Deutsche Tageszeitung - Microsoft: Hacker aus China in E-Mail-Konten westlicher Regierungen eingedrungen

Microsoft: Hacker aus China in E-Mail-Konten westlicher Regierungen eingedrungen


Microsoft: Hacker aus China in E-Mail-Konten westlicher Regierungen eingedrungen
Microsoft: Hacker aus China in E-Mail-Konten westlicher Regierungen eingedrungen / Foto: © AFP/Archiv

Hacker aus China sind nach Angaben des Softwareriesen Microsoft in E-Mail-Konten mehrerer westlicher Regierungseinrichtungen eingedrungen. Der in China ansässige Akteur, den Microsoft als Storm-0558 bezeichnet, habe sich Zugriff auf E-Mail-Konten von 25 Organisationen einschließlich Behörden verschafft, erklärte der Konzern am Dienstagabend (Ortszeit). "Wir gehen davon aus, dass dieser Gegner sich auf Spionage konzentriert - sowie auf das Erlangen von Zugang zu E-Mail-Systemen zum Sammeln von Geheiminformationen."

Textgröße ändern:

Ziel der Attacken wurde offenbar auch das US-Außenministerium, auch wenn Microsoft das Ministerium nicht explizit aufführte. Ein Außenamtssprecher erklärte aber am Mittwoch in Washington, das Ministerium habe "ungewöhnliche Aktivitäten" ausgemacht und daraufhin "sofortige Schritte unternommen, um unsere Systeme zu sichern".

Nähere Angaben wollte das Außenministerium in Washington unter Verweis auf seine "Cybersicherheitspolitik" nicht machen. "Zu dem Vorfall wird weiterhin ermittelt", erklärte der Sprecher.

Die Zeitung "Washington Post" berichtete, die gehackten E-Mail-Konten hätten keine Geheimhaltungsstufen gehabt. Konten des US-Verteidigungsministeriums, von Geheimdiensten oder den Streitkräften des Landes seien mutmaßlich nicht betroffen gewesen.

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, sagte im Fernsehsender ABC, der Hackerangriff sei "ziemlich schnell" entdeckt worden. "Wir konnten weitere Breschen verhindern."

Microsoft zufolge greift Storm-0558 in erster Linie "Regierungsbehörden in Westeuropa" an und konzentriert sich dabei auf Spionage, Datendiebstahl und Zugangsdaten. Der Softwarekonzern hatte nach eigenen Angaben am 16. Juni eine Untersuchung zu "ungewöhnlicher E-Mail-Aktivität" eingeleitet und unternahm in der Folge Schritte, um den Hackerangriff zu unterbinden.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

65 Jahre Mauerbau: Warnungen vor DDR-Verklärung und Gefährung der Demokratie

Aufforderungen zur Verteidigung der Demokratie und Warnungen vor einer Verklärung der DDR-Geschichte haben am Donnerstag das Gedenken zum 65. Jahrestag des Mauerbaus geprägt. "Die Lektion der Mauer bleibt: Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Wir müssen immer dafür kämpfen", schrieb Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf X. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) warnte vor "Gleichgültigkeit und Desinteresse" gegenüber den aktuellen Gefahrdungen der Demokratie.

Klöckner weist zu Jahrestag des Mauerbaus auf Spaltungen zwischen Ost und West hin

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat zum 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer auf fortbestehende Spaltungen zwischen Ost und West hingewiesen. "Die Mauer hat in Deutschland Spuren gezogen, die unsere Wege heute noch beeinflussen", sagte Klöckner am Donnerstag in ihrer Ansprache bei der Gedenkveranstaltung in Berlin. Selbst bei denen, die erst nach dem Mauerfall geboren wurden, wirke sie nach.

Sonnenfinsternis legt Verkehr in Bremen lahm: Polizei erfasst rund hundert Verstöße

Die Sonnenfinsternis vom Mittwochabend hat in Bremen teils den Verkehr lahm gelegt und einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Rund um einen beliebten Aussichtspunkt im Norden der Stadt staute sich der Verkehr zeitweise bis auf die Autobahn 27 zurück, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Teils seien Fahrzeuge auf der Autobahn geparkt worden. Insgesamt erfasste die Polizei 110 Verkehrsverstöße.

65 Jahre Mauerbau: Opferbeauftragte warnt vor Verklärung der DDR

Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus hat die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke vor einer zunehmenden Verklärung der DDR gewarnt. "Einigen erscheint die DDR zunehmend schöner, je länger sie zurückliegt", sagte Zupke der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). "Dabei wird ausgeblendet, wie das Leben in der DDR tatsächlich war."

Textgröße ändern: