Deutsche Tageszeitung - KI-Chips von Nvidia nach China geschmuggelt: Drei Männer in USA angeklagt

KI-Chips von Nvidia nach China geschmuggelt: Drei Männer in USA angeklagt


KI-Chips von Nvidia nach China geschmuggelt: Drei Männer in USA angeklagt
KI-Chips von Nvidia nach China geschmuggelt: Drei Männer in USA angeklagt / Foto: © AFP

Drei Männer sind in den USA wegen des Schmuggels von Hochleistungschips des Herstellers Nvidia nach China angeklagt. "Die Angeklagten waren an einem systematischen Komplott beteiligt, mit dem riesige Mengen an US-amerikanischer KI-Technologie an Kunden in China weitergeleitet wurden", erklärte US-Staatsanwalt Jay Clayton am Donnerstag in New York. Die USA hatten den Verkauf von Nvidia-Chips für KI-Anwendungen nach China weitgehend verboten.

Textgröße ändern:

Im Zentrum des Falls steht der Server-Hersteller Super Micro Computer. Das Unternehmen aus San José, im Herzen des Silicon Valley, ist einer der weltweit führenden Anbieter im Bereich des Baus von KI-Rechenzentren. Drei teils hochrangige Beschäftigte, der 71-jährige Yih-Shyan Liaw, genannt Wally, der 44-jährige Ting-Wei Sun, genannt Willy, und der 53-jährige Ruei-Tsang Chang, genannt Steven, sollen ein "verworrenes Geflecht aus Lügen, Verschleierungstaktiken und Vertuschungen" etabliert haben.

Demnach betrieben die Angeklagten eine Art Durchlaufgesellschaft in Südostasien, die dazu diente, den tatsächlichen Bestimmungsort der mit Nvidia-Chips ausgestatteten Server zu verschleiern. Laut Anklageschrift wurden dafür gefälschte Dokumente verwendet, um die Spur nach China zu verwischen. Der Warenwert der seit 2024 rechtswidrig nach China gelieferten Technologie beläuft sich demnach auf mindestens 2,5 Milliarden Dollar.

Liaw ist Mitgründer von Super Micro Computer, Sun gilt als Vertrauter des 71-Jährigen. Beide wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Kalifornien festgenommen. Chang ist der Direktor des Taiwan-Büros der Server-Herstellers und den Angaben nach auf der Flucht. Das Unternehmen erklärte, die Mitarbeiter hätten gegen Richtlinien und Kontrollmechanismen verstoßen, und sagte volle Kooperation mit den US-Behörden zu.

Bereits unter US-Präsident Joe Biden wurde die Ausfuhr von Nvidia-Chips für Anwendungen im Bereich Künstlicher Intelligenz nach China stark eingeschränkt. Dies sollte den USA den technologischen Vorsprung im wichtigen KI-Sektor sichern und Peking daran hindern, bestimmte militärische Anwendungen zu entwickeln. US-Präsident Trump hat die Bestimmungen teils gelockert.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Wissenschaftler: Intensität der derzeitigen Hitzewelle hängt "eindeutig" mit Klimawandel zusammen

Die Intensität der derzeitigen Hitzewelle in Europa hängt nach Einschätzung einer Wissenschaftlergruppe mit dem Klimawandel zusammen. "Der Klimawandel ist eindeutig dafür verantwortlich", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie der internationalen Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA). Die natürliche Wärmephase durch das Wetterphänomen El Niño spiele hingegen "keine Rolle bei der Steigerung der Hitze". Die derzeitigen extrem hohen Temperaturen am Tag und in der Nacht wären den Forschern zufolge zu diesem Zeitpunkt im Jahr vor 50 Jahren "praktisch unmöglich" gewesen.

Wenn Daten das Bauchgefühl schlagen

Was Unternehmen vom größten Sportdatenprojekt der Fußballgeschichte lernen können

Tusk ruft Polen und Ukrainer zu "gegenseitigem Respekt" angesichts der Geschichte auf

Angesichts des jüngsten Streits um die Weltkriegsvergangenheit hat der polnische Ministerpräsident Donald Tusk seine Landsleute und die Ukrainer zu "gegenseitigem Respekt" aufgerufen. "Wir können die Zukunft nur auf der Wahrheit, dem gegenseitigen Repekt und dem Verständnis der Geschichte aufbauen", sagte Tusk am Donnerstag bei der Eröffnung der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz in Danzig.

Zahl der vergebenen Deutschlandstipendien leicht gestiegen

Die Zahl der mit einem Deutschlandstipendium geförderten Stipendiatinnen und Stipendiaten ist leicht um 1,5 Prozent gestiegen. 2025 erhielten 33.500 Studierende ein solches Stipendium, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Ihr Anteil an allen Studierenden lag im Wintersemester 2025/2026 voraussichtlich bei 1,2 Prozent. Mit dem Deutschlandstipendium werden seit 2011 Studierende gefördert, deren Werdegang herausragende Leistungen im Studium und Beruf erwarten lassen.

Textgröße ändern: