Deutsche Tageszeitung - Studie: Massive Wachstumsschübe in der Pubertät gibt es auch bei Affen

Studie: Massive Wachstumsschübe in der Pubertät gibt es auch bei Affen


Studie: Massive Wachstumsschübe in der Pubertät gibt es auch bei Affen
Studie: Massive Wachstumsschübe in der Pubertät gibt es auch bei Affen / Foto: © Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology/AFP/Archiv

Eine weit verbreitete Annahme über die Einzigartigkeit des menschlichen Körperwachstums könnte laut einer Studie von Forschenden aus Göttingen und Wien auf methodische Fehler und irrige Dateninterpretationen zurückzuführen sein. Wie das Deutsches Primatenzentrum (DPZ) Leibniz-Institut für Primatenforschung am Donnerstag in Göttingen mitteilte, kommt es bei Bonobos - und vermutlich auch bei anderen Affen - doch zu ausgeprägten schnellen Wachstumsschüben während der Pubertät.

Textgröße ändern:

Laut DPZ galt in Fachkreisen bislang als ausgemacht, dass nur der Mensch aus evolutionären Gründen ein spezielles Wachstumsmuster entwickelte, bei dem Kinder zunächst jahrelang sehr langsam an Größe und Gewicht zulegen und dann mit den Hormonumstellungen in der Pubertät schlagartig einen großen Sprung machen. Das Wachstum von Menschenaffen verläuft demnach viel gleichmäßiger.

Eine nun veröffentlichte Studie von Expertinnen und Experten des DPZ und der Universität Wien stellt diese Hypothese allerdings grundsätzlich in Zweifel: Demnach gibt es pubertäre Wachstumsschübe auch bei Bonobos und vermutlich anderen Affenarten. Diese wurden allerdings wegen methodischer Fehler bei der Analyse von Wachstumskurven nicht erkannt. Es sei zu "irreführenden Interpretationen" und einem Quasivergleich von "Äpfeln mit Birnen" gekommen.

Bei entsprechender skalenkorrigierter Betrachtung von Wachstumskurven lassen sich demnach nach Erkenntnissen der Forscherinnen und Forscher auch bei Bonobos sehr wohl massive Schübe nachweisen, die wiederum mit bestimmten Hormonspiegeln korrespondieren und dem von jugendlichen Menschen während der Pubertät bekannten Mustern ähneln. "Der Mensch ist diesbezüglich weniger außergewöhnlich als bisher gedacht", erklärte das Göttinger Primatenzentrum.

Die in der Fachzeitschrift "eLife" veröffentlichte Untersuchung basiert auf der Analyse der Daten von 258 in Zoos lebenden Bonobos. Bonobos sind eng mit Schimpansen verwandt und ähneln diesen äußerlich stark, unterscheiden sich von ihnen aber im Sozialverhalten deutlich. So übernehmen bei ihnen meist Weibchen die Gruppenführung, die Tiere sind zudem sehr friedlich. Bonobos und Schimpansen sind die am engsten mit dem Menschen verwandten Primaten.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Infineon stockt Investitionen in neue Halbleiterfabrik wegen KI-Booms auf

Wegen des Booms bei Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) stockt der Halbleiterhersteller Infineon seine Investitionen deutlich auf. Wie Infineon am Mittwoch ankündigte, sind im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September in diesem Bereich nun Investitionen in Höhe von rund 2,7 Milliarden Euro vorgesehen - eine halbe Milliarde Euro mehr als bisher geplant. Ein großer Teil davon soll demnach auf einen "schnelleren Hochlauf" der Halbleiterfabrik "Smart Power Fab" in Dresden entfallen.

Telekom eröffnet mit Nvidia ausgebautes KI-Rechenzentrum in München

Die Deutsche Telekom nimmt am Mittwoch in München eine der nach ihren Angaben "größten KI-Fabriken in Europa" in Betrieb. An der Eröffnungszeremonie nimmt auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) teil und hält um 15.00 Uhr eine Rede. Die Telekom baute die Rechenfabrik zusammen mit dem US-Chiphersteller Nvidia aus, maßgeblich beteiligt ist zudem der SAP-Konzern, der Softwarelösungen beisteuert.

Immuntherapie von Axon Neuroscience für eine bahnbrechende klinische Studie zur Kombinationstherapie bei Alzheimer in den USA ausgewählt, die mit einer Förderung in Höhe von 151 Mio. USD unterstützt wird

Die aktive Tau-Immuntherapie AADvac1 von Axon Neuroscience wurde als erste auf Tau ausgerichtete Therapie für eine bahnbrechende klinische Phase-2-Studie zu Alzheimer in den USA (unterstützt durch eine Förderung in Höhe von 151 Mio. USD) und gleichzeitig für eine neue Plattformstudie zur progressiven supranukleären Lähmung (PSP) (unterstützt durch eine Förderung in Höhe von 75 Mio. USD) ausgewählt

Fusion von KI-Firma xAI mit SpaceX: Musk will Datenzentren im Weltall schaffen

Der Milliardär Elon Musk will Datenzentren im Weltall schaffen und hat dafür zwei seiner Unternehmen zusammengelegt: Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX übernahm die Firma xAI, die sich mit Künstlicher Intelligenz (KI) beschäftigt. SpaceX plane, Satelliten im Weltraum als Datenzentren einzusetzen und mit ihrer Hilfe Solarenergie zu produzieren, um den wachsenden Energiebedarf der KI-Infrastruktur auf der Erde abzudecken, erklärte Musk am Montag. Das Projekt sei "der ehrgeizigste Innovationsmotor auf (und über) der Erde".

Textgröße ändern: