Deutsche Tageszeitung - Corona-Maßnahmen belasten Arbeitsmarkt 2020 stark

Corona-Maßnahmen belasten Arbeitsmarkt 2020 stark


Corona-Maßnahmen belasten Arbeitsmarkt 2020 stark
Corona-Maßnahmen belasten Arbeitsmarkt 2020 stark / Foto: ©

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben den Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr stark belastet: Im Schnitt waren 2020 rund 2,695 Millionen Menschen ohne Job - ein Plus von 429.000 im Vergleich zu 2019, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg am Dienstag mitteilte. Zugleich waren noch nie zuvor so viele Beschäftigte gleichzeitig in Kurzarbeit. Der Höchststand wurde im April mit knapp sechs Millionen Menschen erreicht.

Textgröße ändern:

Die Arbeitslosenquote stieg der BA zufolge im Jahresdurchschnitt um 0,9 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent. Auch im Dezember lag sie auf diesem Niveau. Im letzten Monat des vergangenen Jahres waren zudem 2.707.000 Millionen Menschen arbeitslos, das war ein Plus von 480.000 im Vorjahresvergleich.

Der Einbruch am Arbeitsmarkt im Frühjahr, der Zeit des ersten Lockdowns, wirke noch nach, erklärte BA-Chef Detlef Scheele. Allerdings habe die Kurzarbeit stabilisierend gewirkt und "Beschäftigung gesichert und eine höhere Arbeitslosigkeit verhindert". Scheeles Angaben zufolge wurden auf diese Weise rechnerisch Arbeitsplätze für rund eine Million Beschäftigte gesichert.

Den Höchststand erreichte die Kurzarbeit im April, als knapp sechs Millionen Menschen oder 18 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit waren. Zum Vergleich: Während der Finanz- und Wirtschaftskrise lag der Höchststand bei 1,4 Millionen Menschen.

Anders als 2008/2009 beanspruchte diesmal nicht nur überwiegend das Verarbeitende Gewerbe Kurzarbeitergeld, sondern wegen geschlossener Restaurants und Hotels vor allem auch die Dienstleister. So bezogen in der Spitzenzeit 63 Prozent der Beschäftigten im Gastgewerbe Kurzarbeitergeld. Durch die Flut an Anträgen auf Kurzarbeit im Frühjahr stockte die BA ihre Beschäftigten in der Telefonberatung von 4000 auf bis zu 18.000 auf.

Der Grünen-Arbeitsmarktexperte Wolfgang Strengmann-Kuhn warnte davor, dass sich die Arbeitslosigkeit auch im neuen Jahr "weiter verfestigt". Die Auswirkungen der Pandemie würden den Arbeitsmarkt auch 2021 noch länger beschäftigen, erklärte er. Daher sei es wichtig, Neueinstellungen stärker zu fördern und zugleich künftige Herausforderungen anzupacken - etwa mit einem Weiterbildungsbonus während Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

"Wunderschöner Anblick": Artemis-Crew hat Hälfte der Strecke zum Mond zurückgelegt

Die Astronauten der Artemis-2-Mission haben mehr als die halbe Strecke zum Mond zurückgelegt und einen fantastischen Blick auf den Erdtrabanten wie auch die Erde. "Wir können den Mond gerade aus der Luke sehen, es ist ein wunderschöner Anblick", sagte die US-Astronautin Christina Koch am Samstagmorgen (MESZ) während einer Live-Übertragung der Nasa. Die US-Raumfahrtbehörde veröffentlichte derweil faszinierende Aufnahmen von der Erde, die von der Orion-Raumkapsel aus aufgenommen wurden.

Deutschland und weitere Länder fordern EU zu Prüfung von Übergewinnsteuer auf

Deutschland und vier andere europäische Staaten haben die EU aufgefordert, Maßnahmen für eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne zu prüfen. Eine solche sei bereits 2022 als Notfallreaktion auf hohe Energiepreise genutzt worden, heißt es in einem Brief an EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Samstag vorlag. "Angesichts der derzeitigen Marktverzerrungen und finanzpolitischen Zwänge" sollte die Europäische Kommission nun "zügig" ein ähnliches EU-weites Instrument ausarbeiten.

ADAC: Neue Preisregel für Tankstellen hat Preisniveau nicht reduziert

Der ADAC hat nach knapp drei Tagen ein vorläufiges negatives Fazit zu der von der Bundesregierung eingeführten Preisregel für Tankstellen gezogen. "Aus Sicht des ADAC hat die Umstellung auf das sogenannte Österreich-Modell das hohe Preisniveau nicht reduziert", erklärte der Club am Freitag. "Stattessen hat es die Entwicklung nach oben eher befördert."

DIHK: Jeder sechste Industriebetrieb verdient durch Verteidigungsindustrie

Jeder sechste Industriebetrieb in Deutschland ist nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) bereits in die Wertschöpfungskette der Verteidigungsindustrie eingebunden. Besonders hoch sei der Anteil mit 36 Prozent im Fahrzeugbau, zitierte die "Wirtschaftswoche" am Freitag aus einer Sonderauswertung der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage. Demnach sehen fast ein Drittel der befragten Industrieunternehmen Chancen für das eigene Geschäftsmodell in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.

Textgröße ändern: