Deutsche Tageszeitung - Weltnaturschutzorganisation stuft Kaiserpinguin als gefährdete Art ein

Weltnaturschutzorganisation stuft Kaiserpinguin als gefährdete Art ein


Weltnaturschutzorganisation stuft Kaiserpinguin als gefährdete Art ein
Weltnaturschutzorganisation stuft Kaiserpinguin als gefährdete Art ein / Foto: © DEPARTMENT OF CONSERVATION/AFP

Der durch den Klimawandel bedrohte Kaiserpinguin ist von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als "gefährdete Art" eingestuft worden. Das teilte die internationale Organisation am Donnerstag anlässlich der Aktualisierung ihrer "roten Liste" bedrohter Tierarten mit. Auch der Antarktische Seebär gilt demnach nun als "gefährdet".

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Die Höherstufung der in der Antarktis lebenden Kaiserpinguine von "potenziell gefährdet" auf "gefährdet" unterstreicht die existenzielle Gefahr für vom Eis abhängige Arten. Durch die globale Erwärmung verändert sich die Eismasse des Kontinents tiefgreifend.

Kaiserpinguine benötigen Meereis zum Leben, Jagen und Brüten. Das Abbrechen und der Verlust dieser Plattformen aus gefrorenem Meerwasser hat bereits zu einem starken Rückgang ihrer Zahl geführt. Die IUCN erklärte, aufgrund der durch den Klimawandel verursachten Veränderungen des Meereises sei bis zum Jahr 2080 mit einer Halbierung der Kaiserpinguin-Population zu rechnen.

Die IUCN - ein Netzwerk aus Wissenschaftlern, Regierungen und Umweltschutzgruppen - sei "zu dem Schluss gekommen, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel die bedeutendste Bedrohung für Kaiserpinguine ist", erklärte Philip Trathan, Mitglied der für die Erstellung der Roten Liste zuständigen IUCN-Expertengruppe.

Antarktische Seebären, die wegen ihres Fells einst von Robbenjägern fast ausgerottet worden waren, sich aber wieder erholten, gelten nun ebenfalls als gefährdete Art. Ihre Zahl ging seit 1999 um mehr als 50 Prozent zurück. Der anhaltende Rückgang liege am Klimawandel, da steigende Meerestemperaturen und das schrumpfende Meereis dazu führten, dass die von ihnen verzehrten Krillkrebse auf der Suche nach kälterem Wasser in tiefere Ozeanschichten abwanderten, erklärte die IUCN. Dadurch kämen die Seebären schlechter an Futter.

Die Rote Liste bedrohter Arten wird von der IUCN geführt. Sie ist die weltweit umfassendste Informationsquelle für den Gefährdungsstatus von Pflanzen, Tieren und Pilzen.

Es gibt sechs Kategorien von "nicht gefährdet" bis "ausgestorben". Die als "gefährdet" eingestuften Arten sind zwei Stufen von der Kategorie "in freier Wildbahn ausgestorben" entfernt, was bedeutet, dass eine Art nur noch in Gefangenschaft überlebt.

(W.Novokshonov--DTZ)

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