Deutsche Tageszeitung - Deutschland will Rückgabe von Raubkunst aus Kolonialzeit erleichtern

Deutschland will Rückgabe von Raubkunst aus Kolonialzeit erleichtern


Deutschland will Rückgabe von Raubkunst aus Kolonialzeit erleichtern
Deutschland will Rückgabe von Raubkunst aus Kolonialzeit erleichtern / Foto: © AFP/Archiv

Eine zentrale Anlaufstelle und neue Leitlinien sollen die Rückgabe von in der Kolonialzeit nach Deutschland verschleppten Kulturschätzen erleichtern. Darauf verständigten sich Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen am Dienstag während eines Spitzentreffens bei Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) im 'Bundeskanzleramt in Berlin. "Der Kolonialismus beruhte auf Unterdrückung, Gewalt und Ausbeutung - es ist unsere Verantwortung, dieses Unrecht klar zu benennen und aufzuarbeiten", erklärte Weimer.

Textgröße ändern:

Nach Angaben von Bundesregierung und Kulturministerkonferenz der Länder soll die Stelle als zentraler Anlaufpunkt für ausländische Regierungen und ihre Organe bei Fragen der sogenannten Restitution von Artefakten dienen. Geplant ist demnach auch der Aufbau eines internationalen Expertennetzwerks, das deutsche Museen und ihre Träger fachlich berät.

Außerdem verständigten sich die Vertreter der drei staatlichen Ebenen auf gemeinsame "Leitlinien zum Umgang mit Kulturgütern und menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten", die konkrete Empfehlungen geben. Ziel sei es, "Rückgaben von Kulturgut und menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten aus öffentlichen Museen und Sammlungen weiter zu erleichtern", hieß es in einer gemeinsam veröffentlichten Erklärung.

Parallel dazu beschlossen sie demnach die Neufassung einer gemeinsamen Handreichung zur Rückgabe von NS-Raubkunst insbesondere an jüdische Besitzer und ihre Nachfahren. Die Überarbeitung biete mehr "Klarheit" und schaffe wichtige Voraussetzung für den zum 1. Dezember geplanten Start der Schiedsgerichtsbarkeit zu NS-Raubgut, erklärte Weimer dazu.

Während der Kolonialzeit waren massenhaft Kulturgüter sowie sterbliche Überreste in europäische Staaten verschleppt worden, wo sie gehandelt und in Museen ausgestellt wurden. Erst in jüngerer Zeit gewann die Frage der Rückgabe an die Herkunftsstaaten an Bedeutung. Deutschland gab etwa 2022 und 2023 hunderte sogenannte Benin-Bronzen an das westafrikanische Nigeria zurück.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

Fliegender Tesla-Roadster ruft US-Verkehrsbehörde auf den Plan

Die Präsentation des neuen Tesla-Roadsters lieferte spektakuläre Bilder - die Reaktion der US-Behörden auf das fliegende Auto fiel nun deutlich nüchterner aus. Die Nationale Behörde für Straßen- und Verkehrssicherheit (NHTSA) pochte am Freitag auf die Einhaltung geltender Vorschriften. Der Sportwagen scheine zwar "den Gesetzen der Physik zu trotzen", teilte die Behörde auf AFP-Anfrage mit. Es müsse aber sichergestellt werden, "dass er nicht gegen die bundesweiten Sicherheitsvorschriften für Kraftfahrzeuge verstößt und dass die Fahrer alle lokalen Verkehrsregeln einhalten".

Tesla-Chef Musk stellt fliegenden Roadster vor

"Fliegende Autos sind Wirklichkeit": Mit markigen Worten hat Tesla-Chef Elon Musk den lange erwarteten neuen Roadster des US-Elektroautobauers vorgestellt, der in der "Thrust"-Version mit Schubdüsen kurze Strecken in der Luft zurücklegen kann. Das Auto wurde am Donnerstag auf einem Testgelände von Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX nahe Waco im US-Bundesstaat Texas präsentiert. Im Prinzip könne das Auto "wie eine Rakete fliegen", sagte Musk.

Staatsschutz ermittelt: Stinkende Flüssigkeit vor NS-Gedenkstätte in Köln gekippt

Unbekannte haben vor dem NS-Dokumentationszentrum in Köln eine übelriechende Flüssigkeit vergossen. Der Staatsschutz ermittelt wegen Sachbeschädigung, wie die Polizei in der nordrhein-westfälischen Großstadt am Freitag mitteilte. Mitarbeiter der städtischen Einrichtung informierten demnach am Morgen wegen des "extremen" Geruchs die Polizei. An allen drei Zugängen des Gebäudes fanden sich Reste der offenbar gezielt verteilten Flüssigkeit.

US-Chip-Riese Nvidia plant in Europa weitere Milliarden-Investitionen

Der US-Chip-Riese Nvidia plant in Europa weitere Milliarden-Investitionen. "Wir haben noch einige Milliarden Dollar in Vorbereitung", sagte Nvidia-Chef Jensen Huang der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstagabend in der schwedischen Hauptstadt Stockholm. "Wir helfen Europa, das KI-Ökosystem aufzubauen", fügte er mit Blick auf Vorhaben im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) hinzu.

Textgröße ändern: