Deutsche Tageszeitung - Zahl der Erwerbstätigen 2020 erstmals seit 14 Jahren geschrumpft

Zahl der Erwerbstätigen 2020 erstmals seit 14 Jahren geschrumpft


Zahl der Erwerbstätigen 2020 erstmals seit 14 Jahren geschrumpft
Zahl der Erwerbstätigen 2020 erstmals seit 14 Jahren geschrumpft / Foto: ©

Die Zahl der Erwerbstätigen ist 2020 zum ersten Mal seit 14 Jahren gesunken. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, waren im Jahresdurchschnitt rund 44,8 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Das sind 1,1 Prozent weniger als im Vorjahr. 2019 hatte die Zuwachsrate noch plus 0,9 Prozent betragen.

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In der Corona-Krise sei damit der über 14 Jahre anhaltende Anstieg der Erwerbstätigkeit in Deutschland zu einem Ende gekommen, erklärten die Statistiker. Dieser Anstieg hatte sich auch während der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 fortgesetzt.

Laut Bundesamt wäre der seit 2007 andauernde Beschäftigungszuwachs allerdings "vermutlich auch ohne die Corona-Krise bald zum Ende gekommen, da das Erwerbspersonenpotenzial aufgrund des demografischen Wandels schwindet". Durch die Alterung der Bevölkerung stehen also immer weniger Menschen für den Arbeitsmarkt zur Verfügung. Diese Entwicklung werde "derzeit immer schwächer durch eine höhere Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung sowie die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte kompensiert, fügten die Statistiker hinzu.

Die größten Beschäftigungsverluste 2020 gab es den vorläufigen Berechnungen zufolge mit minus 281.000 Erwerbstätigen (minus 0,8 Prozent) im Dienstleistungsbereich. Beschäftigungsgewinne gab es hingegen im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit mit einem Plus von 153.000 Erwerbstätigen (plus 1,4 Prozent).

Stabil blieb 2020 die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Laut Bundesamt ist das vor allem auf den Einsatz von Kurzarbeit zurückzuführen. Insgesamt sank die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt 2020 um 324.000 Menschen (minus 0,8 Prozent) auf rund 40,8 Millionen - besonders stark waren hier geringfügig oder kurzfristig Beschäftigte betroffen.

Obgleich Kurzarbeiterinnen und Kurzarbeiter nicht als erwerbslos zählen, stieg die Zahl der Erwerbslosen nach vorläufigen Schätzungen des Bundesamtes im Jahresdurchschnitt 2020 im Vorjahresvergleich deutlich um 474.000 auf 1,85 Millionen an - das ist ein Zuwachs von mehr als einem Drittel (34,5 Prozent). Damit habe sich die Erwerbslosenquote, gemessen als Anteil der Erwerbslosen an der Zahl der Erwerbstätigen, gegenüber dem Vorjahr von 3,0 Prozent auf 4,0 Prozent erhöht.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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