Deutsche Tageszeitung - Deutschland verlor seit 2002 durchschnittlich 760 Millionen Tonnen Wasser pro Jahr

Deutschland verlor seit 2002 durchschnittlich 760 Millionen Tonnen Wasser pro Jahr


Deutschland verlor seit 2002 durchschnittlich 760 Millionen Tonnen Wasser pro Jahr
Deutschland verlor seit 2002 durchschnittlich 760 Millionen Tonnen Wasser pro Jahr / Foto: © AFP/Archiv

Deutschland hat in den vergangenen 20 Jahren durchschnittlich 760 Millionen Tonnen Wasser pro Jahr verloren. Das berichtete das Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) am Dienstag nach einer umfangreichen Datenanalyse. Ursache seien Dürren, abnehmende Bodenfeuchte, schwindendes Grundwasser, abgeschmolzene Gletscher und gesunkene Wasserspiegel.

Textgröße ändern:

Der jährliche Wasserverlust entspricht demnach 0,76 Kubikkilometern. Der gesamte Wasserspeicher habe in den beiden Jahrzehnten um zusammengerechnet 15,2 Kubikkilometer abgenommen. Zum Vergleich: Der Wasserverbrauch aller Sektoren, von Industrie über Landwirtschaft bis zu Privathaushalten, liegt in Deutschland bei rund 20 Kubikkilometern pro Jahr.

Zugleich betonten die Forscher in ihrem Beitrag für die Fachzeitschrift "Hydrologie & Wasserbewirtschaftung", dass der untersuchte Zeitraum zu kurz und zu stark von verschiedenen Extremen geprägt war, um verlässlich einen langfristigen Trend abschätzen zu können.

Die Studie beruht auf Daten der Satellitenmissionen GRACE und GRACE-Follow On. Experten vom GFZ, der Universität Bonn und des Forschungszentrums Jülich verglichen für die Jahre 2002 bis 2022 vier verschiedene Auswertungsmethoden und kamen dabei zu einem deutlich geringeren Wasserverlust kamen als andere Studien, die lediglich auf einer einzigen Methode beruhten.

Beispielsweise bezifferte das Jet Propulsion Laboratory in den USA, das Satelliten und Raumsonden für die NASA baut und steuert, den jährlichen Wasserverlust in Deutschland auf fast 2,5 Kubikkilometer.

Unterschiede gab es in der aktuellen Studie demnach vor allem zu Beginn und am Ende des Untersuchungszeitraums. Das Jahr 2002 war von extremen Niederschlägen insbesondere in Süd- und Ostdeutschland geprägt. An der Donau und der Elbe gab es im August 2002 verheerende Hochwasser. Am Ende der Zeitreihe stehen hingegen die trockenen Jahre seit 2018.

Die Datensätze zeigen nach Angaben von Studienleiter Andreas Güntner, "dass ein Jahr mit höheren Niederschlägen wie 2021 nicht ausreicht, um die Defizite der Wasserspeicherung, die sich über den längeren Zeitraum angesammelt haben, wieder auszugleichen".

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

Infineon stockt Investitionen in neue Halbleiterfabrik wegen KI-Booms auf

Wegen des Booms bei Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) stockt der Halbleiterhersteller Infineon seine Investitionen deutlich auf. Wie Infineon am Mittwoch ankündigte, sind im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September in diesem Bereich nun Investitionen in Höhe von rund 2,7 Milliarden Euro vorgesehen - eine halbe Milliarde Euro mehr als bisher geplant. Ein großer Teil davon soll demnach auf einen "schnelleren Hochlauf" der Halbleiterfabrik "Smart Power Fab" in Dresden entfallen.

Telekom eröffnet mit Nvidia ausgebautes KI-Rechenzentrum in München

Die Deutsche Telekom nimmt am Mittwoch in München eine der nach ihren Angaben "größten KI-Fabriken in Europa" in Betrieb. An der Eröffnungszeremonie nimmt auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) teil und hält um 15.00 Uhr eine Rede. Die Telekom baute die Rechenfabrik zusammen mit dem US-Chiphersteller Nvidia aus, maßgeblich beteiligt ist zudem der SAP-Konzern, der Softwarelösungen beisteuert.

Immuntherapie von Axon Neuroscience für eine bahnbrechende klinische Studie zur Kombinationstherapie bei Alzheimer in den USA ausgewählt, die mit einer Förderung in Höhe von 151 Mio. USD unterstützt wird

Die aktive Tau-Immuntherapie AADvac1 von Axon Neuroscience wurde als erste auf Tau ausgerichtete Therapie für eine bahnbrechende klinische Phase-2-Studie zu Alzheimer in den USA (unterstützt durch eine Förderung in Höhe von 151 Mio. USD) und gleichzeitig für eine neue Plattformstudie zur progressiven supranukleären Lähmung (PSP) (unterstützt durch eine Förderung in Höhe von 75 Mio. USD) ausgewählt

Fusion von KI-Firma xAI mit SpaceX: Musk will Datenzentren im Weltall schaffen

Der Milliardär Elon Musk will Datenzentren im Weltall schaffen und hat dafür zwei seiner Unternehmen zusammengelegt: Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX übernahm die Firma xAI, die sich mit Künstlicher Intelligenz (KI) beschäftigt. SpaceX plane, Satelliten im Weltraum als Datenzentren einzusetzen und mit ihrer Hilfe Solarenergie zu produzieren, um den wachsenden Energiebedarf der KI-Infrastruktur auf der Erde abzudecken, erklärte Musk am Montag. Das Projekt sei "der ehrgeizigste Innovationsmotor auf (und über) der Erde".

Textgröße ändern: