Deutsche Tageszeitung - Mindestens 22 Menschen nach massiven Regenfällen in Südkorea gestorben

Mindestens 22 Menschen nach massiven Regenfällen in Südkorea gestorben


Mindestens 22 Menschen nach massiven Regenfällen in Südkorea gestorben
Mindestens 22 Menschen nach massiven Regenfällen in Südkorea gestorben / Foto: © Gyeongbuk Fire Service Headquarters/AFP

Bei heftigen Regenfällen mit Erdrutschen und Überflutungen sind in Südkorea mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Wie das Innenministerium am Samstag mitteilte, wurden 14 weitere Menschen vermisst. Die Vermissten seien in vielen Fällen von Erdrutschen begraben worden oder in einen überfluteten Stausee gestürzt.

Textgröße ändern:

Die meisten Toten wurden aus der Provinz Nord-Gyeongsang gemeldet, wo 16 Menschen ums Leben kamen - in der bergigen Gegend begruben Erdrutsche ganze Häuser. Tausende Menschen sollten evakuiert werden. In den am heftigsten betroffenen Gegenden seien "ganze Häuser weggefegt" worden, sagte eine Rettungskraft der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap.

In Südkorea waren seit drei Tagen heftige Regenfälle über mehreren Städten und Landkreisen niedergegangen. Im zentral gelegenen Landkreis Goesan wurden dem Innenministerium zufolge 6400 Einwohner aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. Zuvor war demnach der nahegelegene Staudamm Goesan aufgrund der Niederschläge übergelaufen und hatte niedrig gelegene Ortschaften im Umkreis überschwemmt.

Rettungskräfte kämpften nach Angaben des Innenministeriums um Zugang zu 19 Autos, die in einem 430 Meter langen Tunnel in der Stadt Cheongju in der Provinz Nord-Chungcheong festsaßen. Die Wassermassen hätten das Gebiet zu schnell überflutet, als dass sich die Menschen noch hätten herausretten können, berichtete Yonhap. Ein Mensch sei gestorben.

Laut Yonhap konnten aber neun Überlebende aus einem Bus gerettet werden. Der Wasserstand sei weiterhin hoch, und es sei unklar, wieviele Menschen in ihren Fahrzeugen gefangen seien.

"Es waren viele Autos im Tunnel, als das Wasser hineinkam, und es stieg sehr schnell", sagte einer der Überlebenden zu Yonhap. "Ich verstehe nicht, warum der Tunnel nicht früher geschlossen wurde."

Das Lokalfernsehen zeigte Aufnahmen, auf denen zu sehen war, wie ein reißender Strom den Tunnel flutete. Rettungskräfte versuchten, mit Booten zu den Opfern zu gelangen.

Der südkoreanische Regierungschef Han Duck Soo rief die Behörden auf, von Hochwasser und Erdrutschen bedrohte Gebiete "präventiv" zu evakuieren. Für die Rettungseinsätze forderte er die Unterstützung des Verteidigungsministeriums an.

Derweil traf Präsident Yoon Suk Yeol am Samstag überraschend zu einem Besuch in der Ukraine ein, wo er mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj zusammenkam. "Ich will mein Beileid und das Beileid aller Ukrainer in Zusammenhang mit der schrecklichen Überschwemmung ausdrücken, die nun die Republik Korea getroffen hat", sagte Selenskyj bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Yoon.

In ganz Südkorea wurde der reguläre Zugverkehr ab 14.00 Ortszeit (07.00 Uhr MESZ) eingestellt. Lediglich die Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ KTX sollten weiter verkehren, der nationalen Eisenbahn zufolge konnte es allerdings zu Fahrplanänderungen kommen. Straßen wurden abgesperrt und Wanderwege in Nationalparks geschlossen.

Der koreanische Wetterdienst warnte vor Starkregen und sagte weitere Niederschläge bis nächsten Mittwoch heraus. Die Wetterbedingungen würden eine "schwerwiegende" Gefahr darstellen, warnte die Behörde.

Südkorea steckt mitten in der Monsunzeit. Für gewöhnlich ist das Land darauf gut vorbereitet und die Anzahl der Todesopfer normalerweise ziemlich niedrig.

Im vergangenen Jahr hatte das Land aber bereits rekordträchtige Niederschläge und Überschwemmungen erlitten, bei denen elf Menschen ums Leben kamen. Die Regierung erklärte damals, dass es sich um die heftigsten Regenfälle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 115 Jahren gehandelt habe. Sie führte das Extremwetter auf den Klimawandel zurück.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

Buckelwal in Wismarer Bucht ist losgeschwommen

Der vor der Ostseeküste bei Wismar liegende Buckelwal ist am Montagabend nach mehreren Rettungsbemühungen losgeschwommen. "Er hat genug Kraft getankt, um auf die Motivation durch unser Boot zu reagieren und loszuschwimmen", erklärte der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), am Montagabend. Der Meeressäuger bewegte sich Backhaus zufolge allerdings zunächst auf den Hafen von Wismar zu und somit in die falsche Richtung.

Geschwächter Buckelwal in Ostsee: Experten gehen von entscheidenden Stunden aus

Im Kampf um das Leben des in der Wismarer Bucht liegenden Buckelwals gehen Experten von mutmaßlich entscheidenden Stunden aus. Steigende Wasserstände in der Ostsee würden dem Tier am Montagnachmittag nochmals eine bessere Chance geben, sich selbst in Bewegung zu setzen, sagte der wissenschaftliche Chef des Deutschen Meeresmuseums, Burkhard Baschek, am Mittag bei einer Pressekonferenz in Wismar.

Prognose für Wal vor Wismar "deutlich verschlechtert"

Es gibt nur noch wenig Hoffnung für den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal: "Die Prognose sieht insgesamt nicht gut aus", sagte der Meeresforscher Burkard Baschek am Sonntag in Wismar nach einer Begutachtung vor Ort. Nach dem groß angelegten Rettungseinsatz mit Hilfe von Baggern am Timmendorfer Strand ist in Wismar keine weitere Rettungsaktion für den Meeressäuger mehr geplant. Ein Einschläfern des geschwächten Tieres schloss Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) allerdings aus.

Prognose für Wal vor Wismar laut Experte "deutlich verschlechtert"

Die Rettungsaussichten für den bei Wismar in der Ostsee gestrandeten Buckelwal haben sich "deutlich verschlechtert". "Die Prognose sieht insgesamt nicht gut aus", sagte der Meeresforscher Burkard Baschek am Sonntag in Wismar nach einer Begutachtung vor Ort. Dem Wal solle nun Ruhe gegeben werden, damit er sich womöglich doch noch selbst freischwimmt.

Textgröße ändern: