Deutsche Tageszeitung - Grüne kritisieren Reiche-Vorstoß zu EU-Methanverordnung

Grüne kritisieren Reiche-Vorstoß zu EU-Methanverordnung


Grüne kritisieren Reiche-Vorstoß zu EU-Methanverordnung
Grüne kritisieren Reiche-Vorstoß zu EU-Methanverordnung / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

Die Grünen haben den Vorschlag von Bundesenergieministerin Katherina Reiche (CDU), die EU-Methanverordnung weniger streng auszulegen, scharf kritisiert. "Katherina Reiche verrät die Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen Deutschlands und der EU", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Julia Verlinden der Nachrichtenagentur AFP. Reiche setze sich vor allem dafür ein, "dass sich ihre und (US-Präsident Donald) Trumps Milliardärs-Kumpel mit ihrem teuren Fracking-Gas weiter eine goldene Nase in Deutschland verdienen können".

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Reiche hatte am Montag für mehr und längerfristige Gaslieferverträge geworben, um die deutsche Energieversorgung abzusichern. Zugleich sprach sie sich dafür aus, EU-Klimaschutzregeln für den Import von Erdgas nicht allzu streng anzuwenden. Speziell die EU-Methanverordnung könnte den Abschluss neuer Gaslieferverträge behindern, warnte sie. Deutsche Sanktionen bei Verstößen gegen die Verordnung sollten daher "mit Augenmaß" verhängt werden.

Beim Abbau fossiler Brennstoffe treten häufig Methanlecks auf. Bei Gasförderanlagen wird Methangas zudem häufig routinemäßig abgefackelt oder abgelassen. Die Methanverordnung verbietet dies in der EU und schreibt regelmäßige Überprüfungen und Messungen zur Quantifizierung von Methanemissionen vor. Darüber hinaus gelten ab dem kommenden Jahr Vorschriften für neue Importverträge, die Exporteure müssen dann dieselben Überwachungs-, Berichterstattungs- und Überprüfungspflichten erfüllen wie EU-Produzenten.

"Internationale Gasexporteure, die sich für eine Geschäftsbeziehung mit deutschen Partnern interessieren, sehen mit Sorge die strengen Regulierungsvorgaben", sagte Reiche dazu. Sie verwies insbesondere auf Gespräche, die sie in der vergangenen Woche mit Industrievertretern bei der Energiemesse Ceraweek in Texas geführt habe.

Flüssigerdgas (LNG) bezieht Deutschland bislang zum allergrößten Teil aus den USA. Präsident Trump fordert zudem, die LNG-Exporte nach Europa noch deutlich zu erhöhen. Zugleich hat seine Regierung zahlreiche Klimaschutzvorgaben abgeschafft, darunter auch zu Methanemissionen. Satellitenauswertungen der Internationalen Energieagentur zufolge hat die Zahl großer Methanlecks an Öl- und Gasanlagen zugenommen, vor allem in den USA, Turkmenistan und Russland.

(I.Beryonev--DTZ)

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