Deutsche Tageszeitung - Kim kritisiert eigene Regierung nach Überschwemmungen in Nordkorea

Kim kritisiert eigene Regierung nach Überschwemmungen in Nordkorea


Kim kritisiert eigene Regierung nach Überschwemmungen in Nordkorea
Kim kritisiert eigene Regierung nach Überschwemmungen in Nordkorea / Foto: © KCNA VIA KNS/AFP

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat Medienberichten zufolge sein eigenes Kabinett für die Schäden infolge der jüngsten Überschwemmungen verantwortlich gemacht. Die Regierung habe sich "unverantwortlich" verhalten, wurde Kim am Dienstag von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zitiert.

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Offizielle Bilder zeigten den Machthaber knietief im Wasser in einem überschwemmten Reisfeld in der Region Nampho im Westen des Landes. Er gibt Anweisungen an Beamte, die sich Notizen zu machen scheinen.

Kim sagte nach Angaben der Staatsmedien, die Schäden seien "kein von der Natur verursachtes Unheil, sondern eine menschliche Katastrophe, verursacht durch die Unverantwortlichkeit (...) der Faulenzer". Gemeint war seine Regierung und allen voran Premierminister Kim Tok Hun. Dieser habe "sich ein oder zwei Mal am Unglücksort umgeschaut wie ein Zuschauer", hieß es in den staatlichen Medien.

Der Tropensturm "Khanun" hatte Mitte August für Überflutungen in Nordkorea gesorgt. 560 Hektar standen unter Wasser, darunter für die Versorgung wichtige Reisfelder. Ein kaputter Deich und ein unzureichendes Abflusssystem trugen zu den Überschwemmungen bei. Die schlechte Infrastruktur und weit verbreitete Abholzung machen Nordkorea anfällig für Naturkatastrophen.

Der UN-Sicherheitsrat hatte Pjöngjang vergangene Woche vorgeworfen, große Summen Geld in sein Atomwaffenprogramm zu investieren, während die Bevölkerung Hunger leidet und ihre Grundbedürfnisse nicht decken kann. Kim brauche jetzt einen Sündenbock für die hungernde Bevölkerung, sagte An Chan-il, Direktor des Internationalen Instituts für Nordkoreastudien. Der Premierminister könne bald entlassen oder sogar bestraft werden, sagte der Wissenschaftler gegenüber AFP.

(V.Sørensen--DTZ)

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