Deutsche Tageszeitung - Schwarze Witwen locken Männchen mit Käsefußgeruch

Schwarze Witwen locken Männchen mit Käsefußgeruch


Schwarze Witwen locken Männchen mit Käsefußgeruch
Schwarze Witwen locken Männchen mit Käsefußgeruch / Foto: © AFP/Archiv

Schwarze Witwen locken Männchen mit einer Art Käsefußgeruch an. Ein chemisches Pheromon zerfällt langsam auf dem Netz der Weibchen zu einem wochenlang wirkenden Lockstoff, der Männchen anzieht und ihr Balzverhalten steuert, wie die Universität Greifswald am Dienstag berichtete. Der Duftlockstoff erinnert Menschen den Forschern zufolge an Käsesocken, die Spinnenmännchen hingegen finden den Duft demnach "höchst anziehend".

Textgröße ändern:

Anders als viele Insekten, die ihre Pheromone nur zu bestimmten Zeiten abgeben, nutzen die Witwenspinnenweibchen ihr Netz demnach als einen Langzeitduftsender. Erstautor Andreas Fischer von der Universität Greifswald fand "besonders spannend", dass die Weibchen die Intensität der Duftsignale an die Jahreszeit anpassen. "Sie sind zwar das ganze Jahr attraktiv, doch am meisten, wenn die meisten Männchen auf der Suche nach einer Partnerin sind."

Das Forscherteam analysierte im Labor dafür die Netze der Schwarzen Witwe chemisch und identifizierte die Botenstoffe. Ergänzend nahmen die Wissenschaftler Verhaltensversuche mit männlichen Spinnen auf speziellen Testapparaturen und in der Natur an einem Strand vor.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Beispielloser El Niño: Eindringlicher UN-Appell für gemeinsame Schutzvorkehrungen

Wegen einer beispiellosen Intensität des gegenwärtigen Klimaphänomens El Niño haben die Vereinten Nationen eindringlich zu gemeinsamen Schutzvorkehrungen für die am stärksten betroffenen Menschen aufgerufen. "Heute richten wir einen gemeinsamen Appell an die internationale Gemeinschaft, dringend und koordiniert vorausschauend zu handeln", erklärte die Generalsekretärin der Weltmeteorologie-Organisation (WMO), Celeste Saulo, am Mittwoch in Genf. Die Stärke des gegenwärtigen El Niño wird demnach voraussichtlich die bisherigen Messskalen überschreiten.

Britische Regierung genehmigt umstrittene Förderung in Nordsee-Gasfeld

Die britische Regierung hat ein umstrittenes Gasprojekt in der Nordsee genehmigt. Die Ausbeutung des Gasfelds Jackdaw etwa 240 Kilometer östlich der schottischen Stadt Aberdeen werde "hunderte Arbeitsplätze schützen und dabei helfen, dass Millionen von Haushalten in diesem Winter warm bleiben", erklärte der britische Premier Andy Burnham von der Labour-Partei am Mittwoch. Während die Industrie die Erlaubnis begrüßte, kritisierten Umweltschützer, dass die Förderung den CO2-Ausstoß erhöhe.

Mehr Eisbrecher und Unterseekabel: EU stellt neue Arktisstrategie vor

Die EU hat eine neue Arktisstrategie vorgestellt, um ihre Präsenz in der geopolitisch wichtigen Region zu stärken. Souveränität, territoriale Integrität und die der Stabilität in der Region zugrundeliegenden Regeln könnten "nicht länger als selbstverständlich gelten", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Vorstellung der Strategie am Dienstag in Straßburg. Daher "müssen wir handeln und unsere strategische Haltung ändern", fügte sie hinzu.

Biologin warnt vor technischen Eingriffen in komplexe Ökosysteme

Die Biologin und Gärtnerin Anne-Christine Schmidt bewertet gentechnische Ansätze im Naturschutz kritisch. Sie fordert, ökologische Zusammenhänge und mögliche Folgewirkungen stärker zu berücksichtigen.

Textgröße ändern: