Deutsche Tageszeitung - Zusammenstöße bei Protesten in Frankreich gegen geplante Bahnstrecke Lyon-Turin

Zusammenstöße bei Protesten in Frankreich gegen geplante Bahnstrecke Lyon-Turin


Zusammenstöße bei Protesten in Frankreich gegen geplante Bahnstrecke Lyon-Turin
Zusammenstöße bei Protesten in Frankreich gegen geplante Bahnstrecke Lyon-Turin / Foto: © AFP

Tausende Menschen haben am Samstag in den französischen Alpen gegen den Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Frankreich und dem benachbarten Italien protestiert. Dabei kam es kurzzeitig zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Textgröße ändern:

Trotz eines Versammlungsversammlungsverbots fanden sich sich nach Angaben der Organisatoren rund 5000 Umweltaktivisten in der Nähe des Dorfs Saint-Rémy-de-Maurienne ein; die Polizei sprach von 3000 Teilnehmern. Nach Angaben eines AFP-Reporters begannen einige der Demonstranten, die Polizisten mit Steinen zu bewerfen, diese setzten daraufhin Tränengas ein. Später stürmte die Menge eine nahegelegene Bahnstrecke, deren Betrieb wenige Stunden zuvor vorsorglich eingestellt worden war.

Die von der Europäischen Union (EU) geförderte neue Strecke soll Lyon und das italienische Turin mit einem 57,5 Kilometer langen Tunnel durch die Alpen verbinden. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf mehr als 26 Milliarden Euro.

Die Befürworter des Projekts machen geltend, dass damit der Güterverkehr über die Straßen erheblich entlastet wird. Die Gegner warnen hingegen vor verheerenden ökologischen Schäden. Nach ihren Angaben haben die Bauarbeiten schon jetzt einige Quellen versiegen lassen.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Suche nach atomarem Endlager: Nur fünf Prozent der Bundesfläche geeignet

Bei der Suche nach einem Standort für ein Atommüll-Endlager in Deutschland kommen weniger als fünf Prozent des Bundesgebietes in Frage. Das ist das Ergebnis eines am Dienstag veröffentlichten Zwischenberichts der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) in Peine. Demnach befinden sich die weiter in Betracht kommenden Gebiete sowohl im Süden als auch Osten sowie Norden und Nordwesten der Bundesrepublik. Im Jahr 2025 war noch etwa ein Viertel der Fläche Deutschlands im Rennen.

Bis zu drei Grad heißer: EU-Kommission dringt auf Anpassung an den Klimawandel

Angesichts der Aussicht auf einen weltweit kaum aufzuhaltenden Temperaturanstieg dringt die EU-Kommission auf eine Vorbereitung auf Dürren, Hitzewellen und Überschwemmungen. Nationale Regierungen, Länder und Kommunen sollten in Zukunft "in allen großen Politikbereichen" auf die Anpassung an den Klimawandel achten, forderte die Kommission am Dienstag. Die Bemühungen um einen geringeren Treibhausgasausstoß reichten nicht mehr aus.

Oxfam: Superreiche verursachen mit Privatjets und Investitionen enorme Klimaschäden

In Sekunden so viel klimaschädliches CO2 verursachen wie deutlich ärmere Menschen in einem ganzen Jahr - das machen laut einem Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam die Privatjets von Superreichen. 2025 hätten Privatjets weltweit in nur zwei Sekunden mehr CO2 verursacht als ein Mensch aus den ärmsten 50 Prozent der Weltbevölkerung im gesamten Jahr, heißt es in dem am Dienstag vorgelegten Bericht. Knapp zwei Wochen vor der Weltklimakonferenz forderte Oxfam daher eine höhere Besteuerung von Superreichen.

EU-Fischereiverbote: Rainer pocht auf Ausnahme für deutsche Ostsee-Fischer

In den EU-Verhandlungen über Fischereiverbote in der Ostsee pocht Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) auf eine Beibehaltung der Ausnahmen für deutsche Küstenfischer. Ein vollständiges Fangverbot für Hering würde wahrscheinlich viele die Existenz kosten, sagte Rainer beim Treffen der EU-Agrarminister am Montag in Luxemburg. Derzeit dürfen kleine Ostsee-Betriebe noch Hering fischen, obwohl der Bestand stark bedroht ist.

Textgröße ändern: