützerath für Braunkohleabbau

Nouripour verteidigt Räumung von Lützerath für Braunkohleabbau


Nouripour verteidigt Räumung von Lützerath für Braunkohleabbau
Nouripour verteidigt Räumung von Lützerath für Braunkohleabbau / Foto: © AFP/Archiv

Grünen-Ko-Chef Omid Nouripour hat die bevorstehende Räumung des von Klimaaktivisten besetzten Dorfes Lützerath im rheinischen Braunkohlerevier verteidigt. Der Streit sei "ausgeurteilt durch alle Instanzen" und der Energiekonzern RWE habe einen Rechtsanspruch auf das Abbaggern der unter Lützerath liegenden Kohle, sagte Nouripour am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Dies sei Teil eines Kompromisses, der andererseits fünf andere Dörfer im Braunkohlerevier vor der Räumung bewahrt und den Kohleausstieg in Westdeutschland "um acht Jahre vorgezogen" habe.

Textgröße ändern:

"Hätten wir den Kompromiss nicht gemacht, dann wäre das alles nicht passiert", betonte Nouripour. Insofern sei dies "ein guter Kompromiss, den ich wirklich auch gut tragen kann" und "ein signifikanter Schritt nach vorne beim Thema Klimaschutz".

Lützerath soll der Erweiterung eines großen Tagebaus weichen. Klima-Aktivisten verschanzen sich seit längerem in dem Dorf bei Aachen. Zahlreiche zusätzliche Protestierende kamen in den vergangenen Tagen in den Ort, um seine Räumung für den Kohleabbau zu verhindern. Nach Angaben der Polizei soll die Räumung von Lützerath frühestens ab Mittwoch beginnen.

Der Protest überschattet die zweitägige Vorstandsklausur der Grünen in Berlin. Dabei hatte die Parteiführung am Montag angekündigt, das Jahr 2023 zum "Jahr des Klimaschutzes" zu machen.

Nouripour mahnte im ZDF auch die Koalitionspartner im Bund - SPD und FDP -, mehr für den Klimaschutz zu tun. So gebe es im Verkehrssektor, für den Bundesverkehrsminister Volker Wissing von der FDP zuständig ist, "den meisten Nachholholbedarf" beim Thema Klimaschutz.

Mit Blick auf den für Dienstagnachmittag geplanten Mobilitätsgipfel im Kanzleramt betonte der Grünen-Chef die Forderung seiner Partei, marode Verkehrsinfrastruktur zu sanieren, statt neue Straßen zu bauen. "Das Renovieren, das Sanieren, das Modernisieren, das ist doch das Gebot der Stunde", sagte Nouripour. Im übrigen gelte "höchste Priorität für die Schiene", da passiere zu wenig.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

65 Jahre Mauerbau: Warnungen vor DDR-Verklärung und Gefährung der Demokratie

Aufforderungen zur Verteidigung der Demokratie und Warnungen vor einer Verklärung der DDR-Geschichte haben am Donnerstag das Gedenken zum 65. Jahrestag des Mauerbaus geprägt. "Die Lektion der Mauer bleibt: Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Wir müssen immer dafür kämpfen", schrieb Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf X. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) warnte vor "Gleichgültigkeit und Desinteresse" gegenüber den aktuellen Gefahrdungen der Demokratie.

Klöckner weist zu Jahrestag des Mauerbaus auf Spaltungen zwischen Ost und West hin

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat zum 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer auf fortbestehende Spaltungen zwischen Ost und West hingewiesen. "Die Mauer hat in Deutschland Spuren gezogen, die unsere Wege heute noch beeinflussen", sagte Klöckner am Donnerstag in ihrer Ansprache bei der Gedenkveranstaltung in Berlin. Selbst bei denen, die erst nach dem Mauerfall geboren wurden, wirke sie nach.

Sonnenfinsternis legt Verkehr in Bremen lahm: Polizei erfasst rund hundert Verstöße

Die Sonnenfinsternis vom Mittwochabend hat in Bremen teils den Verkehr lahm gelegt und einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Rund um einen beliebten Aussichtspunkt im Norden der Stadt staute sich der Verkehr zeitweise bis auf die Autobahn 27 zurück, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Teils seien Fahrzeuge auf der Autobahn geparkt worden. Insgesamt erfasste die Polizei 110 Verkehrsverstöße.

65 Jahre Mauerbau: Opferbeauftragte warnt vor Verklärung der DDR

Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus hat die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke vor einer zunehmenden Verklärung der DDR gewarnt. "Einigen erscheint die DDR zunehmend schöner, je länger sie zurückliegt", sagte Zupke der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). "Dabei wird ausgeblendet, wie das Leben in der DDR tatsächlich war."

Textgröße ändern: