Deutsche Tageszeitung - Greenpeace prangert Frankreichs Atomgeschäft mit Russland an

Greenpeace prangert Frankreichs Atomgeschäft mit Russland an


Greenpeace prangert Frankreichs Atomgeschäft mit Russland an
Greenpeace prangert Frankreichs Atomgeschäft mit Russland an / Foto: © AFP/Archiv

Die Umweltorganisation Greenpeace hat das trotz des Ukraine-Krieges andauernde Atomgeschäft Frankreichs mit Russland angeprangert. "Der Handel zwischen der französischen und der russischen Nuklearindustrie läuft weiter, als hätte Russland keinen Krieg gegen die Ukraine begonnen", betonte Pauline Boyer von Greenpeace Frankreich am Mittwoch. Frankreich unterstütze auf diese Weise die russische Wirtschaft "und damit auch ihre Kriegsmaschinerie", fügte sie hinzu.

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Nach einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Organisation importiert Frankreich weiterhin angereichertes und wiederangereichertes Uran aus Russland. So wird etwa im sibirischen Sewersk Uran aus benutzten Brennelementen erneut angereichert. Bei wiederangereichertem Uran sei Frankreich "zu 100 Prozent von Russland abhängig", heißt es in dem Greenpeace-Bericht.

Zudem importiert Frankreich natürliches Uran aus den ehemaligen Sowjetrepubliken Kasachstan und Usbekistan. Im vergangenen Jahr stammte etwa die Hälfte der französischen Uran-Importe aus diesen beiden Ländern. Ein Großteil davon wird nach Angaben von Greenpeace mit Hilfe des russischen Atomkonzerns Rosatom über russisches Staatsgebiet transportiert.

Der russische Konzern sei "das weltweit einzige Unternehmen, das eine ausländische Atomanlage mit Gewalt unter seine Kontrolle gebracht hat", erklärte Boyer mit Blick auf das Atomkraftwerk Saporischschja. "Vor diesem Hintergrund ist der Nuklearhandel mit Rosatom inakzeptabel", fügte sie hinzu. Greenpeace forderte die französische Regierung und Europa auf, Rosatom zu sanktionieren. Das Unternehmen ist bislang nicht mit Sanktionen belegt, da in der EU kein Konsens darüber besteht.

Greenpeace rief weiterhin dazu auf, den Uran-Handel transparenter zu machen. In den vergangenen beiden Jahren sei bei etwa der Hälfte des importierten angereicherten Urans die Herkunft nicht feststellbar gewesen.

Frankreich ist zwar nicht auf russisches Gas angewiesen, braucht aber Uran für seine 57 Atomreaktoren. Diese liefern etwa 70 Prozent des Stroms in Frankreich. Präsident Emmanuel Macron hatte 2022 die "Renaissance der Atomkraft" ausgerufen und den Bau von insgesamt 14 Atomreaktoren der neuesten Generation angekündigt.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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