Deutsche Tageszeitung - Gericht: Giftmülldeponie im Elsass darf einbetoniert werden

Gericht: Giftmülldeponie im Elsass darf einbetoniert werden


Gericht: Giftmülldeponie im Elsass darf einbetoniert werden
Gericht: Giftmülldeponie im Elsass darf einbetoniert werden / Foto: © AFP/Archiv

Die seit Jahrzehnten umstrittene Giftmülldeponie Stocamine im Elsass darf nach einem jüngsten Gerichtsurteil zubetoniert werden. Das Heraufholen der etwa 42.000 Tonnen Giftmüll aus dem ehemaligen Kali-Bergwerk sei wegen der einbrechenden Stollen zu gefährlich, urteilte das Verwaltungsgericht in Straßburg am Dienstag. Die definitive Einlagerung der Giftstoffe, die unter anderem von deutschen Umweltschützern kritisiert wird, sei die "beste Möglichkeit, das Grundwasser zu schützen", heißt es in der Begründung des Urteils, das innerhalb von zwei Monaten anfechtbar ist.

Textgröße ändern:

Die europäische Gebietskörperschaft Elsass, mehrere Organisationen und Anwohner hatten gefordert, den Bau von Betonbarrieren zu verhindern, mit denen die französische Regierung die Giftmülldeponie versiegeln lassen will. Diese könnten langfristig nicht verhindern, dass das Grundwasser verunreinigt werde, betonten die Kläger.

Die Deponie in Wittelsheim, etwa 30 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, liegt mitten in einer der größten Grundwasserreservate Europas, in einer Gegend, die als erdbebengefährdet gilt. Zwischen 1999 und 2002 wurden in Stocamine etwa 44.000 Tonnen Giftmüll eingelagert. Dazu zählen etwa Arsen, Asbest, Zyanid sowie chrom- und quecksilberhaltige Stoffe.

2002 war in gut 500 Meter Tiefe aufgrund einer chemischen Reaktion ein Feuer ausgebrochen, obwohl dort keine entzündlichen Stoffe hätten gelagert werden dürfen. Das Feuer konnte erst nach zwei Monaten gelöscht werden, seitdem wird die Deponie nicht mehr genutzt. Zwischen 2015 und 2017 wurde der größte Teil der quecksilberhaltigen Stoffe aus der Deponie entfernt.

Die französische Regierung beschloss 2017, die Giftstoffe auf unbegrenzte Zeit in der Mine zu lassen und diese mit Beton zu versiegeln. Dies zog einen jahrelangen Rechtsstreit nach sich. An Protesten gegen das geplante Einbetonieren der Mine beteiligen sich auch regelmäßig deutsche Umweltschützer aus dem Grenzgebiet.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

Neuer Hitzerekord in Deutschland: 41,3 Grad in Saarbrücken

Neuer Hitzerekord in Deutschland: Mit 41,3 Grad ist an einer Wetterstation in Saarbrücken am Freitag die höchste Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen worden, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Bisher lag der Hitzerekord in Deutschland bei 41,2 Grad - gemessen 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl in Nordrhein-Westfalen. In Großbritannien wurde den dritten Tag in Folge der Hitzerekord für Juni geknackt. In ganz Europa sorgt die Hitze für Probleme bis hin zu Todesfällen.

Städtetag fordert Aufwertung des Hitzeschutzes in Kommunen

Angesichts der anhaltend hohen Temperaturen fordert der Deutsche Städtetag eine Aufwertung des Hitzeschutzes in den Kommunen. Derzeit seien dies lediglich freiwillige Aufgaben, die "nur aus den Geldern bezahlt werden, die am Ende überhaupt noch übrig bleiben", sagte der Städtetags-Vizepräsident und Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) am Freitag dem RBB-Inforadio. Er warb dafür, den Hitzeschutz zu einer kommunalen Pflichtaufgabe zu machen.

Umweltorganisationen erringen Teilerfolg im Klimaprozess gegen TotalEnergies

Mehrere Umweltorganisationen haben in einem Klimaprozess gegen den Energiekonzern TotalEnergies einen Teilerfolg errungen. Ein Pariser Gericht verpflichtete das Unternehmen am Donnerstag, künftig auch die indirekten CO2-Emissionen in seinen Pflichtbericht zu Umwelt- und Gesundheitsrisiken aufzunehmen. Die Richter verzichteten jedoch darauf, dem Konzern konkrete Maßnahmen zur Reduzierung seines Öl- und Gasgeschäftes aufzuerlegen, wie die Kläger es gefordert hatten.

Hitzewelle in Frankreich: Drei Atomreaktoren abgeschaltet

Wegen der massiven Hitzewelle in Frankreich sind inzwischen drei Atomreaktoren abgeschaltet. Betroffen sind die Atomkraftwerke Bugey nahe Lyon an der Rhône, Nogent-sur-Seine westlich von Paris und Golfech im Süden des Landes. Grund seien "Umweltbedingungen", teilte der Kraftwerkbetreiber EDF am Donnerstag mit. Konkret geht es darum, die Temperatur der durch die Hitzewelle bereits aufgewärmten Flüsse durch das Kühlwasser der Reaktoren nicht noch weiter zu erhöhen.

Textgröße ändern: