Deutsche Tageszeitung - 200 Jahre nach Goethes Tod: Forscher finden Ameise in dessen Bernsteinsammlung

200 Jahre nach Goethes Tod: Forscher finden Ameise in dessen Bernsteinsammlung


200 Jahre nach Goethes Tod: Forscher finden Ameise in dessen Bernsteinsammlung
200 Jahre nach Goethes Tod: Forscher finden Ameise in dessen Bernsteinsammlung / Foto: © AFP/Archiv

Rund 200 Jahre nach dem Tod Johann Wolfgang von Goethes haben Forscher eine gut erhaltene Ameise in dessen Bernsteinsammlung entdeckt. Wie die Friedrich-Schiller-Universität Jena am Montag mitteilte, fanden Biologen in einem der Stücke das rund 40 Millionen Jahre alte Fossil einer ausgestorbenen Ameisenart.

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Goethes Bernstein-Sammlung, die die Klassik Stiftung Weimar im Goethe-Nationalmuseum der thüringischen Stadt aufbewahrt, umfasst insgesamt 40 Stücke aus dem Ostseeraum. In zwei von ihnen entdeckten die Jenaer Wissenschaftler insgesamt drei fossile Einschlüsse von Tieren.

Die Forscher vermuten, dass der Dichter selbst nichts über die Millionen Jahre alten Einschlüsse wusste, die für das ungeübte Auge in den ungeschliffenen Steinen kaum zu erkennen seien.

Anhand moderner Bildgebungsverfahren durchleuchteten die Biologen nun die Bernstein-Stücke und erhielten so dreidimensionale Bilder einer Trauermücke, einer Kriebelmücke und einer Ameise. Letztere gehört demnach zu einer ausgestorbenen Art, die in Bernstein sehr häufig vorkommt. Dank ihres guten Erhaltungszustands konnten die Forscher die Ameise jedoch so detailliert beschreiben wie noch nie zuvor.

Goethe selbst interessierte sich dem Bericht zufolge zeitlebens wenig und nur aufgrund möglicher optischer Eigenschaften für Bernstein. So schliff er sich beispielsweise Linsen aus dem versteinerten Baumharz, um für seine Farbenlehre bestimmte Farbspektren beobachten zu können.

(V.Sørensen--DTZ)

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